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Mehr als 80 Tiere im Alb-Donau-Kreis getötet

Rinderherpes: 34 Betriebe gesperrt

Im Alb-Donau-Kreis ist das Virus Rinderherpes in vier Betrieben festgestellt worden. Mehr als 80 Tiere wurden getötet, 30 Höfe vorsorglich gesperrt.

06.04.2016
  • THOMAS STEIBADLER

Alb-Donau-Kreis. Baden-Württemberg gilt seit Oktober 2015 als frei vom Rinderherpes-Virus BHV1 (Bovines Herpesvirus Typ 1). Dieser von der EU bestätigte Status ist für Landwirte, die Rinderzucht und -mast betreiben, enorm wichtig. Denn viele Regionen, Länder und Staaten akzeptieren ausschließlich Rinder aus BHV1-freien Gegenden. Umso aufmerksamer beobachten die Landwirte die aktuelle Entwicklung im Alb-Donau-Kreis.

In vier Betrieben sind bei Blutuntersuchungen Antikörper gegen das Virus festgestellt worden. Die Veterinärbehörde hat die Betriebe deshalb bereits Ende vergangener Woche gesperrt: Kein Kalb, keine Kuh, kein Ochse und kein Stier darf auf den Hof gebracht oder vom Anwesen abtransportiert werden.

In zwei Fällen müssen dem Landratsamt zufolge alle Rinder, insgesamt 82 Tiere, getötet werden. Fast alle dieser Rinder hätten Antikörper gegen das Herpesvirus gebildet, das bedeute, dass sie erst kürzlich infiziert worden seien, erläutert Dr. Hans-Joachim Butscher, Leiter des Fachdienstes Verbraucherschutz, auf Anfrage. Die Gefahr, dass der Erreger weiterverbreitet werde, sei daher besonders groß.

Die Quelle der Infektionen ist Butscher zufolge identifiziert: Die vier Höfe gehören zu den Kontaktbetrieben eines landwirtschaftlichen Betriebs in Zwiefalten-Sonderbuch (Kreis Reutlingen), in dem im März Rinderherpes-Infektionen festgestellt wurden. Schuldzuweisungen sind Butscher zufolge aber fehl am Platz, "niemand verschleppt das Virus bewusst". Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, hat das Landratsamt vorsorglich 30 weitere Betriebe ebenfalls gesperrt. Diese befinden sich im Umkreis von je einem Kilometer um die vier Höfe mit Rinderherpes-Infektionen. In diesen 30 Kontaktbetrieben sei bislang kein BHV1-Fall aufgetreten, sagt Butscher. Entwarnung könne aber frühestens in einigen Wochen im Anschluss an mindestens eine Nachuntersuchung gegeben werden.

Für den Menschen ist das Rinderherpes-Virus ungefährlich, betont Bernd Weltin, Sprecher des Landratsamts Alb-Donau. Das Fleisch der geschlachteten infizierten Tiere kann deshalb verkauft werden. Die betroffenen Landwirte können auch bei der Tierseuchenkasse, für die sie Beiträge bezahlen, Entschädigungen beantragen.

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06.04.2016, 06:00 Uhr

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