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Kaffee-Sitten

„Russiano“ statt „Americano“

Unlängst saß in Minsk der Internationale Regierungsrat Eurasiens zusammen. Man kam ins Plaudern. Über Kaffee. „Es heißt: Geben Sie mir einen Americano“, erklärte der russische Premierminister Dmitri Medwedew seinen Kollegen. „Das klingt gar nicht politisch korrekt. Lassen Sie uns den Americano umbenennen.“

21.11.2016

Von STEFAN SCHOLL

Foto: ©Africa Studio - fotolia.com

Minsk. Bald fiel das magische Wort „Russiano“. Die Zeitung Iswestija berichtet, schon am nächsten Tag habe eine Bar in Jekaterinburg ein neues, patriotisches Menü auf Facebook platziert: mit Kaffee „Russiano“ statt „Americano“.

Aber wie gut ist die Idee? Schließlich ist der „Americano“ Pfusch, etwas für Weicheier: Im Krieg verlängerten US-Soldaten in Italien Espresso mit heißem Wasser, weil ihnen das Original zu stark war. Nun spottet die halbe Nation: Medwedew solle auch sein iPhone durch ein vaterländisches YotaPhone ersetzen, heißt es auf Twitter. Auch die Jekaterinburger Bar treibt ihre Scherze, hat außer „Americano“ auch Jack Daniels umgetauft: in Dschora Denissow.

Ein Café-Inhaber aus der Moskauer Vorstadt Mitischtschi sagt hingegen: „Ich verkaufe weiter Americano!“ Die Russen wissen, dass politische Korrektheit stets mit politischer Konjuktur zu tun hat, und in den USA wird bald ein Russland wohlgesonnener Präsident regieren. „Ich sollte echte Coke und echtes Milky Way anbieten“, meint der Mann. Und mein Café umbenennen: ,Bei Onkel Trump.'“ Stefan Scholl

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Erstellt:
21. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. November 2016, 06:00 Uhr

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