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Unten Schule, oben Baustelle

Realschüler haben zweiten Container

Das Wetter war zu schlecht, der Plan ist folglich nicht ganz aufgegangen: Auf dem Dach des Karl-von-Frisch-Gymnasiums liegen noch unverbaute Dämmplatten. Doch der Pausenhof ist freigeräumt, und es regnet nicht rein. Auch über Lärm klagen die Schüler/innen kaum.

14.09.2010
  • Gabi Schweizer

Dußlingen. Drei Baustellen auf einen Streich, das ist ein bisschen viel. Eigentlich sollte das Dach des Karl-von-Frisch-Gymnasiums pünktlich zum Schulbeginn gestern fertig sein. Doch auf dem Wabenbau wird nach wie vor gearbeitet. Konrektor Michael Hepp, selbst Häuslesbauer, hat volles Verständnis für die Verzögerung, schließlich hätten die Arbeiter nach dem Regen in den ersten Ferienwochen die Isolierung nochmal rausmachen müssen, weil sie nass wurde. Der Unterricht werde durch die Baustelle nicht behindert. Das bestätigt auch ein Mitarbeiter des zuständigen Ingenieurbüros LHM in Dußlingen: Es werde zügig gearbeitet, der Fortschritt sei aber wetterabhängig.

Realschüler haben zweiten Container
Dachsanierung auf dem Karl-von-Frisch-Gymnasium in Dußlingen. Von hier oben sieht das Höhnisch-Schulgelände wie eine Großbaustelle aus – allerdings ist der Kran fürs Dach rechtzeitig abgebaut worden, der Pausenhof damit benutzbar. Die Realschüler/innen werden immer noch im Container unterrichtet. Der Gynmnasiums-Neubau (links oben) ist laut Dußlingens Bürgermeister Thomas Hölsch im Zeitplan – das Untergeschoss steht.Bild: Rippmann

Die Schüler scheint es nicht groß zu stören, dass nach wie vor Arbeiter auf dem Dach beschäftigt sind. Bei einer kleinen Blitzumfrage auf dem Schulhof beschwerte sich jedenfalls niemand über allzu großen Lärm durch die Baustellen – allenfalls bei offenem Fenster sei es laut. Die Schülerinnen Tatjana Köpf (17) und Janne Günther (15) haben bislang gar nichts gehört – aber der Unterricht habe ja noch gar nicht richtig begonnen, schränken sie ein. „Außen ist es halt schon laut“, meint der 13-jährige Konse. Das dürfte allerdings weniger am Dach liegen als an dem Neubau, der kurz vor Ferienanfang begonnen wurde – vor dem Gymnasium entsteht ein rechteckiges Gebäude mit acht Klassenzimmern, das Abhilfe schaffen soll für die Raumnot an der Schule. Insofern kommt es, was den Lärm betrifft, auch auf die Lage des Klassenzimmers an, sagen etliche Schüler/innen.

Etwas zu direkter Draht zur Nachbarklasse

Nebenan, hinter der Maria Sibylla Merian-Realschule, die nach dem Großbrand vom vergangenen April (siehe auch Kästle) grundsaniert werden muss, ist pünktlich zum Schulbeginn ein zweiter Container entstanden. „Eigentlich ist es wie ein normales Klassenzimmer“, kommentiert der 15-jährige Tim die Übergangs-Unterkunft. Seine Mitschüler hätten sich am Anfang zwar aufgeregt über das Provisorium, sich aber mittlerweile dran gewöhnt. Das Manko daran: „Man hört halt alles aus den Nachbarzimmern.“ Das kann die 15-jährige Nadine Riehle bestätigen. Die gleichaltrige Katja Rümmele meint jedoch: „Man hat es sich schlimmer vorgestellt. Eigentlich ist es ganz wohnlich.“ Im Sommer hatten wir über die große Hitze in den weißen Funktionsgebäuden berichtet – das ist bei den aktuellen Temperaturen kein Thema mehr.

Für den Fachunterricht gehen die Realschüler nach Gomaringen oder ans benachbarte Gymnasium. Ganz ausgelagert wurden die drei Sechser-Klassen – zwei von ihnen haben an der Anne-Frank-Schule in Dußlingen Unterricht, eine in der Bücherei-Mediothek. Sie waren bereits im vergangenen Schuljahr in Dußlingen untergekommen. Die neuen Fünftklässler werden hingegen auf dem Höhnisch eingeschult.

Und wie geht es nun mit der Realschule weiter? Noch immer sind die Verhandlungen mit der Württembergischen Gemeinde-Versicherung (WGV) nicht abgeschlossen. Einen Zwischenbericht möchte Dußlingens Bürgermeister Thomas Hölsch, Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbands, bei der GVV-Versammlung kommende Woche geben. Ehe nicht klar ist, was die WGV übernimmt, werden keine Aufträge vergeben. Der Gemeindeverwaltungsverband ist gerade ziemlich klamm – schließlich muss er 760 000 Euro für den insgesamt 3 Millionen Euro teuren Gymnasiums-Neubau zahlen und voll für die Kosten aufkommen, die für das Containerdorf entstehen.

Feuer mit Folgen an der Maria Sibylla Merian-Realschule

Die Gomaringer Feuerwehr hätte eigentlich am 24. April eine Übung gehabt – aber dann musste sie am frühen Morgen ein echtes Feuer löschen. Wegen eines defekten Kabels war in der Maria-Sibylla-Merian-Realschule ein Brand ausgebrochen, der vor allem den Musiksaal und die Küche zerstörte, aber auch auf die Aula übergriff. 90 Feuerwehrleute aus Dußlingen, Nehren und Gomaringen kämpften gegen die Flammen. Zunächst sah es so aus, als seien die meisten Räume weiterhin brauchbar – was eine Schadenshöhe von etwa 100 000 Euro bedeutet hätte. Das stellte sich aber als Irrtum heraus. Fast überall hat sich Ruß abgelagert, eine umfangreiche Sanierung steht an. Mittlerweile ist von rund zwei Millionen Euro Schaden die Rede, die Kosten für die Container inklusive (Stand Mai). Die Renovierung soll aber erst beginnen, wenn klar ist, was die Versicherung zahlt.

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14.09.2010, 12:00 Uhr

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