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Weniger Delikte im Stadtgebiet

Reutlinger Polizei zieht Bilanz für 2014: Nur Einbrüche und Betrugsfälle steigen

Zum sechsten Mal in Folge darf sich Reutlingen als „sicherste Großstadt in Baden-Württemberg“ wohlfühlen. Die Anzahl begangener Straftaten ging 2014 stark zurück. Wohnungseinbrüche und Trickbetrüge häufen sich dennoch.

30.06.2015
  • Maik Wilke

Reutlingen. Mit 6700 begangenen Straftaten bezifferte das Polizeirevier Reutlingen die niedrigste Anzahl an Fällen seit 1995. „Wir sind auf einem guten Weg“, erklärte daher auch Martina Kaplan vom Präventionsreferat bei der Vorstellung des Kriminalitätslageberichts vergangene Woche im Finanzausschuss. Bei der Statistik werden die Anzahl der Fälle im Verhältnis auf 100 000 Anwohner berechnet, so dass ein gut vergleichbares Ergebnis herauskomme. Selbst bundesweit hat nur die Stadt Fürth einen besseren Wert. „Allerdings haben wir in Reutlingen auch kein so großes Ballungszentrum wie beispielsweise Mannheim, in dem sich die Straftaten zwangsläufig etwas häufen.“

Dennoch gebe es weiterhin Schwerpunktthemen, die die Polizei beschäftigen. Im Vergleich zu 2013 (96 Fälle) habe es im vergangenen Jahr mehr Einbruchsdiebstähle gegeben (106). Allerdings liege der Anstieg laut Kaplan deutlich unter dem landesweiten Schnitt. Zudem sei der Anteil an Versuchen, bei denen letztendlich nichts gestohlen wurde, mit 42 Prozent sehr hoch. „Wir arbeiten in diesem Bereich viel in der Vorsorge“, erklärt Kaplan.

Passanten werden bei Bettlern vorsichtiger

Mit Informationsveranstaltungen zur richtigen Sicherung des eigenen Heims, Beratungen vor Ort und Präventionseinsätze in „Brennpunktvierteln“ versuche die Polizei der Problematik vorzubeugen. Aber auch das soziale Umfeld sei bei Einbrüchen gefragt: „Lieber einmal mehr unsere Nummer anklingeln“, rät Kaplan daher aufmerksamen Nachbarn.

Schwierig sei laut Michael Simmendinger das Vorgehen gegen Bettler und Trickbetrüger. Der Leiter des Polizeireviers Reutlingen unterscheidet dabei zwei Gruppen: Den singenden Frauen in der Wilhelmstraße geben die Passanten meistens gar keine Almosen mehr, da sie wissen, dass dieses Geld in anderen Händen lande. Auch gegenüber Trickbetrügern, die mit Zetteln in der Hand nach Kleingeld fragen und dann Scheine aus den Börsen greifen, seien die Bürger vorsichtiger geworden. Bei beide Gruppen käme die Polizei aber nur schwer an die Hintermänner heran.

Erfreulich ist, dass es weniger Fälle von Sexualdelikten (58) und Körperverletzungen (789) gegeben habe, berichten die Vertreter der Polizei. Dafür sei die Anzahl an „politisch motivierten Straftaten“ leicht gestiegen – mit einem erkenntlichen Trend: 2013 wurden noch 24 von insgesamt 35 sogenannten Staatsschutzdelikten von der rechten Szene begangen. Im vergangenen Jahr dagegen ist die Zahl auf 10 Fälle gesunken, dafür kamen 35 Straftaten aus der linken Szene (2013: 10). Simmendinger schränkt jedoch gleich ein, dass es sich hier vor allem um Farbschmierereien handle als Reaktion auf die geforderte Schankerlaubnis fürs Jugendzentrum Zelle.

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30.06.2015, 12:00 Uhr

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