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Syrien

Rebellen in Aleppo droht Blockade

Seit Ende Februar gilt in Syrien eine Waffenruhe. Trotz regelmäßiger Verstöße hielt sie bisher weitgehend. Jetzt brechen Kämpfe um Aleppo aus.

16.04.2016
  • DPA

Aleppo. Nach neuen Kämpfen im Norden Syriens steht die Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland auf der Kippe. Rebellen wehrten in heftigen Gefechten den Versuch der syrischen Armee ab, die von Regimegegnern gehaltenen Teile der Stadt Aleppo von der Außenwelt abzuschneiden. Zugleich trieben schwere Kämpfe zwischen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und Rebellen an der Grenze zur Türkei mindestens 30 000 Vertriebene erneut in die Flucht. Die Gewalt überschattet die dritte Runde der Genfer Friedensgespräche, die den mehr als fünfjährigen Konflikt beenden sollen.

Die zwischen Regierung und Rebellen geteilte frühere Handelsmetropole Aleppo ist seit langem hart umkämpft. Der Aktivist Mahmud al-Schami erklärte, die Regierung und ihre Verbündeten hätten am Donnerstag mit Hilfe russischer Luftangriffe nördlich von Aleppo einen Großangriff auf den Ort Handarat und die Al-Mallah-Farmen begonnen. Laut der Syrischen Beobachtungstelle für Menschenrechte konnten die Rebellen die Angreifer jedoch wieder zurückdrängen.

Sollte die Armee dieses Gebiet einnehmen, könnte sie die letzte Hauptversorgungsroute der Rebellen in Aleppo Richtung Türkei kappen und eine Blockade über sie verhängen, erklärten die Menschenrechtler. Für die Regimegegner wäre das ein herber Rückschlag.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) erklärte, wegen der Kämpfe an der Grenze zur Türkei sei aus zehn Flüchtlingslagern mindestens die Hälfte der Bewohner geflohen. Sie hätten in anderen Lagern an der Grenze und in der nahegelegenen Stadt Asas Zuflucht gesucht. HRW warf türkischen Grenzschützern vor, auf Zivilisten zu schießen, die im Nachbarland Zuflucht suchen. "Während Zivilisten vor IS-Kämpfern fliehen, reagiert die Türkei mit scharfer Munition statt mit Mitgefühl", erklärte die Organisation.

Bei den Genfer Friedensgesprächen wollte sich UN-Vermittler Staffan de Mistura gestern mit Regierungsvertretern treffen, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete. Die Verhandlungen sollen den Weg zu einer Übergangsregierung und freien Wahlen bahnen. De Mistura hatte am Mittwoch zum Auftakt der dritten Runde Oppositionsvertreter getroffen.

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16.04.2016, 06:00 Uhr

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