Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Neuer Headliner, altes Konzept

„Rock gegen Gewalt“ startet am kommenden Wochenende in der Kaserne

Vor zwölf Jahren organisierte das Haus der Jugend Marmorwerk das erste „Rock gegen Gewalt“ in Horb. Christian Ott, Leiter der Musikschule Lautpegel und Madeleine Wolf vom Jugendreferat beschlossen, dem Festival neues Leben einzuhauchen. Der Headliner „Sacrety“ aus Oberdorf musste aus gesundheitlichen Gründen absagen. Mit „Sinners in Rage“ aus Altensteig ist das Line-Up aber wieder komplett.

17.11.2015
  • Sara Vogt

Horb. Die Vorbereitungen zu „Rock gegen Gewalt“ laufen auf Hochtouren. Nachdem der Headliner „Sacrety“ aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, telefonierte sich Organisator Christian Ott die Ohren wund. „Der Sänger von ‚Sacrety‘ hat eine Herzmuskelentzündung. Sein Arzt hatte ihm Konzertverbot erteilt“, erklärt der Leiter der Musikschule Lautpegel.

Etwa 30 Bands hatte Ott angefragt, bis er dann das Line-Up mit „Sinners in Rage“ wieder komplettieren konnte. Alle Bands seien sehr angetan gewesen von der Idee des Festivals, hatten aber schon feststehende Konzerte oder konnten aus anderen Gründen nicht spielen. „Mit ‚Sinners in Rage‘ haben wir jetzt einen Ersatz um die Ecke gefunden“, sagt der 27-jährige Musiker.

Der Gitarrenlehrer ist zufrieden mit dem Line-Up. Alle Bands haben einen lokalen Bezug. „Passé“ aus Mannheim sind nun Headliner des Abends. Sie sind zwar die Band mit der weitesten Anreise, aber dennoch in der Region verwurzelt. Schlagzeuger Tilman Ruetz kommt aus Freudenstadt und studiert momentan an der Popakademie in Mannheim. Ihre Musik bezeichnen sie als Industrial-Pop, Progressiv-Rock, New-Romantic und verrauchter Kitsch. Die Texte sind auf Deutsch, die Fliegen mal lässig um den Hals gelegt, mal ordentlich gebunden. Denn laut Facebook-Seite sind ihre Stücke „Mal sanft und intim, mal technoid-progressiv, mal sehr opulent, stets ihrem Gegenstand angemessen – wie ein passendes Kleidungsstück.“

Die Veranstaltung beginnt mit der Band „Drop Dead Argument“. Post-Hardcore machen die fünf Jungs aus Rexingen. Danach werden „Sinners in Rage“ aus Altensteig die Bühne rocken. New Wave Metalcore nennen sie ihren Musikstil. Mit „Crooked Youth“ spielt eine der jüngsten Horber Bands auf der Veranstaltung in der Mensa der Kaserne. Die Band um Sänger Matthias Schneck hat ein Heimspiel der besonderen Art. Sie sind nicht nur die ersten Horber, die in der Kaserne proben, sondern dürfen auch an der ersten Musikveranstaltung in der Kaserne auf der Bühne stehen. Ihren Musikstil bezeichnen sie schlicht als „Alternativ Nu-Metal“.

„Jede Band steht voll hinter dem Konzept und betonte, dass es eine tolle Sache ist, die man unterstützen muss“, erzählt Christian Ott. Für die Bands gibt es an diesem Abend keine Gage. Der Eintritt ist auf Spendenbasis. Das heißt, jeder Gast kann am Eingang selbst entscheiden, wie viel er in das Spendenkässchen wirft. Die Erlöse kommen dieses Mal dem Freundeskreis Asyl zugute.

Das Konzert am kommenden Wochenende soll die Auftakt-Veranstaltung zu einer „Rock gegen Gewalt“-Konzertreihe werden. „Wenn es in Zukunft kein Problem mit dem Veranstaltungsort gibt, hoffen wir, dass es regelmäßig stattfinden kann“, sagt Ott.

Er ist auch begeistert, von der Bereitschaft mitzuhelfen: „Wir haben einen tollen Zulauf an Helfern und auch die Rückmeldungen der Horber sind ganz toll. Aber Helfer kann man nie genug haben.“ Wer noch mithelfen möchte, kann sich bei der Musikschule Lautpegel oder an das Horber Jugendreferat wenden.

Das Konzept „Rock gegen Gewalt“ ist dabei nicht neu. Schon im Jahr 2003 startete eine erste Auflage. Karin Frech war lange Jahre Jugendreferatsleiterin in Horb. Sie war damals einer der Initiatoren den kleinen Festivals, auf dem sechs Bands aus der Region spielten. „Wir hatten damals die Chance auf eine Förderung vom Land“, erklärt Frech.

Das Thema Gewaltprävention wurde damals in den Fokus gerückt. Um an die Fördergelder zu kommen musste das Projekt schon „etwas größeres sein“. Heraus kam ein Projekt, das der Vorläufer des heutigen Mini-Rock-Festivals werden sollte. Im Programm fanden sich Horber Band-Urgesteine wie „Ashtray“ oder „Soma“ – heute „Accused Drug“. Bei „Soma“ saß Christian Ott selbst hinter den Trommeln.

Karin Frech freut sich, dass die Botschaft von damals neu aufgelegt wird, mit ähnlichem Konzept: „Das Thema ist jetzt wieder aktueller denn je“, erklärt sie. In Zeiten von brennenden Flüchtlingsunterkünften müsse man mehr denn je ins Gedächtnis rufen, dass Gewalt nie die Lösung sein kann.

Info: Rock gegen Gewalt findet am Samstag, 21. November, ab 21 Uhr (Einlass ab 19.30 Uhr) in der alten Mensa in der Kaserne (Gebäude 6) auf dem Hohenberg statt. Der Eintritt ist auf Spendenbasis. Wer mithelfen will, kann sich an das Jugendreferat (Email: jugendarbeithorb@gmx.de) oder an Christian Ott (Email: info@lautpegel.de) wenden.

„Rock gegen Gewalt“ startet am kommenden Wochenende in der Kaserne
Schon vor mehr als zehn Jahren zog „Rock gegen Gewalt“ mehrere hundert Besucher an. Archivbild

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

17.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball