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"Wir sind in Panik herausgerannt"

Regionalbahn kracht bei Freihung in einen Laster - Zwei Tote und zahlreiche Verletzte

Ein lauter Knall, Flammen, Schreie. Beim Zusammenprall eines Zugs mit einem Lastwagen bei Freihung in der Oberpfalz sterben zwei Menschen, 18 werden verletzt, einige davon schwer.

07.11.2015
  • ROLAND BECK, CATHÉRINE SIMON, DPA

Freihung Der Ausflug in ein Nürnberger Kino endet für eine zehnköpfige Jugendgruppe aus der Oberpfalz mit einem Schock: Auf dem Rückweg am späten Donnerstagabend prallt der Regionalzug, in dem sie und zwei Betreuer sitzen, an einem Bahnübergang bei Freihung mit einem Lastwagen zusammen. "Es gab einen lauten Knall", sagt die 16-jährige Anabel Witt. "Wir wurden durch den Waggon gewirbelt, danach sah ich riesige Flammen. Leute schrien, es war Blut zu sehen."

Einem Mann gelingt es, die Tür des Triebwagens zu öffnen. "Danach sind wir einfach alle nur noch in Panik herausgerannt." Einige stürzen und verletzen sich, auch Anabel.

Das Ausmaß des Unglücks wird erst deutlich, als die Feuerwehr die Unglücksstelle mit Scheinwerfern ausleuchtet: Von der Zugmaschine des Sattelzugs ist kaum etwas übrig. Zerquetscht liegt sie unter dem Triebwagen der Regionalbahn. Das Führerhaus des Zugs ist komplett ausgebrannt. Der 30 Jahre alte Lastwagenfahrer und der 35 Jahre alte Lokführer verlieren bei dem Zusammenstoß ihr Leben.

22 der 40 Fahrgäste kommen mit dem Schrecken davon. 18 werden verletzt, mehrere müssen in eine Klinik gebracht werden. Im Krankenwagen hört Anabel über Funk: "Eine Person leblos geborgen."

Wie es zu dem Unfall kam, blieb auch gestern unklar. Polizeisprecher Albert Brück sagt, der Sattelzug sei nach ersten Erkenntnissen auf dem beschrankten Bahnübergang stehengeblieben. Die Züge dürfen auf der Strecke bis zu 140 Stundenkilometer schnell fahren.

Unglaubliches Glück hat der 25 Jahre alte Beifahrer des Transporters: Er wird nur leicht verletzt.

Regionalbahn kracht bei Freihung in einen Laster - Zwei Tote und zahlreiche Verletzte
Zerquetschter Lastzug, ausgebrannter Lokführerstand: Die Feuerwehr bei der Bergung eines der beiden Todesopfer. Foto: dpa

Weitere Fälle Ob mit oder ohne Schranken – Bahnübergänge sind gefährlich. Allein in diesem Jahr gab es schon mehrere tödliche Unfälle.
  • September 2015 Fünf junge Männer sterben, als ein Regionalzug auf einem Übergang bei Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) in ihr Auto rast. Die Halbschranken waren geschlossen.
  • >Mai 2015 Als ein Gülletransporter bei Ibbenbüren bei Osnabrück einen Bahnübergang überquert, löst sich der Anhänger und bleibt auf den Gleisen stehen. Eine Regionalbahn rammt ihn. Bilanz: zwei Tote.
  • >Mai 2015 Auf einem unbeschrankten Bahnübergang in Schleswig-Holstein rammt ein Regionalzug das Auto einer Familie aus Hamburg. Ein fünf Jahre alter Junge kommt ums Leben.
  • >April 2015 Zwei 14 und 15 Jahre alte Schwestern sterben in Baden-Württemberg, als ein Regionalzug auf einem unbeschrankten Bahnübergang den Wagen ihrer Mutter erfasst.
  • >Februar 2015 Mit einem technischen Defekt bleibt in Niedersachsen ein Traktor mit Gülle-Anhänger auf einem beschrankten Bahnübergang stehen. Ein Autozug rammt das Gespann, der Fahrer kommt ums Leben.
  • >Januar 2015 Trotz geschlossener Halbschranken betritt in Rudolstadt (Thüringen) ein 62-Jähriger den Bahnübergang. Ein ICE überrollt und tötet ihn. dpa

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07.11.2015, 12:00 Uhr

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