Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Reitsport: Fünf Reiter des PSK Nordschwarzwald schlagen sich tapfer
Augen zu und durch: Eva-Maria Lühr prägte sich, statt des obligatorischen Parcours-Abgehens, den Hallenchampionats-Kurs Sekunden vor dem Start mit geschlossenen Augen ein.
Vereitelte Stechteilnahme

Reitsport: Fünf Reiter des PSK Nordschwarzwald schlagen sich tapfer

An Markus Kölz kam im Hallenchampionat der baden-württembergischen Springreiter keiner vorbei. Wie tags zuvor gewann der S-Crack aus Winnenden auch im Finale, hauchdünn vor Andreas Brünz-Reiterkumpel Timo Beck aus Kehl. Michael Jung wurde Finalsiebter und Eva-Maria Lühr jubelte als Zehntplatzierte.

21.11.2015
  • Frank Häusler

Stuttgart. „Dreimal Daumen hoch kann ich nur sagen, ich habe eine Stuttgarter Platzierungsschleife und bin deshalb voll im Glück“, meinte die für den Reit- und Fahrverein Pfalzgrafenweiler angetretene Eva-Maria Lühr. Dabei hatte die 34 Jahre alte Springreiterin im Championats-Finale als erste Starterin des Normalumlaufs die schwierigste Aufgabe zu bewältigen. Geschuldet ist dies ihr allerdings selbst. „Ich gehe ja nie einen Parcours vorher ab und für Stuttgart machte ich da keine Ausnahme“, verriet Lühr. Auf der zwölfjährigen Contendro-Stute Concrue schloss sie stattdessen vor dem Halleneinritt für einige Sekunden die Augen.

Den schweren Dreisterne-S-Kurs mit Handbewegungen in Gedanken durchgehen musste reichen. Und wie. Ihre spezielle Art des Parcours-Abgehens saß offensichtlich. Denn nur am viertletzten Sprung, einem überbauten Wassergraben, fiel die Stange. Das Stechen zwar verpasst, rutschte Eva-Maria Lühr als schnellste Vierfehlerreiterin trotzdem und hochverdient in die Platzierungsränge. Fünf Reiter aus dem hiesigen Pferdesportkreis mischten insgesamt in der Entscheidung mit. Ein klarer Rekord des reitsportstarken PSK Nordschwarzwald, der sich am Ende über eine weitere Finalplatzierung freuen durfte. Erkämpft von Michael Jung (RSG Altheim), der im Gegensatz zu Eva-Maria Lühr das Stechen auf Captain Sparrow erreichen konnte. Ein Aufschrei ertönte jedoch später von den Rängen, genau in dem Augenblick als eine in Regenbogenfarben knallbuntlackierte Stange zu Boden fiel.

Vorbei alle Siegeshoffnungen bei seiner zweiten Finalteilnahme dieses baden-württembergischen Hallenchampionats. Michael Jung blieb nichts anderes übrig als von der Teilnehmertribüne aus zu verfolgen, wie Markus Kölz den Finalsieg auf den Burkhardshof nach Winnenden entführte. Vor Timo Beck, der auf Habicht an zweiter Stelle folgte und trotzdem mit bislang fünf Siegen den Rekord dieses traditionsreichen Springwettbewerbs hält. Michael Jung, der heute in internationalen Springprüfungen weitere Auftritte in Stuttgart hat, reihte sich an siebter Stelle ein.

Und die drei anderen PSK-Finalisten? Steffi Girrbach aus Enzklösterle kam auf May Breeze mit drei Springfehlern nicht über Platz 22 hinaus und an 20. Stelle landete der tags zuvor noch fehlerfrei gebliebene Andreas Brünz (RSC Salzstetten). „Ich dachte nicht, dass mein Balam heute einen Fehler macht, aber ich gab dem Pferd vor dem Sprung zu viel Bein und dadurch kamen wir zu dicht an die Stange – im Prinzip ein Reiterfehler“, sagte der 50 Jahre alte Salzstetter beim Hinausreiten aus der Halle etwas enttäuscht. Sein Trainer und Stallkollege Kurt Maier, 2001 selbst Sieger dieses prestigeträchtigen Hallenchampionats gewesen, munterte den Finalisten im Dunkeln hinter der Schleyer-Halle aber schnell wieder auf. „Bei dem Fehler“, schilderte Kurt Maier (64), „war das Pferd durch irgendwas ein bisschen abgelenkt und touchierte dadurch die Stange.“ Stangenberührungen, die blieben bei Stefan Hirsch aus Nordstetten zwar gänzlich aus und dennoch verbuchte der 35-Jährige ein Springfehler auf seinem Punktekonto. Ausgerechnet an der blauen Mauer des Sponsors dieser Prüfung rutschte eines der oberen dünnen weißen Holzplatten heraus und fiel zu Boden. Ein ärgerlicher Fehler am vorletzten Hindernis.

Das Ziel auf der Schlusslinie in Sichtweite gehabt, ließ sich nun für einen schnelleren Vierfehlerritt damit keine Zeit mehr gut machen. Wie bei einer klassischen Rundstange gab es für die unscheinbare weiße Mauerholzplatte nämlich ebenfalls vier Strafpunkte aufgebrummt. Schade eigentlich. „Ich hatte heute so ein gutes Gefühl und bin jetzt ein bisschen enttäuscht, aber mit dem Pferd super zufrieden denn Zandra sprang wirklich sehr gut“, sagte Stefan Hirsch, der seine belgisch gezogene und mittlerweile 14 Jahre alte Zandor-Tochter an 18. Stelle ritt. Für die Nummer eins des Reitervereins Nordstetten-Horb ist die diesjährige Comeback-Saison nach seinem letztjährigen Herzinfarkt allerdings noch nicht abgeschlossen. „Ich beabsichtige in Kürze. im Ausland mein diesjähriges Reitsportjahr zu beenden“, berichtete Hirsch. Für sein Spitzenpferd Zandra und auch für Zandra-Tochter Missile du Buisson (7), so der Nordstetter, stehe dann eine Stippvisite in ihre damalige Heimat an. Beide kamen einst bei einem Züchter ganz in der Nähe des in Pferdesportkreisen weltberühmten belgischen Gestüts Zangersheide zur Welt.

Reitsport: Fünf Reiter des PSK Nordschwarzwald schlagen sich tapfer
Der Augenblick des Fehlers: Diese schräg herunterfallende Regenbogen-Stange verhinderte im Stechen des Hallenchampionats den Sieg von Michael Jung auf Captain Sparrow. Bilder: fh

Reitsport: Fünf Reiter des PSK Nordschwarzwald schlagen sich tapfer
Zeigten gemeinsam hochkonzentrierte Sprünge im Finale des baden-württembergischen Hallenchampionats: Stefan Hirsch und seine Belgien-Stute Zandra.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

21.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball