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Retromode beim Motor-Mobil-Museumsfest im Boxenstop

Rennfieber im Bobbycar

Auch eine Göttin in Schwarz erschien am Sonntag in der Brunnenstraße: eine Citroën DS 21. Fast unbemerkt, denn die Besucher des Boxenstop-Museumsfestes waren vom Rennfieber befallen: Das Bobbycar-Rennen lief auf Hochtouren.

03.06.2012
  • Fred Keicher

Tübingen. Sechzig Jungen und Mädchen gingen in drei Altersklassen an den Start des Bobbycar-Rennens. Bei dem ist im Unterschied zur Formel 1 der Reifenabrieb minimal, der an den Schuhen aber riesig. In sieben Sekunden schaffte Kim Vollmer den Parcours in der Gruppe der Siebenjährigen und älter. Viel langsamer waren die Jüngeren auch nicht. Bei den Fünf- und Sechsjährigen war Kai Lennart Fetzer Erster mit zehn Sekunden, sein kleiner Bruder bei den Drei- und Vierjährigen war nur eine Sekunde langsamer.

Ein Glück, dass derweil die Radfahrer ihre Retro-Zweiräder in Sicherheit gebracht hatten. Gegen elf Uhr starteten 45 Radler, die meisten modisch dem Baujahr ihres fahrbaren Untersatzes angepasst, zu einer 25 Kilometer langen Fietsen-Tour, die auf die Härten hinauf und über Wankheim zurück in die Brunnenstraße führte (Fietsen ist Holländisch für Fahrrad).

Rennfieber im Bobbycar
Gestartet wird in der Brunnenstraße zum Bobbycar-Rennen, wenn die schwarz-weiße Fahne hochgerissen wird. Gefahren wird mit allem, was rollt.

Die Zweiräder selber gaben einen tiefen Einblick in die deutsche Industriegeschichte: Triumphwerke Nürnberg, Adlerwerke Frankfurt und Miele Gütersloh. Von NSU Neckarsulm war ein Weltkriegsmodell dabei, 1944 gab es keinen Chrom, nur schwarze Farbe.

Horst Hummel aus Mehrstetten hat seinem Rad aus den Ingo Werken, Baujahr 27, wieder Holzschutzbleche angepasst. Sein Bruder Erich aus Gutenberg hat sein Triumph-Fahrrad fast entweiht. An der Stange baumelt eine Leinentasche mit Bierflaschen: Zwiefalter Abt. Sonst werden an den Fahrrädern nur Ledertaschen geduldet und an den Radfahrern nur Knickerbockerhosen.

Rennfieber im Bobbycar
Auch eine Göttin in Schwarz erschien am Sonntag in der Tübinger Brunnenstraße: eine Citroën DS 21 - DéEsse, französisch für Göttin.

Sanft schwebte von der Old- und Youngtimer-Rundfahrt die schwarze Göttin ein: ein schwarzer Citroën DS 21 (DéEsse, Französisch für Göttin). Sonst scheinen Oldtimerfahrer Modelle mit kräftigem Sound zu bevorzugen. Triumph-Zweisitzer, Alfa-Romeos und Porsches natürlich. Richard Stark aus Pforzheim kam mit einem märchenhaft glänzenden Porsche. Das soll ein Oldtimer sein? Ja, sagt er, der ist schon 36 Jahre alt. Aber vor drei Jahren hat der Lackiermeister ihn umlackiert. Die neue Farbe heißt Orientrot. „Manchmal“, sagt er, „da sieht man Modelle, die sind nicht so gepflegt. Das tut einem dann weh.“

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03.06.2012, 12:00 Uhr

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