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Ruhmeshalle für den Unimog
Nur übereinander stehen sie noch nicht: Für die Fahrzeuge im Unimog-Museum in Gaggenau wird es eng. Foto: dpa
Automobilgeschichte

Ruhmeshalle für den Unimog

Das Museum für das Universal-Motor-Gerät in Gaggenau hat Großes vor. Geplant sind eine Werkstatt, eine größere Ausstellungsfläche und mehr Parkplätze.

23.11.2016
  • LSW

Gaggenau. Der silberne Unimog reckt seine Nase in den Himmel. Unbeeindruckt von Nässe, Matsch und Steigung kraxelt er brummend die Rampe rauf. Dann eine Schräglage, dass Passagieren angst und bange werden könnte. Doch der 67-jährige Hans-Peter Hecker, der Mann am Steuer auf dem Außenparcours des Unimog Museums in Gaggenau, bleibt cool: „Es sieht spektakulär aus, ist aber nicht gefährlich.“ In zehn Jahren sei noch nie etwas passiert.

Der frühere Daimler-Mitarbeiter Hecker ist einer der ehrenamtlichen Helfer des Museums, das die Geschichte des Unimogs bewahrt. Das Museumsprojekt war entstanden, als Daimler die Produktion des Uni versal- Mo tor- Geräts aus dem Murgtal-Städtchen 2002 in sein Lastwagenwerk nach Wörth am Rhein verlegte. Die auf 2000 Stück im Jahr zurückgegangene Produktion rechtfertigte keine eigene Fabrik mehr.

Jetzt besteht das Museum seit zehn Jahren und seine Macher schmieden einen großen Plan. Für rund 5,5 Millionen Euro soll es erweitert werden – mit einer Werkstatt, mehr Ausstellungsfläche, einem Archiv und neuen Parkplätzen.

„Wir können jetzt gar nicht alle Baureihen zeigen“, sagt der Vorsitzende des Museumsvereins, der 64-jährige Stefan Schwaab. „Eine ganze Unimogwelt soll hier Stück für Stück entstehen.“

Schwaab blickt auf eine lange Karriere bei Daimler zurück, die ihn über den Betriebsrat bis in den Aufsichtsrat des Unternehmens geführt hatte. „Ich bin im Ruhestand Vollzeit im Ehrenamt.“ Er ist die treibende Kraft hinter vielen Projekten, darunter der Gründung einer Stiftung mit inzwischen 1,2 Millionen Euro Kapital.

Entwickelt worden war der Unimog nach dem Zweiten Weltkrieg als landwirtschaftliches Multitalent, dessen Spurweite von 127 Zentimetern zwei Kartoffelreihen auf dem Feld entsprach. Mit einem flexiblen Rahmen und seinem Allradantrieb sei der Unimog bis heute unübertroffen geländetauglich, sagt Schwaab. „Der Unimog war lange der wichtigste Entwicklungsträger für landwirtschaftliche Technik.“

Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus (parteilos) sieht in dem Museum eine wichtige Attraktion. „Gaggenau ist stolz, das Museum zu haben.“ Die Stadt sei mit dem Unimog groß geworden, die Menschen hätten einen engen Bezug dazu. Deswegen unterstütze Gaggenau den Ausbau mit fast einer Million Euro.

Rund 400 000 Unimogs wurden in 70 Jahren gebaut. Ein großer Teil davon dürfte noch im Einsatz sein, vermutet Schwaab. Im Museum jedenfalls sind fast alle Exemplare fahrbereit. dpa

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23.11.2016, 06:00 Uhr

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