Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Stillstehen und morgen Vollgas

Reitsport: In der Dressur kommt es auf das Nervenkostüm von Michael Jungs WM-Pferd Sam an

Für fünf Vielseitigkeitspferde, die in Lexington (Kentucky, USA) auf der Starterliste standen, ist das Abenteuer Weltreiterspiele bereits beendet: Noch vor der Auftakt-Dressur scheiterten sie an der Verfassungsprüfung. Michael Jungs (RSG Altheim) La Biosthetique Sam und die anderen deutschen Pferde kamen hingegen sicher durch den obligatorischen Vet-Check.

01.10.2010

Von frank häusler

Lexington (USA). Muss das bitter sein: Da wird das Pferd Kilpatrick von der irischen Reiterin Elizabeth Powers oder auch Metisse de Lalou vom Franzosen Lionel Guyon letzte Woche extra über den Atlantik geflogen. Die 48-Stunden-Quarantäne ist längst vergessen, und dann enden die Weltreiterspiele bereits mit der ersten Verfassungsprüfung. Die Gesundheit der vierbeinigen Leistungssportler geht eben vor.

Genau 80 Vielseitigkeitspferde aus insgesamt 23 Nationen stehen aktuell noch auf der Starterliste der Viersterneprüfung (CCI****). Nachdem alle sechs deutschen „Buschpferde“ die Verfassung erstklassig passiert hatten, mussten gestern drei davon schon ins Dressurviereck einreiten: Dirk Schrade, Simone Deitermann sowie Ingrid Klimke. Andreas Dibowski, Frank Ostholt und der Altheimer Michael Jung sind hingegen erst am heutigen Freitag im Kentucky Horse Park an der Reihe.

Jung (28) und sein zehnjähriger La Biosthetique Sam kommen als drittletztes Paar des Starterfeldes um 16.10 Uhr (Lexington-Ortszeit) ins WM-Stadion geritten. In der Verfassung konnte der Reiter seinen teils wilden Württemberger, der von Stan the man und mutterseits von Heraldik abstammt und somit hoch im Blut steht, an der Hand führend kaum bändigen. Typisch Sam eben. Und bei einer Verfassungsprüfung auch kein Problem, Jung kennt das schon. Spätestens aber, wenn die Aufwärmphase für den Dressurauftritt heute endet und der Altheimer seinen Dressur-Frack bereits trägt, dürfte Sam klar sein, dass dann keine unkontrollierten Bocksprünge mehr gewünscht sind.

Gelegentlich

sensible Nerven

Anfang vorigen Jahres noch machte diesbezüglich gelegentlich das sensible Nervenkostüm des Paradepferdes einen Strich durch die Rechnung. Astreine Dressuren zu Beginn schwerer Vielseitigkeitsprüfungen zeigte das Erfolgsduo in dieser Saison aber jedes Mal. Warum also nicht auch in Kentucky? Gerade an viel Ruhe und Gelassenheit hat Michael Jung mit La Biosthetique Sam in den vergangenen Monaten viel gearbeitet.

Doch der Höhepunkt dieser WM-Prüfung, der findet ohnehin erst tags drauf statt. In der morgigen zweiten Teilprüfung (live, Samstag ab 15.02 Uhr im ZDF-Infokanal), dem Cross über die vielen festen Hindernisse. Etwa 6,5 Kilometer lang wird die Geländestrecke von Lexington sein. Die Startzeiten der einzelnen Reiter geben die Veranstalter vor Ort derweil erst am Freitagabend bekannt. Einige Vielseitigkeitskenner trauen Michael Jung durchaus zu, am Ende sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel mit einer WM-Medaille da zustehen – allen voran die Bundestrainer Hans Melzer und Christohper Bartle. Obwohl Michael Jung als Debütant bei diesen Weltreiterspielen antritt.

Gänzliches Neuland sind Weltmeisterschaften für Reiter und Pferd aus Altheim aber nicht: 2006 und 2007 waren die zwei bereits bei der Weltmeisterschaft junger Geländepferde zugange, La Biosthetique Sam erkämpfte jeweils als zweitbestes Nachwuchsgeländepferd den WM-Vizetitel. Traditionell endet die Viersterne-Prüfung mit dem Parcours-Springen und wird ebenfalls vom ZDF-Infokanal (Sonntag, 19.02 Uhr) live übertragen.

Zum Artikel

Erstellt:
1. Oktober 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Oktober 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2010, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen