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Rocker-Präsident erschossen
Der Hells Angel Aygün Mucuk, Präsident des Charters Gießen. Foto: dpa
Hells Angels

Rocker-Präsident erschossen

Gewaltsame Auseinandersetzungen unter Hells-Angels-Gruppen in Hessen haben ein Todesopfer gefordert.

08.10.2016
  • DPA

Wettenberg/Gießen. Der Präsident der Hells Angels in Gießen ist auf dem Gelände seines Rocker-Vereinsheims erschossen worden. Aygün Mucuk wurde nach ersten Erkenntnissen der Ermittler von zahlreichen Kugeln getroffen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, am Freitag sagte. Die Hintergründe waren zunächst unklar, von dem Täter oder den Tätern fehlte jede Spur. „Inwieweit das Tötungsdelikt auf interne Streitigkeiten der Hells Angels zurückgeht, können wir zum aktuellen Zeitpunkt schlichtweg nicht sagen“, sagte Hauburger. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält mögliche Racheakte rivalisierender Gruppen für möglich.

Die Putzfrau, die in dem Clubheim arbeitet, hatte den 45-Jährigen auf dem Grundstück des Hells-Angels-Charters im mittelhessischen Wettenberg-Wißmar gefunden und gegen 8.30 Uhr Polizei und Rettungsdienste alarmiert. Tatzeitpunkt war der Staatsanwaltschaft zufolge die Nacht zum Freitag oder der frühe Morgen. Genauere Erkenntnisse sollte die Obduktion der Leiche ergeben. Mit Ergebnissen ist erst am Montag zu rechnen.

Ein Großaufgebot der Polizei sicherte am Freitag das Gelände des Vereinsheims, auf dem sich zwischenzeitlich 30 bis 50 Rocker aufhielten. Zugleich lief die Fahndung nach den Tätern, die Beamten kontrollierten dabei mehrere Fahrzeuge und sperrten den Ortsteil Wißmar weiträumig ab. Unklar war, ob es einen Schusswechsel gegeben hatte und ob Mucuk bewaffnet war.

Rivalitäten zwischen den alteingesessenen Hells Angels aus Frankfurt und den türkisch geprägten Hells Angels aus Gießen – den sogenannten jungen Wilden – hatten in den vergangenen Jahren mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt. Dabei soll es vor allem um die Gründung der Ortsgruppe Gießen gegangen sein. Dieser Streit hatte vor rund zwei Jahren Schüsse vor einem Frankfurter Club mit insgesamt fünf Verletzten zur Folge. Mucuk, der als Anführer der türkischen Strömung galt, erlitt dabei schwere Verletzungen. dpa

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08.10.2016, 06:00 Uhr

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