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Kurt Maier zieht‘s ins Waldachtal

Reitsport: Aischbach-Stallchef verkauft Gültsteiner Anlage an Tübingerin

Zum 1. November dreht Kurt Maier, die Springreiter-Legende aus dem Gäu, bei seiner Anlage in Herrenberg-Gültstein letztmals den Schlüssel um. Der Ex-Nationenpreisreiter hat den Aischbach-Stall verkauft und siedelt mit sieben Pferden nach Waldachtal um.

23.10.2013
  • Frank Häusler

Salzstetten. Es ist nicht neu, dass der bis heute erfolgreichste Springreiter der hiesigen Region über einen etwaigen Verkauf des 1983 noch gemeinsam mit den mittlerweile verstorbenen Eltern bezogenen Anwesens an der Ammer laut nachgedacht hat. Spruchreif aber erst jetzt.

Nahtlos möchte Kurt Maier in Waldachtal-Salzstetten bei Andreas Brünz, einem langjährigen Schützling von Maier, dem Springsport verbunden bleiben. Eine gut florierende Reitanlage, noch dazu auf der Gemarkung der einstmals so traditionsreichen Reiterstadt Herrenberg, lässt sich gewiss nicht still und heimlich verkaufen. Im Falle des Kurt-Maier-Anwesens ist es obendrein das bisherige Zuhause des 95 Mitglieder zählenden Reitclubs Aischbach Gültstein gewesen. Aber nicht mehr lange.

Schon am 1. November erfolgt die Schlüsselübergabe des drei Hektar großen Grundstücks mit 51 Stallboxen sowie drei Wohnungen und einer zusätzlichen Pferdepfleger-Wohnung. Übernächsten Freitag wird Maier (62) die Schlüssel der Tübingerin Saskia Evertz in die Hände drücken. Dass jetzt alles doch so schnell über die Bühne geht, dafür hat die neue Gültsteiner Stallchefin besonderes Verständnis. „Für denjenigen, der die Anlage führt“, erläuterte Saskia Evertz, „besteht ansonsten die Gefahr, falls es nicht klappt, am Ende mit leerem Stall dazustehen.“ Sie ist die Ehefrau von Andreas Evertz, dem Vorstandsvorsitzenden der Tübinger Walter AG, einem international operierenden Werkzeughersteller.

Einen Leerstand – das musste der Aischbach-Stall von Kurt Maier nie erleben und genauso gut soll es beim zukünftigen Stall Evertz laufen. „In den bisherigen Planungen gehen wir von 35 bis 40 Pferden auf der Anlage aus“, verriet Saskia Evertz, deren eigenen Pferde aber nicht in Tübingen, sondern bis zum baldigen Umzug noch im Landkreis Donau-Ries in Bayern stehen.

Über Steilsprünge und Oxer, die bei Kurt Maier nie wegzudenken waren, geht’s für die neuen Vierbeiner auf der Anlage jedoch nicht mehr. „Hindernisse wird es zukünftig auf der Anlage keine mehr geben“, so Evertz. Stattdessen wird auf Maiers zurückgelassenen Reitplätzen klassische Dressur auf hohem Niveau angesagt sein. Zu den neuen Evertz-Pferden zählen meist rassige Hengste, beispielsweise Pura Raza Espaniola (PRE), Lusitanos, Friesen, Lipizzaner, aber auch hiesige Warmblüter. Das Konzept bestünde aus drei Säulen. Eine Säule stehe für die klassische Dressur. Eine für den Pferdepensionsbetrieb, wenn gewünscht mit Vollverpflegung, zum Beispiel für Geschäftsleute. Die dritte Säule sind pferdegestützte Führungskräfte-Seminare. „Pferde sind dafür ideal, da sie Spiegel von einem selbst sind“, verdeutlichte Andreas Evertz. Der 44-jährige Geschäftsmann betreibt selbst auch Reitsport, allerdings nur hobbymäßig und als Ausgleich.

Derweil kann Andreas Brünz, 2008 mit dem Erfolgscoach an der Seite und auf Paradepferd Lumos sitzend Badenia-Sieger im Großen Preis von Mannheim, von Kurt Maiers Einzug im Prinzip nur profitieren. Sein langjähriger Trainer, der in Lützenhardt ein Haus gefunden hat und für seine Springpferde in Salzstetten einen Stalltrakt auf der Reitanlage Brünz erhält, soll quasi für einen Motivationsaufschwung sorgen. „Mein ganz starker innerer Wille hatte diese Saison, auch durch die viele Arbeit drum herum, etwas nachgelassen“, gab der 48-Jährige unumwunden zu. „Sein Einzug gibt mir nochmal richtig Auftrieb und die nötige Sicherheit – Kurt Maier mit seiner Erfahrung und seinem Knowhow, das ist unbezahlbar“, so Andreas Brünz.

Reitsport: Aischbach-Stallchef verkauft Gültsteiner Anlage an Tübingerin
Für Andreas Brünz bringt der Wechsel Kurt Maiers einen enormen Motivationsschub. Bild: fh

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23.10.2013, 12:00 Uhr

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