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Ruder-Regatta auf dem Tübinger Neckar

Ruderverein und Hochschulsportgruppe veranstalten Rennen

TÜBINGEN (fra). „Der Rudersport ist eine Sportart, bei dem man alle Muskeln braucht – und ohne Gemeinschaftssinn geht‘s nicht“. Abbe Schmid, seit 1947 Mitglied im Tübinger Ruderverein Fidelia (TRV), ist auch mit 78 Jahren noch immer begeisterter Ruder-Fan. Seit 1968 hat er auf dem Tübinger Rennen keine große Regatta mehr gesehen, doch jetzt wollen der TRV und die Tübinger Hochschulsportgruppe das Interesse am Rudern neu beleben: Am Samstag gibt es auf dem Neckar wieder „eine Herbstsprintregatta“.

13.10.2005

Als Georg und Martha Mosbacher über ihren Sohn Jan von dem neuen Rennen auf dem Neckar erfuhren, war für sie klar: In ihrem Schaufenster in der Neuen Straße sollte vorab alles zu sehen sein, was sie über die früheren Ruder-Regatten noch finden konnten. Das Engagement ihres Sohnes als Jugendleiter und sein Einsatz als aktiver Ruderer veranlassten die Eltern, für das jetzige Herbstsprintrennen eine Werbung der besonderen Art zu machen. Auch Annemarie Schmid, eine langjährige Kundin, steuerte einige Bilder zu dem Regatta-Schaufenster von Optik Lunette bei.

Auf den ausgestellten Bildern sind begeisterte Zuschauer zu sehen, wie sie in der Bismarckstraße die Rudersportler beim Anrudern anfeuern. Regatten fanden früher zwar immer wieder (aber nur in unregelmäßigen Abständen) auf dem Tübinger Neckar statt, da der Ruderverband die Rennen koordinierte und entschied, wo sie ausgetragen wurden.

1968 wurde das Ruderrennen nach Lauffen verlegt, weil zum einen die Strecke von der Steinlachmündung zum Wehr an der Brückenstraße zu kurz war und zum anderen einfach zu viele Boote auf dem Wasser unterwegs waren. „Das Rudern war einfach nicht mehr möglich.“ Auch zum Trainieren war der obere Neckar nicht geeignet, „das Stück ist einfach zu schmal“ erläutert Abbe Schmid, der zusammen mit Dieter Hienerwadel, Dieter Frauendiener, Wolfgang Mayer und dem Steuermann in einem „Gig-4-er“ saß. Obwohl das Bootsmaterial zu Schmids aktiven Zeiten (er ruderte von 1947 bis 1949) nicht dem heutigen Standard entsprach und er auch keine „Radaddeln“(Ruderjargon für Medaillen) einheimste, war er – und ist es auch jetzt wieder – mit voller Begeisterung dabei. Dem Anliegen der Mosbachers, durch das thematisch gestaltete Schaufenster junge Tübinger für seinen Sport zu animieren, stimmte der studierte Architekt voll zu.

Der Tübinger Ruderverein war 1877 als Gesellschaft Fidelia „zum Zweck der Ausübung von Gesang und Musik, sowie der Pflege und Kameradschaft im geselligen Kreis“ gegründet worden. Erst 1911, als der Neckar aufgestaut war, begann man mit dem aktiven Rudersport. Wie Ehrenmitglied Schmid erklärt, bedeutete das Vereinsleben „auch feiern“. Das so genannte „Anrudern“ läutete im März den Beginn der Rudersaison ein, das „Abrudern“ beschloss Ende Oktober als letztes Vereinsrennen im Jahr die Saison.

„Der Verein heißt nicht umsonst Fidelia“ berichteten Abbe Schmid und seine Frau Annemarie dem TAGBLATT. Die gemeinsamen Ausflüge mit dem Verein, vor allem auf der Schwäbischen Alb, und die regelmäßigen Senioren-Stammtische seien nur einige der Veranstaltungen, an denen die beiden immer noch aktiv teilnehmen. Als Schmid vor fast sechzig Jahren in den Verein eintrat, galten noch strengere Regeln als heute: Im Frühjahr wurde man „vergattert“, erzählt er. Und das bedeutete, dass man eine Art Eid ablegte, während der ganzen Ruder-Saison nicht zu trinken und nicht zu rauchen.

Der neuen Tübinger Herbstsprint-Regatta wünschen die alten Ruderer wie Schmid jedenfalls viele Zuschauer, gute und niveauvolle Rennen sowie eine tolle Atmosphäre. Und das wünscht sich auch Arseny Sokolov vom TRV, der das Rennen der Vereins-Achter um den Fidelia-Wanderpokal am Samstag mit organisiert.

Ruderverein und Hochschulsportgruppe veranstalten Rennen
Begeisterte Zuschauer vor dem alten Bootshaus in der Bismarckstraße: Bei früheren Ruder-Regatten wurde das „TuBo“ (Kürzel für das Tübinger Boot) von den Fans rhythmisch klatschend angefeuert. Bei dem neuen Herbstsprintrennnen am kommenden Samstag fällt der Startschuss um 10.30 Uhr auf dem Neckar in Höhe der Jugendherberge. Mit den Tübingern vom TRV rudern der Ruderverein Waldsee 1900 sowie der RC Nürtingen um die Wette.

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13.10.2005, 12:00 Uhr

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