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Empfingen · Reitsport

Reit-Leidenschaft vermittelt

Rein weiblicher Nachwuchs wagte sich beim Reitverein Wehrstein in den Sattel. Bernhard Ullrich stachelte die Begeisterung der Mädchen an.

23.08.2019

Von Herold Schwind

Chipsy genießt das Striegeln, die Kinder und Jugendlichen die Nähe zu den Tieren.

Das Angebot des Empfinger Reitvereins Wehrstein im Ferienprogramm der Gemeinde war schon lange vorher ausgebucht. Geschäftig ist der Vorsitzende Bernhard Ullrich am Donnerstagmorgen dabei, Sitzgelegenheiten für die zwölf an genmeldeten Kinder herzurichten. Die Kinder nehmen tageweise oder auch die ganze Woche daran teil, erklärt Ullrich.

Viel Nachwuchs im Verein

Vom Vorsitzenden war auch zu erfahren, dass vor dem Ferienprogramm schon eine Woche Reiterferien für die Vereinsmitglieder auf dem Programm stand. Stolz kann der Reitverein auf seinen Nachwuchs schauen. „Es dürften so an die 50 Kinder und Jugendliche sein“, so der Vorsitzende mit leuchtenden Augen.

Er selber saß auch schon im Alter von 13 Jahren auf einem Pony. „Eigentlich hatte ich, wie die meisten anderen Jungs auch, Fußball gespielt. Da haben sie mir aber immer in die Rippen geschlagen, da habe ich aufgehört“,erinnert sich Bernhard Ulrich. So wurde er Mitglied im Reitverein, doch damit allein war er noch lange nicht zufrieden. So entdeckte er die Vorliebe für das Vielseitigkeitsreiten, das die Disziplinen Dressur, Springen und Geländeritt umfasst. Hier ist er sogar mit dem Vater des sehr erfolgreichen Reiters Michael Jung – Joachim Jung – geritten. Zwischendurch machte er dann seinen Trainerschein.

Doch dann überkam ihn die Lust am Nervenkitzel der Galopprennen. So ging er in ganz Deutschland und in den Nachbarländern an den Start. Ein besonderes Erlebnis waren für ihn die Starts in Iffezheim und Baden-Baden. Später suchte er nach Jockeys auf dem Sattel.

Bernhard Ullrich hat heute 20 Jahre Erfahrung im Amateur-Reitrennsport. Diese gibt der 68-Jährige heute an die Kinder beim Empfinger Ferienprogramm weiter. Dass der Dommelsberger immer noch sehr viel Spaß an den Pferden hat, demonstriert er mit seiner Ausstrahlung und seinem Elan. Doch bevor es für die fünf bis 16 Jahre alten Teilnehmerinnen an das reiterliche Vergnügen ging, stand die Arbeit an. Diese verrichteten die Kinder aber mit großer Begeisterung, sehr zum Wohle der Tiere. Ganz wichtig ist das Auskratzen der Hufe, lernte Reiternachwuchs. Immer wieder setzen sich hier Dreck und kleine Steine fest. Ullrich demonstrierte die richtige Vorgehensweise.

Wenn man mit der Hand das Bein von oben nach unten streicht, heben die zahmen Tiere von alleine die Hufe. Ullrichs Pferdesammlung liest sich klangvoll: Shadow Hill, ein 15-jähriges englisches Vollblut, wurde recht erfolgreich im Galopprennen eingesetzt. Einziger Schimmel in der Pferdefamilie ist Cyrano mit 17 Jahren, der Dressur und Galopprennen machte. Franz ist der Älteste, der Westfale bringt es schon auf 28 Jahre. Dann sind da noch die beiden Ponys Chipsy (24) und Joy (28). In der Vorbereitung der Tiere wurde zuerst das Stallhalfter gegen das Reithalfter ausgetauscht und die Tiere gesattelt. „Den Sattel müsst ihr immer von vorne in Richtung der Haare nach hinten schieben“, war die Anweisung Ullrichs. Für die Kinder ging es dann immer noch nicht los. Zu wichtig sind die Sicherheitsvorschriften. Oberstes Gebot ist das Tragen eines Reit- oder auch einem Fahrradhelms.

Dann hatten es die Mädchen geschafft und gingen auf den Sandreitplatz. Reitsport ist beim Sommerferienprogramm eindeutig Mädchensport, wie sich bei den Anmeldungen herausstellte. „Die Jungen kommen gar nicht, sonst werden sie von den anderen ausgelacht, glaubt Bernhard Ullrich. Zuerst lernten die Kinder in einigen Runden das richtige Führen der Tiere. Anschließend mussten sie einen mit Pylonen abgesteckten Slalom-Parcours bewältigen. Dann folgte der erste Trab, allerdings wurden die Pferde noch an der Longe gehalten.

Basteln im Rahmenprogramm

Da nicht alle Kinder gleichzeitig reiten konnten, wurden sie mit Spiel-, Mal- und Bastelarbeiten beschäftigt. Hierfür standen Anita Schindler, Ulrike Bornheft und Angelika Milz parat. Charlotta Schlecht unterstützte Bernhard Ullrich an der Longe. Die achtjährige Nicole aus Dommelsberg und die sieben Jahre alte Helen aus Betra waren zum ersten Mal dabei. „In diesem Jahr“, beharrte die Kleine auf einem Comeback.

Die Teilnehmerinnen wagen hier unter Bernhard Ullrichs Anleitung den ersten Trab, allerdings noch an der Longe. Bilder: Herold Schwind

Letzte Instruktionen erhalten hier die Mädchen, bevor sie sich selbst auf den Sattel schwingen dürfen.

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Erstellt:
23. August 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
23. August 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. August 2019, 01:00 Uhr

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