Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Ein Haus der Katastrophen

Rotes Kreuz eröffnet in Pfullingen ein Zentrum für Notfallhilfe

Sollte es im Kreis Reutlingen in den kommenden Jahren zu einer Naturkatastrophe oder einem Großunglück kommen, dann rückt das Deutsche Rote Kreuz in Pfullingen aus.Dort, zwischen Reutlingen und der Alb, in der Nähe vonUrsulaberg- und dem Achalmtunnel, hat das DRK gesternein Katastrophenschutzzentrum eröffnet. 1,9 Millionen Euro kostete der Neubau.

11.09.2010
  • Matthias Stelzer

Pfullingen. Es wird der Ausgangspunkt für Großeinsätze sein und ist neue Heimat der „Schnellen Einsatzgruppe“ und der Rettungshundestaffel – der Reutlinger DRK-Kreisverband hat seit gestern eines der modernsten Einsatzzentren für den Katastrophenfall. In einem Jahr Bauzeit wurden in Pfullingen 1,9 Millionen verbaut, die dafür sorgen sollen, dass den Menschen in der Region bei Notlagen noch schneller und professioneller geholfen werden kann. Hochwasser, Erdbeben, Flugzeugabstürze oder Unfälle in den unmittelbar benachbarten Straßentunneln – das sind die Szenarien, für die das DRK ein Zentrum für Notfallhilfe gebaut hat. Obdachlose sollen in solchen Fällen kurzfristig im Gebäude unterkommen. Eingelagerte Zelte, Feldbetten und Erste-Hilfe-Artikel von dort zur den bedürftigen Menschen gelangen.

Eine Investition in die Zukunft und in die Sicherheit der Bevölkerung nannten gestern alle Redner die 2300 Quadratmeter große Anlage, die auch ein modernes Schulungzentrum und Verwaltungsbüros beherbergt. Reutlingens CDU-Staatssekretär Dieter Hillebrand, der zugleich Kreisvorsitzender des DRK ist, hält das ansprechend schlichte Gebäude, das vom Reutlinger Büro Riehle & Assoziierte entworfen wurde, für einen „wichtigen Teil der Daseinsfürsorge“.

900 000 Euro müssen noch finanziert werden

Bezahlt ist der allerdings noch nicht. Etwa 900 000 Euro muss das DRK noch finanzieren. Eine Aufgabe, die Hillebrand über Spenden angehen will und gestern dafür auch gleich kräftig Unterstützung erhielt. Landrat Thomas Reumann, der als Verwaltungschef des Kreises ohnehin schon mit 300 000 Euro Zuschuss am Zentrum beteiligt ist, zeigte den 300 Gästen anhand der eigenen Geldbörse, wie man für das „weitsichtige und mutige“ DRK-Projekt spendet.

Das veranlasste Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech, der das Zentrum als „Infrastruktureinrichtung für wichtige Dienstleistungen am Menschen“ bezeichnete, immerhin dazu, seinen Geldbeutel durch eine Personenschützerin an den Prominentensitzplatz nachliefern zu lassen. Der CDU-Minister steckte mehrere Scheinchen in eine eiligst herbeigeschaffte Spendenbüchse – sichtlich gut gelaunt.

Für seine sonnige Stimmung hatte Rech zuvor bereits die Tatsache verantwortlich gemacht, dass er wegen seines Pfullinger Termins Stuttgart – und damit auch die Debatte ums Bahnprojekt S 21 – hinter sich lassen konnte. Reutlingens Polizeichef Franz Lutz rief Heribert Rech zu: „Gott sei Dank wird noch nicht jeder dort an der anderen Baustelle gebraucht.“

Pfullingens Bürgermeister Rudolf Heß veranlassten diese Stuttgart-kritischen Äußerungen des Ministers zu einer besonderen Art der Standort-Werbung. „Wir können gleich mit der Auslagerung der Ministerien beginnen“, sagte er. Auch dafür könne seine Stadt geeignete Standorte bieten. Den Platz, an dem nun das Katastrophenschutzzentrum steht, nannte Heß eine gute Drehscheibe. Man erreiche von dort gleichermaßen schnell das „Ballungszentrum Reutlingen“ und die Alb.

Morgen hat das Zentrum offene Türen

Lorenz Menz, der Präsident des DRK-Landesverbands, bezeichnet das neue Gebäude, das in nur einem Jahr errichtet wurde, als „Meilenstein auf dem Weg zu einem starken und wirksamen Bevölkerungsschutz“. Die „Hilfskette des Roten Kreuzes“ habe mit dem Katastrophenschutzzentrum eine angemessene Heimat gefunden. „Dieser Bau des Reutlinger Kreisverbandes zeigt, wo wir hinwollen“, sagte Menz.

Besucher/innen können sich am morgigen Sonntag ein eigenes Bild von der neuen DRK-Einrichtung machen. Von 11 bis 17 Uhr ist in Pfullingen Tag der offenen Tür. Der Kreisverband Reutlingen gibt mit zahlreichen Vorführungen Einblicke in seine Arbeit.

Rotes Kreuz eröffnet in Pfullingen ein Zentrum für Notfallhilfe
Sie feierten mit etwa 300 Gästen die Eröffnung des Katastrophenschutzzentrums (von links): Pfullingens Bürgermeister Rudolf Heß, der DRK-Kreisverbands-Vorsitzende Dieter Hillebrand, der Landesvorsitzende des DRK Lorenz Menz, Innenminister Heribert Rech, Reutlingens DRK-Geschäftsführer Michael Tiefensee und Landrat Thomas Reumann. Bild:Haas

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

11.09.2010, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball