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Jemen

Rückschlag für Verhandlungen zum Jemen-Krieg

Die Kontrahenten im Jemen wollten verhandeln - doch die Gespräche fanden nicht statt. Schon jetzt ist das Land nahezu völlig verwüstet.

19.04.2016
  • MARTIN GEHLEN (MIT AFP)

Diese Woche wollten sich die jemenitischen Bürgerkriegsparteien erstmals seit Monaten wieder zu Verhandlungen treffen, um das Morden in ihrer Heimat zu beenden. "Jemen war dem Frieden nie näher", gab sich UN-Vermittler Ismail Ould Scheich Ahmed optimistisch. Der Weg zum Frieden sei "schwierig, aber machbar". Denn beide verfeindeten Lager mit ihren Vormächten Saudi-Arabien und Iran stehen unter wachsendem Druck.

Gestern aber erlitten die Bemühungen einen Rückschlag: Die geplante Verhandlungsrunde wurde vertagt, weil die Rebellen zunächst nicht zu den Gesprächen erschienen, teilte Scheich Ahmed in Kuwait-Stadt mit, wo die Gespräche stattfinden sollten. Sie sollten unter Vermittlung der UN zwischen der international anerkannten Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen geführt werden. Der UN-Vermittler rief die Huthi-Rebellen nachdrücklich auf, "die Möglichkeit nicht zunichte zu machen, den Verlust weiterer Menschenleben im Jemen zu vermeiden". Er nannte kein Datum, wann die neue Verhandlungsrunde beginnen könnte.

Die Gespräche sollen einen Ausweg aus dem Konflikt bringen, in dem seit März 2015 mehr als 6300 Menschen getötet worden sind. Beobachter erwarteten zwar keinen politischen Durchbruch in Kuwait-Stadt, hofften aber auf eine Stärkung der seit gut einer Woche geltenden, brüchigen Waffenruhe im Jemen. Die Regierung und ihre arabischen Unterstützer fordern die Entwaffnung und den Rückzug der Huthi-Rebellen aus der Hauptstadt Sanaa und anderen Städten.

Die schiitische Huthi-Miliz hatte Anfang 2015 Sanaa und andere Städte erobert und den sunnitischen Präsidenten Hadi zur Flucht gezwungen. Seit März 2015 griff eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens die vom Iran unterstützten Rebellen aus der Luft an, um Hadi die Rückkehr an die Macht zu ermöglichen.

Das seit einem Jahr dauernde Bombardement hat den Jemen in eine humanitäre, wirtschaftliche und kulturelle Katastrophe von apokalyptischen Dimensionen gestürzt. Mindestens 6300 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 30 000 wurden verletzt. 80 Prozent der 24 Millionen Jemeniten sind auf Nahrungshilfe angewiesen. 2,8 Millionen irren als Binnenflüchtlinge im Land herum. Obendrein erlitt das weltberühmte Kulturerbe des Jemen schwerste Schäden.

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19.04.2016, 06:00 Uhr

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