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Jubiläum mit Schwarzpulver

Rückblick auf 30 Jahre Pfingstturnier in Lustnau

Es hat sich so manches geändert im Laufe der vergangenen 30 Jahre: Die Pferde sind schneller geworden, die Anforderungen anspruchsvoller und mittlerweile gibt es auch Geländeprüfungen. Geblieben ist dagegen die besondere Atmosphäre des Turniers.

09.05.2008
  • Vincent Meissner Vincent Meissner

Lustnau. Acht Jahre lang haben sie geprobt, bevor sie es beim RFV Lustnau wagten, ein richtiges Turnier zu organisieren. In den Jahren zuvor gab es jeweils einen Reitertag in viel kleinerem Rahmen. „Das war ein bisschen quer durch unser Ausbildungsprogramm“, erinnert sich Kurt Märkle, der ehemalige Vorsitzende des RFV. Nachdem acht Mal alles soweit glatt gelaufen war, sagten sich Märkle und seine Mitstreiter: „Jetzt haben wir soviel Erfahrung, dass wir unser eigenes Turnier machen können.“ So kam es dann letztlich auch. Heuer feiert der RFV das 30-jährige Bestehen seines Turniers.

Von Beginn an kam das Publikum in Strömen rauf auf den Reitplatz auf der Pfrondorfer Höhe. Um die 1000, schätzt Märkle, waren all die Jahre immer da. Den Grund für die große Begeisterung sieht Märkle im besonderen Ambiente des Turniers: „Bei uns herrscht das gewisse Etwas. Viele erzählen mir immer wieder, das Milieu bei uns würde ihnen einfach zusagen.“ Bei den umliegenden Vereinen schielt man hin und wieder mit Argwohn auf die Lustnauer, weiß Märkle: „Wir werden immer beneidet, weil bei uns so viele Zuschauer kommen.“

Am diesjährigen Pfingstwochenende wünscht sich Wilhelm Kehrer, Märkles Nachfolger im Amt als Präsident und Organisator des Turniers, noch ein paar Zuschauer mehr als sonst rund um den Reitplatz. Macht das Wetter mit, dann rechnet er mit bis zu 2000 Besuchern.

Denen bietet der RFV zum Jubiläum ein Rahmenprogramm mit viel Wildwest: Zum Auftakt des Turniers musiziert am Samstagabend die Countryband „Schwarzpulver“ im Festzelt. Ganz mutige Cowgirls und -boys können auf einem elektrischen Bullen ihre Rodeo-Fähigkeiten testen. Am Sonntagabend gibt es dann ein Wettreiten mit 20 Mannschaften auf der Rodeomaschine.

Das Drumherum war schon immer wichtig beim Turnier. Im Mittelpunkt steht dabei jedes Jahr das Festzelt, von wo aus das Publikum sogar bequem vom Biertisch aus, das Geschehen auf dem Reitplatz verfolgen kann. Märkle erinnert sich an eine Anekdote aus den 80er Jahren. Damals wollte ein Gast aus Pfrondorf am Abend nach einigen Gläsern im Festzelt partout nicht nach Hause. Irgendwann verlor Märkle die Geduld: „Dann hab ich den auf den Parkplatz vors Zelt gestellt“, erzählt er. Da habe sich der Mann dann orientierungslos umgesehen und gesagt: „Ich kenne mich gut aus in Pfrondorf. Aber wo geht’s eigentlich nach Pfrondorf?“ Noch heute schmunzelt er über diese kleinen Randgeschichten.

Begrüßung per Handschlag

An das Premierenturnier 1978 erinnert sich Märkle, der von 1973 bis 1998 RFV-Vorsitzender war, nur noch dunkel: „Man behält ja immer nur Sachen, die einem besonders unangenehm sind.“ Damals lief alles recht glatt und somit sind auch die Erinnerungen blass.

Seit mittlerweile acht Jahren stehen auch Geländeprüfungen auf dem Programm des Pfingstturniers. „Mir war das wichtig, diese Steigerung zu machen“, sagt Märkle. Denn heutzutage bewegen sich viele Reiter vermehrt außerhalb der Reitanlage mit ihren Pferden. Beim Pfingstturnier müssen die Pferde dann beispielsweise einen Fliegenpilz oder ein altes Auto überspringen.

Durch die Erweiterung des Programms ist auch das Einzugsgebiet größer geworden. Bis aus Lörrach kommen die Reiter nun. Und auch die Teilnehmerzahlen sind gestiegen. Rund 150 Pferde werden an den beiden Turniertagen traben, galoppieren und springen. Ansonsten schreiben sie die Kontinuität groß beim RFV. Jürgen Gehrung ist seit mehr als 20 Jahren verantwortlich für die Hindernisgestaltung beim Springen. Und auch bei den Richtern gibt es beim Jubiläumsturnier mit Franz Maier aus Rottenburg ein altbekanntes Gesicht.

Der sportliche Teil des Turniers beginnt am Sonntag mit den Vielseitigkeitsprüfungen, am Montag folgen dann die Einzelprüfungen im Springen, in der Dressur und im Gelände. Dann wird Märkle wieder wie jedes Jahr viele Zuschauer per Handschlag persönlich begrüßen. Auch so ein Grund für das besondere Ambiente in Lustnau: „Da drehe ich meine Runden um den Reitplatz und ums Festzelt.“

Drei Wünsche hat Märkle zum 30. Geburtstag des Turniers. „Eine gute Gemeinschaft der Mitglieder untereinander, so viele Einnahmen, dass wir den Reitplatz sanieren könne und dass uns die Zuschauer treu bleiben.“

Rückblick auf 30 Jahre Pfingstturnier in Lustnau
Schon damals war der Andrang groß auf der Pfrondorfer Höhe: Hier bei der Springprüfung 1978.

Rückblick auf 30 Jahre Pfingstturnier in Lustnau
Die ersten Bilder, die Ulrich Metz im TAGBLATT veröffentlichte: Die Pfingstturnier-Premiere 1978 beim RFV Lustnau.

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09.05.2008, 12:00 Uhr

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