Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Robbies Neue: Schwer erträglich
Groß gedacht, aber zu leicht: Robbie Williams' neues Album. Foto: Sony Music
Pop

Robbies Neue: Schwer erträglich

Robbie Williams trägt mit der neuen Platte „The Heavy Entertainment Show“ leider deutlich zu dick auf.

07.11.2016
  • UDO EBERL

London. Gerne hat man mit Robbie Williams seine Neurosen durchlitten, hat sich von seinen Ego-Shootings schmunzelnd durchlöchern und sich sogar den nackten Hintern zeigen lassen. Nun ist er wieder da, will sich in der britischen Heimat niederlassen, und genau so hört sich sein jüngstes Album „The Heavy Entertainment Show“ (Sony Music) an. Das Projekt USA hat er in die Tonne getreten, der britische Markt soll es richten, vielleicht die Deutschen und ein paar Russen, die sich nach „Party Like A Russian“ nicht an den Kopf fassen.

Klaro, uns Robbie wird wissen, wie man mit Oligarchen die Maßlosigkeit zelebriert, aber hofft man im Titelsong noch, dass der sich zum Retter der Pop-Qualität erhöhende Sänger die gebündelte Opulenz als extrem ironische Brechung verstanden wissen will, wird einem bei der Russenparty so flau wie nach einer durchzechten Wodka-Nacht. Während hier Prokofjew verwurstet wird, müssen später noch die Killers oder Gitarrenlinien von Coldplay herhalten, vor allem aber verlieren sich Robbie und Produzenten in der Reproduktion des selbst schon Dargebotenen.

„Love My Live“, ein Song voller glücklich machender Mantras fürs Pop-Volk ist einfach nur grausam, über „Bruce Lee“ legt man besser den Karate-Anzug des Schweigens. Aber: Man mag sie einfach, diese Stimme. Vielleicht auch nur, weil man sich so an sie gewöhnt hat. Allerdings kommen zu verbrauchten Mustern zu viele unerträgliche Textzeilen und in den Arrangements der Hang zur Überzuckerung hinzu. „Sensational“ bietet zwar beste größenwahnsinnige Crooner-Unterhaltung, und „Hotel Crazy“ ist im Zusammenspiel mit Rufus Wainwright etwas gegen den Strich, aber in erster Linie wollte Guy Chambers, mitverantwortlich für die großen Hits, wohl endlich wieder alle Register ziehen und geht bisweilen in dieser Ego-Soße unter.

Ohne Frage werden Songs wie „Pretty Woman“ – zu Teilen aus der Feder eines Ed Sheeran – uns im Formatradio in den kommenden Monaten immer wieder begegnen, in der Summe bewegt sich diese Show aber doch am Rande der Erträglichkeit. Groß gedacht, am Ende doch für zu leicht befunden. Da steht einer Welttournee mit Fans, die in erster Linie die frühen Hits feiern und das Neue gelassen hinnehmen werden, nichts mehr im Wege. Die Nummer 1 in den englischen und deutschen Albumcharts ist sowieso bereits garantiert. Udo Eberl

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

07.11.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball