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Bilanz

Rennautos, Ritter und Saurier

Allein die beiden Stuttgarter Automuseen kamen 2016 zusammen auf 1,2 Millionen Besucher. Wie lief's für die anderen großen Häuser?

20.01.2017
  • BARBARA WOLLNY

Stuttgart. Die Museumsdichte in Baden-Württemberg ist hoch, in der Landeshauptstadt noch höher. Das Statistische Landesamt listet 43 „Museen und museumsähnliche Einrichtungen“ auf, die jährlich zusammen über drei Millionen Besuche verzeichnen. Die größten Frequenzbringer 2016 im Überblick.

Mercedes-Museum: Mit 820 000 Besuchern – sechs Prozent mehr als 2015 – war das Mercedes-Museum in Bad Cannstatt im vergangenen Jahr wieder der Spitzenreiter unter den Stuttgarter Museen. Vor allem bei Touristen ist die Autoschau beliebt: 57 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland, jeder zehnte aus China. Vor allem die Sonderveranstaltungen zum zehnten Geburtstag des Museums waren 2016 gut besucht. In diesem Jahr soll der „Pop Sommer“ der Höhepunkt werden. Der Vorverkauf für die Konzerte Ende Juni hat bereits begonnen. Im zweiten Halbjahr eröffnet eine Sonderausstellung zur 50-jährigen Geschichte von AMG, der Manufaktur, die Mercedes-Modelle auf Höchstleistung trimmt.

Porsche-Museum: Auch Porsche setzt auf Speed. Im März wird eine Sondershow zur Rallyel-Legende Walter Röhrl eröffnet, im Juli steht das Allradfahren im Fokus. Im vergangenen Jahr zählte das Haus 441 000 Gäste, darunter den dreimillionsten Gast seiner Geschichte – einen Australier. Unter anderem wurden 2016 die legendären „Transaxle“-Modelle in einer Sonderausstellung gewürdigt.

Staatsgalerie: So wichtig wie die Mona Lisa für den Louvre sind Monets „Felder im Frühling“, das „Mittagsgebet bei der Ernte“ von Theodor Schüz und der Picasso-Raum für die Staatsgalerie. Vor allem wegen dieser Werke wird das Haus besucht. 354 000 Besucher kamen 2016 – 20 000 weniger als 2015, als die Schlemmer-Ausstellung die Massen anzog. Gerade ist mit der Bacon-Schau eine der teuersten Ausstellungen zu Ende gegangen, die je im Haus gezeigt wurden. 2017 erwarten Kunstliebhaber spätimpressionistische Gemälde eines Schweizer Sammlerpaares, flankierend zeigt das Grafikkabinett japanische Farbholzschnitte, die vielen der Impressionisten als Vorbild dienten. Gegen Ende des Reformationsjahrs werden die Werke des „Meisters von Meßkirch“ präsentiert.

Turmforum: Mit 260 000 Besuchern (10 000 mehr als 2015) zählt auch das Turmforum zum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm zu den gut frequentierten Ausstellungen in Stuttgart. Regelmäßig werden Führungen über die S-21-Bausstellen veranstaltet, im Turm selbst kann man mit einer 3D-Brille den Tunnelbau sozusagen beinahe live miterleben.

Naturkundemuseum: Große Anziehungskraft bewies 2016 das Naturkundemuseum. Mit 240 000 Besuchern kamen 20 000 mehr als im Vorjahr in die zwei Häuser am Rosensteinpark. Das Museum, das 2016 sein 225-jähriges Jubiläum feierte, zog mit der Landesausstellung „Naturdetektive“ viele Familien und Kinder an. Dieses Jahr geht es wissenschaftlicher zu: Bis März sind noch Millionen Jahre alte Fischsaurier-Fossilien aus Holzmaden zu sehen. Ab Oktober werden die Einflüsse von Naturphänomenen auf Architektur und Technik im Mittelpunkt stehen.

Landesmuseum: Laut und lustig wird es ab Oktober im Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss. Die große Mitmachausstellung für Kinder und Familien ist dem Thema „Die Ritter. Leben auf der Burg“ gewidmet. Auf 1000 Quadratmetern können eine Stauferburg belagert, die Knappenprüfung abgelegt und Kettenhemden anprobiert werden. Momentan zieht die Landesausstellung „Die Schwaben. Zwischen Mythos und Marke“ Zehntausende ins Schloss. Neben Kunstschätzen der Region werden typisch schwäbische Eigenschaften wie Fleiß, Sparsamkeit oder Putzwut dargestellt und hinterfragt. Insgesamt schauten im vergangenen Jahr 200 700 Besucher vorbei.

Kunstmuseum: Im Kunstmuseum zahlt eine japanische Textilkette am ersten Aprilwochenende die Eintrittskarten: Die Partnerschaft mit Uniqlo wird neue Besuchergruppen in das Museum bringen, zeigt sich Direktorin Ulrike Groos überzeugt. Das inzwischen zwölf Jahre alte Haus, die ehemalige Galerie der Stadt Stuttgart, zeigt in seinem architektonisch spektakulären Glaskubus am Kleinen Schlossplatz die städtische Kunstsammlung und 2017 sechs große Ausstellungen zur Gegenwartskunst. Mit knapp 170 000 Besuchern freut sich das Haus über einen Zuwachs von 8000 Gästen.

Haus der Geschichte: Im Haus der Geschichte lassen sich die Besucher derzeit gern mit einem Oscar fotografieren. Der echte allerdings steht hinter Glas. Ihn hat der gebürtige Laupheimer Carl Laemmle 1930 für seinen Film „Im Westen nichts Neues“ bekommen. 2016 haben sich 125 000 Besucher für die Angebote des Hauses interessiert – wegen Sanierungsarbeiten konnte seinerzeit keine Sonderausstellung gezeigt werden. Das macht die Schau zum Hollywood-Pionier derzeit wett. Im Winter wird sie von einer Ausstellung zu den turbulenten 60er Jahren in Deutschland abgelöst.

Linden-Museum: Im völkerkundlichen Linden-Museum in der Hegelstraße geht es bei der Sonderausstellung „Oishii!“ noch bis April um japanische Ess- und Trinkkultur. 67 000 Menschen haben das Haus 2016 besucht. Mitte Oktober startet die Ausstellung „Hawaii“. „Es ist überraschend, wie Riten und Bräuche der kleinen polynesischen Inselgruppe weltweit Trends und Moden von heute beeinflussen“, sagt Sprecher Martin Otto-Hörbrand. Dazu zählen Surfen, Tätowieren oder Kanufahren.

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20.01.2017, 06:00 Uhr

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