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Roter Teppich für „Revolverheld“
Joachim Technau (links) legt mit seinem Team für die Pferde einen Roten Teppich aus. Der Belag soll gewährleisten, dass die tierischen Top-Athleten rutschfrei vom Stall in die Halle gelangen. Foto: Barbara Wollny
Pferdesport

Roter Teppich für „Revolverheld“

Kraftakt für die Betreiber: Innerhalb von 48 Stunden wird die Schleyerhalle von Motocross auf das German Masters umgerüstet. Das internationale Turnier beginnt am Mittwoch.

15.11.2016
  • BARBARA WOLLNY

Morgen geht's los: 160 Reiter und 300 Pferde sind beim Stuttgarter Hallenreitturnier German Masters am Start. Um 13 Uhr mittags trabt dann – wenn sich nicht kurzfristig die Starterliste verändert – „Revolverheld“ als erstes Pferd in das perfekt vorbereitete Viereck der Schleyerhalle ein. Der neunjährige Hengst wird unter seiner Reiterin die erste schwere Dressurprüfung des Turniers absolvieren.

Der helle Boden liegt dann glattgezogen wie ein kostbarer Velourteppich im großen Hallenoval und federt den Klang der Pferdehufe nahezu unhörbar ab. An den Seiten ist Rollrasen ausgelegt, dekorative Grünpflanzen bringen frische Atmosphäre in die mit leiser Musik bespielte Halle.

Das Stuttgarter German Masters hat sich in seinen 32 Jahren zu einem der weltbesten und -größten Hallenreitturniere entwickelt und ist bei Publikum und Aktiven gleichermaßen beliebt – nicht zuletzt wegen seiner perfekten Organisation. „Die Starterlisten sind voll. Wir freuen uns in allen Sparten auf die Besten der Weltranglisten. Das macht Laune und lässt großen Sport erwarten“ zeigt sich Gerhard Riexinger begeistert. Er hat von Anfang an die German Masters geleitet. Dieses Jahr ist er zum letzten Mal Chef im Ring und gibt nach 32 Turnieren sein Amt an einen Nachfolger weiter.

Wachdienst rund um die Uhr

Kaum einer der Besucher kann sich jedoch vorstellen, dass hier noch bis Samstagnacht beim ADAC-Supercross Motorräder durch die Halle dröhnten und über meterhohe Sprunghügel schanzten. Ab dem frühen Sonntagmorgen wurden 2800 Tonnen Filder-Lehm abgefahren, mit denen die Pisten im 4000 Quadratmeter großen Innenraum modelliert waren. Und ohne Pause ging es weiter.

Ab Sonntagmittag wurden die speziellen Reitbodenplatten verlegt, auf die gestern früh Lastwagen 1100 Tonnen eines speziellen Sand-Textilgemischs für den Reitboden in der Schleyerhalle und der Porsche-Arena abluden. Sie dient während der Veranstaltung als Abreitehalle. „Der Boden ist entscheidend und muss erstklassig sein, so steht es im Vertrag. Vom zeitlichen Ablauf ist das Reitturnier eine unserer schwierigsten Veranstaltungen, weil so viel an Material rein und raus muss in den zwei Tagen. Eigentlich bräuchte man dafür zwei Wochen“, sagt Manfred Parlow von der Veranstaltungsgesellschaft „in.Stuttgart“, die unter anderem das Hallenduo Schleyer-Halle und Porsche-Arena betreibt. Nur mit der Routine und Erfahrung von jährlich 240 Veranstaltungen kann der enge Zeitplan eingehalten werden und das Reitturnier pünktlich starten.

Während in der Halle die Konzentration noch dem Reitboden gilt, wurde im Außengelände mit dem Aufbau der Ställe begonnen. Die ersten Vierbeiner sind heute schon eingetroffen. 400 Pferdeboxen werden vorbereitet.

„Stuttgart läuft sehr gut, und Spring- wie Dressurreiter kommen gerne und schätzen die guten Bedingungen. Die Ansprüche sind jedoch enorm hoch“, bekräftigt Carsten Rotermund von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Welchen Wert die vierbeinigen Athleten haben, die in Stuttgart die Boxen beziehen werden, hat er noch nicht ausgerechnet. Für erfolgreiche Spring- und Dressurpferde werden leicht hohe sechsstellige Beträge gehandelt. Der Stallbereich ist bestens abgeschirmt. Ein Stallmeister kontrolliert auch in der Nacht, der Wachdienst ist rund um die Uhr unterwegs, und neben den Reitern und Pflegern haben nur die Besitzer und einige Offizielle Zugang zum Stallbereich.

Spezialfutter für die Pferde, Lachs, Filetsteaks und Lammlachse für die VIP-Gäste, Linsen, Eintopf oder Schnitzel für die Helfer. Für die Verpflegung ist Gastronom Grandl zuständig, der seit Jahren die Schleyerhalle und Porsche-Arena bekocht. Während der German Masters hat er viel zu tun. Mindestens 400 Essen pro Tag bereitet die Küche für die VIP-Gäste zu. 200 Helfer, die in Schichten arbeiten, werden morgens, mittags und abends verköstigt, dazu kommt noch das Essen für die 220 Reiter An Material und Mengen wird dabei nicht gespart, so Parlow, Sport macht erfahrungsgemäß immer hungrig.

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15.11.2016, 06:00 Uhr

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