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Rückkehr des New Wave

Reggatta de Blanc, Fischer Z und Fish spielen bei Rock Of Ages

Rock Of Ages, das Festival in Seebronn, legt am Ende dieses Monats einen Akzent auf jene Phase der Pop-Historie, die gegen Ende der 1970er Jahre auf die Punk-Episode folgte.

11.07.2012

Seebronn. Die Punkwelle hatte lange ausufernde Gitarrensoli, dröhnende Orgeln und Bands mit langen Fusselmähnen von den Konzertbühnen gespült. Viele gestandene Bands lösten sich auf oder machten in veränderter Besetzung weiter – etwa Genesis.

Die auf den Punkrock folgende New Wave brachte wiederum Bands ins Rampenlicht, die wieder mehr konnten, als im Stakkato bis vier zählen. Zwei, die damals den Durchbruch schafften, waren The Police und Fischer Z. The Police gaben vor vier Jahren ihre letzten Konzerte. Auf ihrem zweiten Album drang ein starker Reggae-Einfluss durch, wie etwa in „Walking on the Moon“. Das Trio um Sting nannte diese Gattung „White Reggae“ und betitelte diese Platte danach – mit der pseudo-französischen Verballhornung: Reggatta de Blanc. Nach dieser Platte hat sich eine aus dem Ruhrpottstammende Coverband benannt. Sie gilt als das Nächst-beste zu The Police.

Etwa zur selben Zeit wurden Fischer Z vom Geheimtipp zu Lieblingen der Massen. Nach zwei eher Keyboard dominierten Platten schlug die Gitarren orientierte „Red Skies over Paradise“ in den Hitparaden ein. Über punkige Rhythmen setzte Sänger, Texter und Macher John Watts schroffe Gitarrenriffs. Seine Stimme pendelte zwischen Genöle in der Lage seiner Sprechstimme und sich überschlagendem Falsett.

Watts‘ Texte waren politisch stets aktuell: „Cruise Missiles“ und „Berlin“ bezogen sich auf den kalten Krieg. Mit dem wunderschönen „The Song & Dance Brigade“ machte sich Watts über gecastete Künstler lustig. Und er schuf ein alles überragendes morbides Meisterwerk: „Marliese“ klang zwar vordergründig wie ein Liebeslied. Doch Watts beschrieb darin das Vorgehen eines Stalkers. Es ist zu hoffen, dass sich Fischer Z beim Festival Rock Of Ages reichlich aus dem Angebot von „Red Skies Over Paradise“ bedienen wird. Als jene Schallplatte gerade zum Riesen-Erfolg wurde, hatte die Band Marillion gerade den Schotten Derek William Dick, alias Fish, als Sänger engagiert.

Marillion war eigentlich ein hoffnungsloser Fall, denn sie wollten den Prog-Rock-Sound wieder beleben und klangen lange wie eine perfekte Kopie der frühen Genesis. Ähnlich wie deren damaliger Sänger Peter Gabriel bemalte Marillion-Sänger Fish sein Gesicht, um so in verschiedene Bühnen-Rollen schlüpfen zu können.

Phantasievolle Textgebilde, flächige Keyboardklänge und die an Pink Floyd erinnernde Gitarre Steve Rotherys waren die tragenden Merkmale. Die Schallplatte „Misplaced Childhood“ enthielt neben dem Superhit „Kayleigh“ weitere wildromantische Perlen.

Mit Liedern dieser Platte trat Fish, mittlerweile ohne den Rest von Marillion unterwegs, vor sechs Jahren zum ersten mal bei Rock Of Ages in Seebronn auf. Mit guter Band und stark bei Stimme unterhielt er damals sein Publikum. Einziges Negativum hinter der Bühne: Per Handy erfuhr er, dass seine Hibernians Edinburgh verloren hatten: „Shit!“ Michael Sturm

Reggatta de Blanc, Fischer Z und Fish spielen bei Rock Of Ages
Fish beim Rock Of Ages 2006. Archivbild: Groebe

Reggatta de Blanc, Fischer Z und Fish spielen bei Rock Of Ages
John Watts, der Kopf von Fischer-Z. Bild: privat

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11.07.2012, 12:00 Uhr

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