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Eine Brücke zu den frühen Hilfen

Rottenburg richtet Besuchsdienst für Eltern von Neugeborenen ein

Die erste Zeit mit einem Baby ist schön, aber auch aufregend. Nicht umsonst spricht man bei jungen Paaren vom „Babyschock“. Die Stadt Rottenburg möchte jetzt mit einem Besuchsdienst auf junge Familien zugehen und sich als familienfreundliche Kommune präsentieren.

28.06.2012
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. Junge Eltern sind manchmal unsicher. Mache ich auch alles richtig? Wen kann ich fragen, wenn ich ein Problem habe? Zunehmend wichtiger wird auch die Frage: Wie bekomme ich einen Platz bei einer Tagesmutter oder in einer Kindertagesstätte? Mit einem Besuchsdienst möchte die Stadt Rottenburg junge Eltern künftig unterstützen, passende Hilfen in dieser Situation zu finden.

Die Hilfe soll dabei möglichst diskret angeboten werden. Familienbesucher sollen in der Regel Frauen sein, „die in der Erziehung erfahren sind“. So stellte Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert das neue Angebot am Dienstagabend im Sozialausschuss des Gemeinderats dar. Als Honorarkräfte der Stadt sollen die Besucherinnen zirka sechs Wochen nach Geburt eines Kindes Kontakt mit der Familie aufnehmen. Wird ein Besuch nicht gewünscht, so wird nicht weiter nachgehakt.

Beim Familienbesuch sollen die Eltern ein Informationspaket der Stadt zu allen Hilfen und den Anlaufstellen bekommen, wo sie Unterstützung finden, sowie ein kleines Geschenk. Das war dem Oberbürgermeister und den Ratsvertretern besonders wichtig, damit die Besuche als Teil einer „Willkommenskultur“ empfunden werden. Im persönlichen Gespräch könne dann geklärt werden, ob – und wenn ja, welche – Hilfen nötig seien und die Ratsuchenden an die entsprechenden Stellen weitervermittelt werden. Die Stadt selbst mache kein Hilfsangebot, sagte Stephan Neher, dafür sei der Landkreis mit seinem Programm „frühe Hilfen“ zuständig.

Der Familienbesuchsdienst ist keine Erfindung der Stadt Rottenburg. An einigen Modellstandorten in Baden-Württemberg (Balingen, Ditzingen, Ravensburg, Tuttlingen) wurde er bereits erprobt und eingeführt (gefördert von der Landesstiftung und der Stiftung Kinderland).

Zwischen 300 und 350 Geburten weist die Statistik jährlich für die Stadt Rottenburg aus. Zirka zehn bis zwanzig Prozent der Eltern, also 30 bis 70, seien nach den Vorerfahrungen für einen Familienbesuch aufgeschlossen, sagte Karlheinz Geppert. Zunächst einmal sollen fünf Honorarkräfte für die Besuche eingestellt werden. Diese sollen zuvor intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet werden. Für Honorare, Geschenke, Schulungen und Referenten rechnet die Stadt mit jährlichen Kosten von rund 10 000 Euro. Man wolle erst einmal Erfahrungen mit dem Besuchsdienst sammeln. In ein, zwei Jahren könne man diese auswerten und bei Bedarf „nachjustieren“.

Von den Gemeinderatsfraktionen wurde das Vorhaben allgemein gutgeheißen. Hermann Josef Steur (SPD) regte an, nach einem Jahr zu berichten, „wie es gelaufen ist“, und „nach zwei, drei Jahren eine Auswertung zu machen“. Dorothea Lichtenau (CDU) wollte, dass man bei Absagen nach zwei, drei Monaten erneut anrufe, doch dies wurde von anderen Sprechern (Stephan Neher, Margarete Nohr, Emanuel Peter) vehement abgelehnt. Der Sprecher der BfH / Die Linke forderte jedoch eine Koordinationsstelle, die den Besuchskräften Supervision anbietet. Und Margarete Nohr regte an, die Info-Flyer für den Familienbesuchsdienst bei allen Kinderärzten in der Stadt auszulegen.

Rottenburg richtet Besuchsdienst für Eltern von Neugeborenen ein
Junge Eltern mit einem neugeborenen Baby fühlen sich manchmal überfordert. Ein Familienbesuchsdienst soll in Rottenburg künftig die Brücke zu den vorhandenen Hilfsangeboten schlagen. © Hubertus Blume - Fotolia.com

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28.06.2012, 12:00 Uhr

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