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Akrobatik am Heideteich

Reitsport: Michael Jung reitet in Luhmühlen mit Sam auf Platz drei und geht mit Rocana baden

Mit einem starken dritten Platz auf La Biosthetique Sam kehrte der Altheimer Michael Jung aus Luhmühlen zurück. Das zweitbeste Resultat aus deutscher Sicht. Denn Deutschlands einzige Viersterne-Vielseitigkeit gewann diesmal Ingrid Klimke. Jung hatte wiederum bei einem Beinahe-Sturz viel Glück.

23.06.2015
  • Frank Häusler

Luhmühlen. An der Münsteranerin Ingrid Klimke, die in der Lüneburger Heide auf der Stute Escada den Viersterne-Sieg mit ihrem ursprünglichen Dressurergebnis von 32,70 Minuspunkten feiern konnte, führte kein Weg vorbei. Für den späteren Gesamtdritten Michael Jung (RSG Altheim), nach den Auftaktdressuren mit 34,20 Minuspunkten schon Drittplatzierter im Sattel seines 15 Jahre alten Ausnahmepferdes La Biosthetique Sam, gab es ansonsten nur kein Vorbeikommen an der Neuseeländerin Jonelle Price (32,80 Minuspunkte).

Quasi geschlossen lieferte in Luhmühlen an der Spitze ein Viersterne-Quintett einen Bilderbuchritt nach dem anderen ab. Allesamt fehlerfrei im schweren Gelände über 30 feste Hindernisse, allesamt tags darauf fehlerfrei im abschließenden Parcours-Springen. Hinter Klimke, Price und Jung folgten Christopher Burton (Australien) an vierter und der Neuseeländer Mark Todd an fünfter Stelle. „Sam sprang im Gelände und im Parcours einfach genial, ich bin super zufrieden und danke den Veranstaltern für ein gelungenes Wochenende“, sagte Michael Jung.

So gab es in dem kleinen Reiterdorf inmitten der Lüneburger Heide vor allem in den internationalen Geländeprüfungen am vorletzten Turniertag Weltklasse-Reitsport vom Feinsten. Spannend, abwechslungsreich und ein Jahr nach dem tragischen Tod des deutschen Vielseitigkeitsreiters Benjamin Winter glücklicherweise ohne jegliche ernste Zwischenfälle.

Notbremse nach Beihnahe-Sturz im Teich

Gewaltig stockte dem Publikum allerdings bei Michaels Jungs Geländeritt auf Fischer-Rocana der Atem – ausgerechnet an einem im flotten Galopp zu durchreitenden Wasserhindernis namens Meßmer-Teich, einem Heide-Hotspot, der entlang der Strecke deutlich die meisten Zuschauer anlockte: Soeben noch bravourös ins flache Wasser hineingesprungen, kam die zuletzt in Kentucky in der Viersterne-Vielseitigkeit siegreiche zehnjährige Stute beim zweiten Galoppsprung ins Straucheln. Die Ituango-Stute tauchte erst mit den Nüstern, dann sogar mit den noch immer gespitzten Ohren unter Wasser und rappelte sich in letzter Sekunde gerade noch so auf. Michael Jung balancierte im klitschnassen Sattel den Beinahe-Sturz inmitten des Teiches akrobatisch aus und zog mit den Zügeln blitzartig links abwendend die Notbremse. Bis dorthin fehlerfrei, wäre ein Weiterritt denkbar gewesen. Doch der 32-Jährige hob spontan die Hand. Freiwillige Aufgabe vor Wasser-Aussprung Nummer 17b. „Eine Trainingsrunde braucht dieses Pferd ja nicht mehr“, sagte der Altheimer, der für seine Entscheidung des Nichtweiterreitens vom fachkundigen Publikum viel Applaus erhielt.

Wer derweil Michael Jung und La Biosthetique Sam sehen wollte, musste unbedingt zu Prüfungsbeginn an der Strecke stehen. Das Erfolgsduo, 2009 feierten Reiter und Pferd an selber Stätte gemeinsam ihren jeweils ersten Viersterne-Sieg, musste gleich zu Beginn ran. Wahrlich keine leichte Aufgabe, zumal der Streckenverlauf zwar gleich blieb, aber genau spiegelverkehrt verlief. „Die Linienführung wurde komplett umgedreht und die Hindernisse so positioniert, dass die Reiter gezwungen waren, das Tempo davor zu reduzieren“, erläuterte Martin Plewa, der technische Delegierte des Turniers.

Reitsport: Michael Jung reitet in Luhmühlen mit Sam auf Platz drei und geht mit Rocana baden
Kamen auf einen starken dritten Platz bei der Viersterne-Vielseitigkeit in der Lüneburger Heide: der Altheimer Doppelolympiasieger Michael Jung auf seinem Paradepferd La Biosthetique Sam.Bild: fh

Erstmals sind in Luhmühlen an vielen Hindernissen Sicherheits-Elemente wie Safety-Pins und MIM-Clips zum Einsatz gekommen. Das berichtete Martin Plewa, der technische Delegierte des Turniers. Dank der Unterstützung durch die Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport finden diese Elemente zunehmend Verbreitung auf Geländestrecken. Beim heftigen Touchieren mit entsprechend hohem Druck kommt es zum Abklappen des bislang stets festen Hindernisses. „Die Strecke war freundlich-fair, aber wir Reiter durften sie dennoch nicht unterschätzen“, sagte Siegerin Ingrid Klimke. Trotz des Wasser-Stolperns auf der unverletzt gebliebenen Fischer-Rocana äußerte sich Michael Jung ähnlich. Sein Stan the man-Nachkomme sei diese Viersterne-Prüfung gelaufen, als wäre es eine Trainingseinheit gewesen. „Gefühlt hätte ich Sam drei Mal durch das Gelände reiten können“, sagte Michael Jung mit einem Augenzwinkern, „die ganze Strecke hat einfach nur Spaß gemacht.“

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23.06.2015, 12:00 Uhr

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