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Rosige Energie-Zukunft
Experten sehen Deutschland 2040 technologisch gut aufgestellt

Rosige Energie-Zukunft

Deutschland hat gute Chancen, bei erneuerbaren Energien im Jahr 2040 einen weltweit führenden Platz einzunehmen. In Europa gibt es bis dahin einen Energie-Binnenmarkt, erwarten internationale Experten.

26.11.2015
  • DIETER KELLER

Berlin: Erneuerbare Energien sind im Jahr 2040 zusammen mit Speichern die günstigsten Stromquellen. Strom aus solchen Quellen sorgt dann auch für Mobilität und Wärme, er ersetzt in vielen industriellen Prozessen Erdöl und Erdgas. Die Verbraucher erwarten weltweit eine umfassende Nachhaltigkeit von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen. Auf allen Waren können sie künftig nachlesen, welche CO2-Emissionen bei Produktion und Transport entstanden sind.

Das sind nur einige der Thesen der internationalen Zukunftsstudie "Delphi Energy Future 2040" über die Entwicklung des Energiemarkts in den nächsten 25 Jahren, deren erste Ergebnisse gestern in Berlin - wenige Tage vor dem Start des Pariser Klimagipfels - vorgestellt wurden. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers (PwC).

In einem mehrstufigen Verfahren befragten sie über 350 Experten aus 40 Ländern nicht nur aus der Industrie, sondern auch aus Wissenschaft, Politik und von Umweltorganisationen nach ihren Erwartungen. Aus Deutschland gehörten dazu beispielsweise Thomas Breuer von Greenpeace, Siemens-Vorstandsmitglied Lisa Davis, ENBW-Forschungschef Wolfram Münch, Ex-Umweltminister Klaus Töpfer sowie Ernst Ulrich von Weizsäcker.

BDEW-Chefin Hildegard Müller zeigte sich vom Optimismus der Experten überrascht. Er sei im englischsprachigen Raum größer als im deutschsprachigen, ergänzte GIZ-Vorstandssprecherin Tanja Gönner. Die These, dass Deutschland bei erneuerbaren Energien gut aufgestellt ist, habe sich international bestätigt, meinte die frühere baden-württembergische Umweltministerin.

Staaten, die stark auf erneuerbare Energien gesetzt haben, dürften 2040 die Liste der wettbewerbsstärksten Volkswirtschaften dominieren, erwarten drei Viertel der Befragten. Jeder Zweite geht davon aus, dass Deutschland 2040 die führende Exportnation für Energietechnik ist. Jeder Fünfte befürchtet dagegen, dass sich die Hoffnungen bis dahin zerschlagen, die Energiewende zum Exportschlager zu machen. Die Übrigen gehen davon aus, dass beides nicht eintrifft. Mehr Einigkeit gibt es bei der Erwartung, dass sich China zum weltgrößten Entwickler und Innovator bei nachhaltigen Energietechnologien mausert. Nicht nur dort, sondern auch in anderen Schwellenländern wie Indien dürfte bis dahin die wachsende Mittelschicht den Umstieg auf eine nachhaltige Energiepolitik erzwingen.

Da nationale Alleingänge keinen Sinn machen, hat ein leistungsfähiger Energie-Binnenmarkt in Europa gute Chancen: Drei Viertel der Experten rechnen damit bis 2040. Die größten Produzenten von Treibhausgasen dürften bis dahin aufgrund ökologischer Katastrophen entschlossen umsteuern, erwarten ähnlich viele. Größer ist die Skepsis, dass bis dahin ein weltweites Klimaregime mit verbindlichen und ambitionierten CO2-Reduktionszielen umgesetzt ist: Das halten immerhin 42 Prozent für unwahrscheinlich oder gar ausgeschlossen.

Bei der Stromversorgung der Zukunft gehen die Meinungen ebenfalls auseinander: Auch 2040 kann auf die konventionelle Stromerzeugung insbesondere mit Gas, noch nicht verzichtet werden. Dass dann statt großer Kraftwerke kleine und flexible dominieren, erwarten etwa 60 Prozent. Jeder zweite Experte rechnet damit, dass eine jederzeit sichere Stromversorgung in 25 Jahren nicht mehr selbstverständlich ist, sondern von den Kunden extra bezahlt werden muss.

Info

Weitere Infos unter:

http://www.delphi-energy-future. com/de; http://www.bdew.de

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26.11.2015, 08:30 Uhr

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