Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Fitmachen für den Einsatz im Tunnel

Reutlinger Feuerwehr übernimmt Mitte November die Verantwortung für das Achalm-Projekt

Der Scheibengipfeltunnel wird seit zwei Wochen bergmännisch in die Achalm getrieben. Da ist nun auch die Reutlinger Feuerwehr gefordert: Sie übernimmt während der Bauphase die Aufgabe der Rettungswehr.

25.10.2012
  • Thomas de Marco

Reutlingen. Bislang konnte die Wehr nur eine Eindringtiefe bis maximal 200 Meter abdecken. Das reicht für den Tunnel, der 1620 Meter unter der Achalm durchführen wird, logischerweise bei weitem nicht aus. Mitte September beschloss deshalb der Gemeinderat, dass die Feuerwehr, die 2016 nach Fertigstellung des Projekts ohnehin für den Tunnel-Brandschutz zuständig ist, während der Bauarbeiten zur Rettungswehr wird und entsprechend ausgerüstet zu sein hat.

Spätestens am 19. November muss die Wehr einsatzbereit sein. „Der Termin wird eingehalten“, erklärt Reutlingens Stadtbranddirektor und Feuerwehrkommandant Harald Herrmann. Die Langzeitatemschutz-Ausbildung (siehe unten) sei weitgehend abgeschlossen, die Führungskräfte werden aber erst im Februar an der International Fire Academy in der Schweiz geschult. „Das ist aber kein Problem, denn der Tunnel ist noch lange nicht bei 200 Metern im Berg angekommen“, betont Herrmann.

Die Kosten für die Rettungskonzeption werden auf etwa 950.000 Euro beziffert. Die Münchner Tunnelbau-Firma Max Bögl übernimmt davon 455.000 Euro, das Regierungspräsidium Tübingen 105.000. Bleiben rund 300.000 Euro, die auf die Stadt Reutlingen zukommen. Dabei spricht der Stadtbranddirektor von einer Win-Win-Situation: Denn hätte sich die Reutlinger Wehr auf ihre Verantwortlichkeit für den fertigen Tunnel alleine vorbereiten müssen, also ohne die Synergie-Effekte durch ihre aktuelle Aufgabe als Rettungswehr, dann wären Kosten von 450.000 Euro auf die Stadt zugekommen, sagt Herrmann.

In den vergangenen zwei Monaten hat die Reutlinger Feuerwehr ihr Konzept für Einsatz, Technik, Taktik und Ausbildung erarbeitet und mit dem Regierungspräsidium sowie der Landesbergdirektion abgestimmt. „In Baden-Württemberg gibt es sehr wenige Feuerwehren mit Langzeitatmungsgeräten“, sagt Herrmann.

Reutlinger Feuerwehr übernimmt Mitte November die Verantwortung für das Achalm-Projekt
Atemluft für bis zu vier Stunden: Die Reutlinger Feuerwehr hat für den Brandschutz im Scheibengipfeltunnel 20 Langzeitatmungsgeräte angeschafft.

Weil der Haupttunnel wie auch der Flucht- und Rettungstunnel parallel in den Berg getrieben werden, muss für jede Röhre jeweils ein Trupp (ein Führer und drei Einsatzkräfte) unter Langzeitatmungsschutz verfügbar sein. Zusätzlich muss ein Sicherheitstrupp in gleicher Stärke bereitstehen. Das bedeutet für die Reutlinger Feuerwehr, dass sie ständig mindestens zwölf Rettungskräfte einsatzbereit halten muss. Deshalb muss eine fünffache Besetzung der Trupps durch die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr gesichert sein. Derzeit werden etwa 60 Berufsfeuerwehrleute und 60 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr geschult. Alle, die für den Langzeitatemschutz-Einsatz (bis zu vier Stunden) vorgesehen sind, müssen einen speziellen Lehrgang absolvieren und jährlich mindestens eine Wiederholungsprüfung machen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

25.10.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball