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Roboter zum Abheben
Lotse Spencer hat Test bestanden. Foto: @2016KLM
Spencer

Roboter zum Abheben

Von Frankfurt zum Flughafen Amsterdam Schiphol ist noch alles gut gegangen, jetzt aber geht es weiter nach Panama.

04.04.2016
  • TANJA WOLTER

Über die Lautsprecher kommt bereits der letzte Aufruf an die Passagiere, sich am Flugsteig einzufinden. Am Gate E02. Wo, bitte? Das E deutet auf "Pier E" in Halle 2 hin. Aber wer weiß das schon, wenn er es eilig hat. Ziemlich eilig sogar. . .

Spencer weiß es. Der Roboter, an dessen Entwicklung die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beteiligt war, kann Passagieren helfen, ihr Gate zu finden. Abschließende Tests in Schiphol hat der fahrende Lotse mit freundlichem Gesicht im Auftrag der niederländischen Airline KLM gerade erfolgreich absolviert. Nichts besonderes im Zeitalter der Robotik? Von wegen. Spencer ist zwar vorerst nur ein Prototyp, der noch einen menschlichen Aufseher braucht, wenn er interagiert. Dafür ist er nach Auskunft des Projektkoordinators Kai Arras, Juniorprofessor am Freiburger Institut für Informatik, "sozial kompetent". Heißt: Der Roboter kann erkennen, wer zu welcher Gruppe oder Familie gehört und so für Zusammenhalt sorgen. Auch boxt er sich nicht durch, sondern bewahrt selbst unter Zeitdruck Ruhe: Spencer spricht kaum, allenfalls ein gesittetes "excuse me" gibt er von sich, wenn jemand im Weg steht.

Wer brauche auch einen "gschwätzigen Begleiter", wenn es um Schnelligkeit und Effizienz geht, begründet Arras die Maulfaulheit des Roboters. Mit seinen Kameras und Sensoren ist Spencer vielmehr ein feinsinniger Beobachter. Die soziale Kompetenz erreicht er dadurch, dass er Menschen aufgrund Nähe, gemeinsamer Geschwindigkeit, Körperposen und Kopfrichtung einander zuordnen kann. Auch unterscheidet er zwischen Mann und Frau. Mit "Händchenhalten" kann er zwar nichts anfangen, aber mit typischen Geschlechter-Merkmalen. Die Technologie wurde zwar für KLM entwickelt. Laut Arras ist sie aber überall einsetzbar, wo soziale Regeln gelten. Haushalte oder den Straßenverkehr nennt er als Beispiele. Wenn ein Haushaltsroboter weiß, wer seine Mitbewohner sind und wann der Haussegen schief hängt, kann das in der Tat nicht schaden.

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04.04.2016, 06:00 Uhr

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