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Der Krippen-Ausbau läuft

Rottenburg kann 2013 Rechtsanspruch auf Betreuung erfüllen

Während viele andere Städte und Gemeinden in Deutschland noch rätseln, wie sie bis August 2013 den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren erfüllen sollen, steht Rottenburg gut da. „Wir werden genügend Plätze haben“, lautet die Botschaft aus dem Rathaus.

09.11.2012
  • Hete Henning

Rottenburg. Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert spricht von U 3-Kindern, wenn er Kinder meint, die jünger als drei Jahre sind. Für solche U 3-Kinder soll es ab August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte geben. So will es das Gesetz, und obwohl der Städte- und Gemeindebund jetzt gefordert hat, Kinder unter zwei Jahren vorerst vom Rechtsanspruch auszuschließen, weil er sich vielfach nicht erfüllen lasse, bleibt Bundesfamilienministerin Christina Schröder hart: Am Rechtsanspruch werde nicht gerüttelt, die Kommunen hätten schließlich genügend Anlaufzeit gehabt.

Rottenburg kann 2013 Rechtsanspruch auf Betreuung erfüllen
Nach den Weihnachtsferien wird der Neubau des katholischen Kindergartens St. Meinrad Rottenburg in Betrieb genommen (das Bild stammt vom Richtfest im Januar; rechts OB Stephan Neher und Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert). Dort wird zusätzlich zu den drei bisherigen Kindergartengruppen auch eine Gruppe für zehn Kinder unter drei Jahren eingerichtet. Die Stadt beteiligt sich an den Baukosten mit 1,3 Millionen Euro.

Rottenburg hat diese Zeit offenbar gut genutzt und in den vergangenen Jahren viel Geld in den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen gesteckt. Gab es in der Kernstadt und den Stadtteilen 2011 exakt 263 Betreuungsplätze für U 3-Kinder, sollen es Ende kommenden Jahres 345 sein. Laut Kulturamtsleiter Geppert entspricht das einem Deckungsgrad von 32 bis 34 Prozent – ein guter Wert, wie er findet: „Wir gehen davon aus, dass das reicht, wir haben ja jetzt schon keine riesigen Wartelisten.“

2010 investierte die Stadt 900 000 Euro in eine neue Krippe mit 20 Plätzen im Dätzweg. Die jüngsten U 3-Projekte in der Rottenburger Kernstadt sind diese:

Im Neubau des evangelischen Martin-Luther-Kindergartens (eingeweiht im September 2012, städtischer Anteil 840 000 Euro) sind zwei altersgemischte Gruppen untergebracht, in denen jeweils fünf Plätze den Ein- bis Dreijährigen vorbehalten sind. Außerdem wurde eine zusätzliche U 3-Gruppe eingerichtet.

Der katholische St. Meinrad-Kindergarten, der ebenfalls neu gebaut wird (Einweihung nach den Weihnachtsferien, städtischer Anteil 1,3 Millionen Euro), bekommt zusätzlich zu den bislang drei Gruppen eine Krippengruppe für zehn U 3-Kinder.

Ende 2013 soll auch die Krippe am Hohenberg-Kindergarten fertig sein; dort sind drei U 3-Gruppen für jeweils zehn Kinder geplant. Kostenpunkt 1,25 Millionen Euro

Weitere 20 U 3-Plätze sind in der Klause vorgesehen. Die Stadt hat das alte Gebäude oberhalb des Bahnhofs laut Oberbürgermeister Stephan Neher an eine Architektengruppe verkauft. Während in den oberen Stockwerken Studentenwohnungen entstehen sollen, will die Stadt das Erdgeschoss anmieten und darin zwei Gruppen für jeweils zehn Kinder unter drei Jahren unterbringen. „Das ergänzt sich gut“, findet OB Neher.

In die Berechnungen sind die Tagesmütter ausdrücklich eingeschlossen. „Bis zum Alter von drei Jahren gilt die Betreuung durch Tagesmütter als gleichwertig mit einem Kita-Platz“, erklärt Geppert, das sei kein Notbehelf, um den Deckungsgrad zu verbessern. „Ab drei Jahren sollen die Kinder dann aber in den Kindergarten gehen.“

Laut Neher wird mit Beendigung der laufenden Projekte das „Ende des Fahnenmastes“ noch nicht erreicht sein. Rottenburg habe mittlerweile 42 700 Einwohner, allein von April bis September 2012 seien durch Zuzüge 24 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren hinzu gekommen, die nun auch einen Betreuungsplatz bräuchten. Um diesem Bedarf gerecht zu werden (24 Kinder entsprechen ziemlich genau einer Kindergartengruppe), soll im Februar 2013 in einem Flachbau auf dem ehemaligen DHL-Gelände eine neue Gruppe eröffnet werden. In diesen Flachbau war bis September der Martin-Luther-Kindergarten ausgelagert; seither stehen die Räume leer.

In den Teilorten will die Verwaltung weiter auf altersgemischte Gruppen bauen, in denen je nach Bedarf mehr oder weniger U 3-Kinder untergebracht werden können. „Wer einen Kita-Platz will, kann sofort einen kriegen“, sagt OB Neher, „allerdings nicht unbedingt in der gewünschten Einrichtung.“ Wer ein Einjähriges unterbringen wolle, müsse unter Umständen „ein bisschen fahren“. Ab dem Alter von zwei Jahren werde es dann leichter, direkt am Ort einen Platz zu finden.

Der Ausbau der Kinderbetreuung ist auch mit zusätzlichem Personal verbunden. Für den Haushalt 2013 veranschlagt die Stadt Rottenburg 15 neue Erzieherinnen-Stellen, was laut Stadtkämmerer Berthold Meßmer mit zusätzlichen Personalkosten von 675 000 Euro verbunden ist.
Dass Erzieherinnen immer schwerer zu bekommen sind, habe die Stadt noch nicht schmerzhaft zu spüren bekommen, sagt Kulturamtsleiter Geppert. „Wir haben bisher all unsere Stellen besetzen können.“ Die Zahl der Bewerbungen, ergänzt OB Neher, sei aber schon deutlich gesunken.

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