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Wie Woodstock auf dem Sauwasen

Rekord: 456 Starter/innen beim zehnten 24-Stunden-Lauf

24 Stunden laufen, und das am Samstag bei 33 Grad im Schatten: „Die Hitze war schlimm“, sagten die Läufer übereinstimmend. Aber der VfL Dettenhausen hatte vorgesorgt und für Abkühlung gesorgt.

20.07.2014
  • Matthias Reichert

Dettenhausen. Die meisten Teilnehmer campten über Nacht. Der Parkplatz am Sportgelände im Sauwasen verwandelte sich in eine Zeltstadt. „Das war ein richtiges Woodstock-Feeling“, freute sich VfL-Pressesprecher Thomas Listl. „Bei diesen Temperaturen reicht ja auch eine Matte und ein Dach drüber.“

Alles hat geklappt, viele der 30 Helfer ackerten 24 Stunden nonstop. Auch Vereinsboss Joachim Hauser, der den Lauf vor zehn Jahren erfunden hatte. Nur: „Parkplatztechnisch müssen wir künftig ein paar Leute abstellen“, sagte Hauser. Denn der Andrang war gewaltig. Mehr als 500 Läufer und Läuferinnen hatten gemeldet. Schließlich gingen exakt 456 Starter auf die 1,65 Kilometer lange Strecke. So viele, wie nie zuvor. „Eine neue Dimension“, freute sich Listl.

Jede/r lief, so viel er konnte. Gezählt wurden zurückgelegte Runden. „Um 7.10 Uhr bin ich ausgestiegen“, berichtete Ronald Schneider aus Sindelfingen. „Die Hitze war diesmal schlimm, aber für den siebten Platz hat es noch gereicht.“ Schneider macht gewöhnlich drei Marathon-Läufe im Jahr mit, „und dazu kleinere Veransstaltungen wie Halbmarathon und Zehn-Kilometer.“

Rekord: 456 Starter/innen beim zehnten 24-Stunden-Lauf
24 Stunden – auch bei drückender Hitze: Mit 456 Startenden stellt der VfL Dettenhausen einen neuen Rekord auf. Bild: Hantke

Johlende Läufer empfingen am Sonntag gegen halb zehn Uhr jeden Kollegen und jede Kollegin, die eine weitere Runde schafften. Es ging wie gewohnt über die „Eckberg-Gerade“ und den „Monte Schützenhaus“ auf den „Holzweg“ und ins „kalte Loch“. Am „Schinderbuckel“ war der Name Programm; anschließend begann die Stadionrunde im „VfL-Tempodrom“. Kurz vor Schluss um zehn Uhr schickte Hauser alle Starter/innen auf eine Ehrenrunde, die nicht mehr gewertet wurde.

Besonders laut feuerte eine Gruppe in weiß-schwarzen Trikots ihre Mitläufer an. „Wir kommen von Bosch in Leinfelden“, berichtete Klaus Kurrle. Zu zwölft seien sie als Werksmannschaft angetreten. „Zum ersten Mal.“ Mit dabei am Start: Der Schweizer Bosch-Kollege Simon Leutenegger aus dem Werk in Solothurn. Er ist extra angereist. Ihm gefiel’s sehr gut. „ein toller Anlass“, lobte er. Kollege Kurrle sagte zur Hitze lapidar: „Samstagmittag war es schlimm, aber über Nacht und am Sonntagmorgen war es klasse.“

Rekord: 456 Starter/innen beim zehnten 24-Stunden-Lauf
Vater Janos und Sohn Adam Zahoran. Bild: Reichert

Schon im Vorjahr war es sehr heiß. So hatte der VfL diesmal eine neue, der Trinkwasserverordnung entsprechende, Wasserleitung gelegt und viele Pappbecher besorgt. So fiel das anstrengende Kanisterschleppen weg. Und sie hatten eine kalte Dusche aufgestellt. Natürlich sei die Hitze anstrengend, gab Organisator Hauser zu. „Aber das ist auch ein gewisser Reiz. Viele laufen hier mit, um neue Erfahrungen über sich zu machen. Und sie suchen gerade solche Grenzerfahrungen.“

Der 24-Stunden-Lauf bleibt fest in ungarischer Hand. Im Vorjahr hatte Adam Zahoran noch mit neuem Streckenrekord gewonnen, sein Vater Janos wurde damals Zweiter. Diesmal machte der Sohn nur einen Trainingslauf, und der Vater siegte: Janos Zahoran lief 123 Runden oder 203 Kilometer, das waren nur zwölf Kilometer weniger als sein Sohn im Vorjahr schaffte. Der 54-Jährige kommt aus Békéscsaba: er besucht gerade mit seiner Frau den halb so alten Sohn, der in Bamberg als Geologe arbeitet. „Letztes Jahr war es fast genauso heiß, aber diesmal war es noch schlimmer“, meinten Vater und Sohn nach dem Rennen zum TAGBLATT. Den zweiten und dritten Platz holten zwei Frauen: Sabine Engel aus München lief 107 Runden und legte dabei 176 Kilometer zurück. Und Brigitte Mollnar aus dem hessischen Gustavsburg erreichte 100 Runden und damit 165 Kilometer. mre

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20.07.2014, 12:00 Uhr

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