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Klinikskandal

Razzia im Stuttgarter Rathaus

Ermittler durchsuchen Büro und Privatwohnung des Sozialbürgermeisters Werner Wölfle.

22.02.2019

Von DANIEL GRUPP

Da hatte er noch zu lachen: Werner Wölfle im Jahr 2015 bei einem Narrenempfang. Foto: Daniel Naupold/dpa

Stuttgart. Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit dem Skandal um das Klinikum Stuttgart jetzt auch gegen den Stuttgarter Sozialbürgermeister Werner Wölfle (Grüne). Die Ermittler haben am Mittwoch aus Wölfles Büro Akten und Computer sichergestellt. Es sollen auch Unterlagen des Akteneinsichtsausschusses (AUI) beschlagnahmt worden sein. Das Gremium des Gemeinderats versucht zu ermitteln, ob es von der Stadt korrekt über die Vorgänge am Klinikum unterrichtet wurde.

Die Ermittler haben auch Wölfles Privatwohnung durchsucht. Dort seien ebenfalls Akten sichergestellt worden, erläutert der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Heiner Römhild. Seinen Angaben zufolge wurde das Verfahren wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit dem Beratungsvertrag von 2014 zwischen der Internationalen Abteilung beim Klinikum Stuttgart (International Unit/IU) und dem kuwaitischen Gesundheitsministerium eingeleitet. Es gehe darum, dass Wölfle seine „Vermögensbetreuungspflicht“ verletzt haben soll.

Wölfle war bis Juli 2016 als Krankenhausbürgermeister für den Eigenbetrieb Klinikum Stuttgart zuständig. Seither ist er Bürgermeister für Soziales und gesellschaftliche Integration der Landeshauptstadt. Im Stuttgarter Gemeinderat haben in den vergangenen Monaten Sprecher mehrerer Fraktionen den Rücktritt Wölfles gefordert. Der Bürgermeister hat Mitte Januar angekündigt, im August, wenn seine Dienstzeit endet, nicht mehr zu kandidieren.

Schon gegen den früheren Leiter der IU, Andreas Braun, läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Bestechlichkeit und Untreue. Der frühere Landesvorsitzende der Grünen saß deswegen mehrere Monate in Untersuchungshaft. Die IU war wegen dubiosen Arabiengeschäfte ins Zwielicht geraten. Möglicherweise ist daraus dem Klinikum ein Millionenschaden entstanden.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart habe an diesem Donnerstag Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) mitgeteilt, dass sie ein Ermittlungsverfahren gegen Wölfle eingeleitet habe, teilte das Rathaus mit. Kuhn habe den Ermittlern die volle Unterstützung der Verwaltung zugesichert.

Daniel Grupp

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Erstellt:
22. Februar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 06:00 Uhr

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