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Diesmal mit Kulturbus

Rund 9000 Gäste kamen am Wochenende zum Mössinger Stadtfest

Zum ersten Mal ein Kulturbus, ebenfalls zum ersten Mal ein Street-Soccer-Platz, dazu Musik, Sportangebote und jede Menge leckeres Essen: Das Mössinger Stadtfest lockte etwa 8000 bis 10 000 Besucher an, wie Silke Schauber von der Stadtverwaltung vorsichtig schätzt – sie ist damit sehr zufrieden. Hier ein paar Eindrücke von dem zweitägigen Spektakel.

13.09.2010
  • Jürgen Jonas Gabi Schweizer

Mössingen. Die Sonne war ein wichtiger Gast, als am Samstagnachmittag Mitglieder des Schützenvereins das Stadtfest herbeiböllerten. Vorneweg kam wie immer der Fassanstich: Brauhaus-Chef Heinrich Fischer reckte anerkennend den Daumen für eine der letzten Amtshandlungen Werner Fifkas, der sowohl seinen Vorgänger Hans Auer als auch seinen Nachfolger Michael Bulander willkommen hieß.

Maren Müller ist zehn Jahre alt und gehört zu den Fotofreunden Steinlachtal, die in der Gottlieb-Rühle-Schule ein richtiges Fotostudio für Porträts und Gruppenaufnahmen aufgebaut hatten, gern genutzt von Familien und Großeltern. Maren war als Hauptkassiererin des Vereins fürs Stadtfest eingeteilt, sie bot auch schöne Karten mit eigenen Fotos an, etwa zwei kuschelnde Eisbären aus der Wilhelma, die ihr bereits einen Preis eingetragen haben.

Wie auf einer Art Galeere bewegten sich die Mitspieler beim „Menschen-Kicker“, den der Aktive Verein für Hobby und Freizeitgestaltung (AVH) wieder aufgebaut hatte. Kurios die Namen der Mannschaften, von den „Trünklis“ über die „Kabine Protzdam“ bis zu den „Highlanders“, die mit Kuhhorn-Helmen antraten. Eifrig dabei auch die „Wulle Tigers“, die den Geist des Nehrener Bierbrauers mit etlichen Toren würdig in Ehren hielten. Gewonnen hat letztlich aber das Team vom Turnverein Belsen, der Titelverteidiger.

Fußball nach herkömmlicher Art gab’s hinter der Gottlieb-Rühle-Schule. Dort konnten Erwachsene und Kinder sich spontan zu Mannschaften zusammentun und im „Street Soccer Court“ gegeneinander antreten. Eine Premiere auf dem Stadtfest – dass das Angebot gut ankam, freut Mohamed Ben Yahya von der Mobilen Jugendarbeit. Der Türkische Kultur- und Sportverein hat den „Soccer Court“ zusammen mit dem Haus Regenbogen organisiert.

Ein siebeneinhalb Meter hoher Kletterfelsen namens „Red Rooster“ ragte neben dem „Kaffee Lounge“-Zelt des CVJM, bestückt mit gemütlichen Sesseln und Sofas, in den Himmel. Gut gesichert versuchten sich jüngere Besucher am Erklimmen. „Nach oben orientieren“ sei die Parole, so Peter Rath, der mit etlichen Besuchern ins Gespräch kam.

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft hatte einen Barfuß-Parcours aufgebaut, mit Sand, Schotter und Mulch. Nebenan zeigten Nicolai Machann, Alexandra Frischmann und Sebastian Brumm an Puppen, wie Mund-zu-Mund-Beatmung und Herz-Druck-Massage funktionieren. Viele haben das für den Führerschein gelernt und seither nie wiederholt, bedauert DLRG-Mitglied Marcus Müh – daher die Scheu zu helfen, ein „allgemeines Problem“.

Tanzdarbietungen des TSC Astoria und der Tanzschule Dance Floor erfreuten viele Augen, was die Bonndorfer Schloss-Schalmeien für die Ohren übernahmen. Auf der Hauptbühne saß dann Liedermacher Sebastian Noack aus Belsen, den das Jugendhaus M eingeladen hatte, und sang zu Gitarre und Mundharmonika: Er brachte Liedermacher-Kollegen zu Gehör, Johnny Cash mit „Folsome Prison Blues“ und „Ring of Fire“, ließ vor allem Bob Dylan anklingen mit „When the Ship Comes in“ oder „I’ll Be Your Baby Tonight“. Erstmals dabei war das Theater „Schwobastroich“: Luis Dominguez in Frack und Zylinder und seine Leute machten Werbung für ihr neues Stück „Dann kam Polly“ und baten in eine Bar mit Batida de Coco.

Bei der Feuerwehr gab es Dinnede, im Zelt des TV Belsen Rote Wurst, bei der Eritreischen Gruppe Zigni aus Rindfleisch und das Linsengericht Timtemo, der Türkische Kultur- und Sportverein gab Döner aus. Weit gereist waren Zoltán Vajda und seine Kollegen aus Duna Újváros, die im Holzofen „Langós“ buken, ein ungarisches Gericht. Das Jugendforum Oberes Steinlachtal hat sie eingeladen – es sind Bekannte des Vorstands Thomas Kittel, dessen Frau aus Ungarn kommt.

Der Verkehrs-Arbeitskreis machte mit Kultur mobil: Er hat sich von der Tübinger Firma Schnaith einen Bus ausgeborgt, der am Sonntag zum „Kultur-Bus“ umfunktioniert wurde, mit Käsperle-Theater, Lesungen, Quiz und Musik. Das Ziel ist klar: Mehr Mössinger sollen dieses umweltschonende Verkehrsmittel benutzen. Michael Schneider vom AK „Mobilität und Verkehr“ hat jedenfalls ein paarmal folgenden Ausruf gehört: „So schön sind die Busse!“ Stadt und Landratsamt unterstützten die Aktion, auch mit Experten vor Ort. Auf dass die Bus-Kultur in der Blumenstadt aufblühe.

Rund 9000 Gäste kamen am Wochenende zum Mössinger Stadtfest
Das muss ein sehr lustiges Stadtfest 2010 gewesen sein – und eins, das Lust auf weitere macht. Oder hatte Michael Bulander einfach noch gut lachen, ehe er Oberbürgermeister wurde? Neulich, bei der Pressekonferenz zu Kulturherbst und Stadtfest, schien er jedenfalls immer noch (oder nach den Ferien wieder) sehr gut gelaunt und sprach davon, dass das Fest „mit ein paar Veränderungen neuen Schwung“ bekommen solle. 2010 (das Stadtfest ist jeweils nur in „geraden“ Jahren) war Bulander bereits gewählt, aber noch nicht im Amt – Vorgänger Werner Fifka (rechts) hingegen noch im Amt, aber schon auf dem Sprung. Links im Bild ein Mössinger Urgestein: Braumeister Heinrich Fischer. Archivbild: Rippmann

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13.09.2010, 12:00 Uhr

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