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Reine Chefsache!

Komödiantische Attacke auf die New Economy: Durchaus charmant aber ohne rechten Biss.

Komödiantische Attacke auf die New Economy: Durchaus charmant aber ohne rechten Biss.

IN GOOD COMPANY
USA

Regie: Paul Weitz
Mit: Dennis Quaid,Topher Grace,Scarlett Johansson

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
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Nach langer Funkstille in Wirtschaftsfragen knöpft sich Hollywood neuerdings gern den Neoliberalismus vor. So richtig rein ins Getümmel der Erniedrigten und Beleidigten traut sich Regisseur Paul Weitz hier allerdings nicht; er geht die Sache komödiantisch und von oben herab an. Dan Foreman, dem in Ehren ergrauten Abteilungsleiter eines Verlags, wird eines Tages ein dynamischer Milchbubi mit Praktikanten-Face als sein eigener Nachfolger vor die Nase gesetzt.

Wie der von Dennis Quaid recht eindimensional gespielte Herr Mustermann diese Demütigung bewältigt, bleibt aber ebenso eine Randerscheinung wie die Schicksale des Fußvolks, dem der Youngster im Dienst der Rendite reihenweise den Laufpass gibt. Eigentlicher Held ist Karrierist Carter (Topher Grace), den man sich als einen nunmehr in der Arbeitswelt angekommenen Buben aus Weitz’ „American Pie“-Serie vorstellen kann, der hier eine weitere Etappe des Erwachsenwerdens durchläuft. Der betriebliche (und bald auch familiäre) Infight mit dem doppelt so alten und lebenserfahrenen Dan lässt den Emporkömmling schließlich an seiner moralfreien Mission zweifeln und führt (wie schon „Robots“) in die Feier des guten alten Kapitalismus mit menschlichem Antlitz.

Dass ein Hollywoodfilm nicht zur Revolution aufruft, mag man dabei eher verschmerzen, als dass er weder komödiantisch noch als Romanze (Carter bändelt ausgerechnet mit Dans Tochter an) richtig in die Gänge kommt. Der sanft versöhnelnde Tonfall, der Weitz’ eher weltfremdem Vorgängerfilm About A Boy gut zu Gesicht stand, wirkt in dieser Geschichte aus der Schlangengrube des wirklichen Lebens doch etwas untergewichtig.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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07.04.2005

12:00 Uhr

Boris Dollinger schrieb:

Die vorherigen 3 Filme der Weitz-Brüder waren alle, wenn auch in ihrer Ausführung teilweise sehr unterschiedlich, der Komödie verhaftet. Paul Weitz Solo-Debut ist im Prinzip zwar auch eine Komödie, allerdings eine sehr leise, die sich nebenbei noch als zwar zahme aber konsequente Kritik an der heutigen Wirtschaftswelt zeigt. Die Story ist zwar vorhersehbar und das Ende allzu versöhnlich, trotzdem macht der Film Spaß, was nicht zuletzt an der differenzierten Figurenzeichnung(insbesondere bei der Figur des Carter, der allzuleicht zum klischeehaften Abziehbild hätte werden können)und den guten darstellerischen Leistungen(auch hier fällt vor allem Carter-Darsteller Topher Grace positiv auf)liegt.



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