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Ricky

In François Ozons Sozialmärchen wachsen dem Baby einer Unterschichts-Familie wundersamerweise Flügel.

In François Ozons Sozialmärchen wachsen dem Baby einer Unterschichts-Familie wundersamerweise Flügel.

Ricky

© null 01:21 min

RICKY
Frankreich

Regie: François Ozon
Mit: Alexandra Lamy, Sergi López, Mélusine Mayance, Arthur Peyret

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.11.2015
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Mein Baby ist ein Engel – den Satz würde wohl jede junge Mutter unterschreiben. Bei Katie (Alexandra Lamy) liegen die Dinge allerdings etwas komplizierter. Ihrem Säugling wachsen tatsächlich Flügel – erst fleischig kahle wie bei einem Hähnchen im Kühlregal, später bekommt dieser Ricky prächtiges Gefieder. Alsbald hebt der Kleine sogar ab in die Lüfte – wenn auch anfangs recht unbeholfen wie eine Monstermotte im Funzellicht.

François Ozon, der diesen rätselhaften Film nach einer Kurzgeschichte der Britin Rose Tremain erschaffen hat, ist immer für eine Überraschung gut. In das schon stattliche Werk des 41-jährigen Franzosen fallen ein schräges Krimimusical („8 Frauen“) und ein rückwärts erzähltes Ehedrama („5x2“). Aber ein fliegendes Baby – das ist schon ein einzigartig starkes Stück.

Dabei beginnt die Sache ganz bodenständig als Sozialdrama. Katie ist eine allein erziehende Fabrikarbeiterin, die mit ihrer kleinen Tochter in einem verratzten Wohnsilo am Stadtrand haust. Nach einem Quickie wird sie schwanger von ihrem Fließband-Kollegen Paco (Sergi López), einem behaarten Spanier, der auch sogleich bei ihr einzieht. Doch nach der Geburt des Babys bricht die Beziehung auseinander. In diese trostlose Situation platzt das Wunder.

Während den Ärzten die Augen überquellen und die Medienmeute außer Rand und Band gerät, macht Katie jedoch nicht viel Aufhebens um den aus der Art geschlagenen Knaben. Sie liebt und pflegt ihr Baby inniglich und schirmt es mit dem Töchterlein als Komplizin gegen jedes von außen drohende Unheil ab. Somit dürfen wir den Film wohl als allegorisch verpackte Ode an die Mutterliebe interpretieren, die sich auch und gerade in extremen Situationen bewährt.Das dünkt freilich ein bisserl wenig Gehalt für eine so verwegen konstruierte Geschichte – zumal die Charaktere um das Wunderbalg herum nicht besonders ausgefeilt sind.

Immerhin nimmt Ozon das Mirakel nicht über Gebühr ernst und vermeidet jeglichen Drift ins Spirituelle. Stattdessen gibt es immer mal wieder was zu Lachen, etwa bei Rickys unverhofftem Aus-Flug unters Dach eines Supermarkts samt hysterischem Gekreisch der Kundschaft: „Wo gibt es diese ferngesteuerten Babys zu kaufen?“

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 21.07.2009, 12:00 Uhr

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