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"Lukullisches Triple" für das Genießerland

Restaurantführer vergibt hohe Auszeichnungen an Spitzenkräfte aus Baden-Württemberg

Die deutsche Gastroszene wird weiterhin von Baden-Württemberg dominiert. Die gestrengen Fachleute des Restaurantführers Gault & Millau fanden im "Genießerland" in drei Kategorien die Besten der Branche.

10.11.2015
  • HANS GEORG FRANK

Ludwigsburg Das Trüffelöl in der Tomaten-Pinienkern-Vinaigrette - "ein No-Go in der Spitzengastronomie" - brachte ihm letztes Jahr noch einen Rüffel ein. Mittlerweile hat sich Paul Stradner (34), Küchenchef im vornehmen Brenners Parkhotel in Baden-Baden, offenbar keinen Fehler mehr geleistet. Denn die Vorkoster des Gourmetführers "Gault & Millau" haben den Österreicher zum "Aufsteiger des Jahres" ausgerufen. Der Kärntner, seit August 2012 in Baden-Baden, mit zwei Sternen von Michelin geadelt, könne erprobten Aromenkombinationen "einen neuen Kick verleihen, ohne dabei ins Modische zu verfallen", lautete die Begründung der Jury.

Die Auszeichnung wurde gestern Abend im Schlosshotel Monrepos bei Ludwigsburg verliehen. Diese Herberge ist seit Januar 2014 ein Ableger des Hotels Traube in Baiersbronn-Tonbach. Deren Besitzer Heiner und Renate Finkbeiner konnten ihrer Lorbeergalerie einen weiteren Titel hinzufügen: "Hotelier des Jahres". Das seit 1976 verheiratete Paar leitet mit zwei Söhnen und einer Tochter eines der besten Hotels der Republik. Das Haus der Kategorie Fünf Sterne Superior ist aus einer 1789 eröffneten Vesperstube für Waldarbeiter hervorgegangen.

In der "Schwarzwaldstube" führt der gerade 60 Jahre alt gewordene Harald Wohlfahrt das Kommando am Herd. Er steht seit 1976 sowohl bei Gault & Millau, als auch bei Michelin an der Spitze. Bei Wohlfahrt hat auch Paul Stradner von 2002 bis 2009 sein Können verfeinert.

Aus dem Schwarzwald stammt ebenfalls der "Koch des Jahres". Peter Maria Schnurr ist vor 46 Jahren in Forbach (Kreis Rastatt) geboren, seit 2005 animiert er die Brigade im Leipziger Restaurant "Falco" zu Höchstleistungen. Die Küche im 27. Stock des Hotels Westin zeichne sich aus durch einen "ebenso kraftvollen wie eigenständigen Stil", erklärten die Juroren ihr Urteil. Bei Michelin erfreut sich Schnurr gleichfalls großer Wertschätzung, hat er doch mit seinem Team 2008 die ersten zwei Sterne für ein Lokal in den neuen Bundesländern erkocht - bis heute eine unangefochtene Spitzenstellung.

Der für die Nahrungsaufnahme auch in gehobener Form zuständige Landesminister Alexander Bonde (Grüne) wertete die Ehrungen als "lukullisches Triple für die Genuss-Hochburg Baden-Württemberg" und als "Triumph der feinen Küche". Am kommenden Donnerstag dürfte Bonde erneut jubeln, wenn Michelin seine Sterne über dem Südwesten aufgehen lässt. Einen Vorgeschmack hat es gestern schon gegeben. Erstmals hat die Redaktion mit Sitz in Karlsruhe einen eigenen Führer mit "Bib Gourmand"-Adressen aufgelegt. Die Bezeichnung steht für "eine gute, häufig regional geprägte Küche, die mit einem besonders günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis kulinarische Genüsse auch für kleinere Budgets ermöglicht". Mit 151 Lokalen - von insgesamt 469 in Deutschland, davon 109 in Bayern - hat Baden-Württemberg auch hier die Nase vorn.

Restaurantführer vergibt hohe Auszeichnungen an Spitzenkräfte aus Baden-Württemberg
"Aufsteiger des Jahres": Der Kärntner Paul Stradner, Koch im Brenners Park-Hotel in Baden-Baden, hat die Vorkoster von "Gault & Millau" überzeugt. Foto: dpa

Gourmetbibeln Die französischen Journalisten Henri Gault und Christian Millau haben 1969 ihren ersten Restaurantführer veröffentlicht, ab 1983 folgten Ausgaben für Deutschland. Bewertet wird nach dem System französischer Schulnoten mit maximal 20 Punkten, prinzipiell werden aber nur 19,5 vergeben. Das Urteil ist ausführlich und deutlich begründet. Der „Guide Michelin“, seit 1964 in Deutschland auf dem Markt, vergibt maximal drei Sterne, auf eine Begründung wird verzichtet. hgf

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10.11.2015, 12:00 Uhr

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