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Das Mittwochs-Interview

SFS-Trainer Andreas Hug über die Situation beim Landesliga-Schlusslicht

Mit dem derzeitigen Saisonverlauf in der Fußball-Landesliga kann Salzstettens Trainer Andreas Hug ganz und gar nicht zufrieden sein – ein Pünktchen nach sechs Spielen bedeutet den letzten Platz. Im Interview mit der SÜDWEST PRESSE erklärt der Coach, warum sich einige Leistungsträger im Formtief befinden und wie er den Neuling wieder auf Kurs bringen will.

26.09.2012
  • Sascha Eggebrecht

SÜDWEST PRESSE: Herr Hug, nach sechs Spielen stehen Sie mit Ihrem Verein mit nur einem Punkt auf dem letzten Platz. Wie sehr hat Sie das überrascht?

ANDREAS HUG: Ich bin schon überrascht! Wir haben uns durch den Pokalsieg gegen Rottweil etwas blenden lassen. Danach hat bei uns nicht viel zusammengepasst.

Warum konnte dieser 4:1-Erfolg gegen Rottweil nicht in die Runde mitgenommen werden?

Da bin ich selbst sprachlos. Ich hinterfrage mich ja auch ständig, warum wir nach Gegentoren immer zusammenfallen.

Sie haben in den vergangenen Jahren immer oben mitgespielt, jetzt hängen Sie im Tabellenkeller fest. Wie gehen Sie und die Spieler mit der ungewohnten Situation um?

Ich denke immer positiv. Uns war es schon von Beginn der Saison an klar, dass es für uns schwer werden wird. Wir müssen immer 120 Prozent geben, damit wir überhaupt eine Chance haben. Wir müssen jetzt das beste aus der Situation machen und dürfen den Anschluss nicht verlieren.

Bei der Niederlage gegen Mössingen platzte Kapitän Steffen Kübler der Kragen und hatte nach einer scheinbar lustlosen Vorstellung von Daniel Hämmerle lautstark die Auswechslung gefordert. Spiegelt diese Szene das derzeitige Harmoniebild in der Mannschaft wider?

Nö, das möchte ich so nicht sagen. Wenn nicht alle bei uns 120 Prozent geben, dann können wir das in dieser Klasse nicht kompensieren. Zudem rufen derzeit immer zwei, drei Jungs nicht ihr Leistungsniveau in den Spielen ab. Trotz des Vorfalls ist die Mannschaft aber intakt.

Sind Sie jetzt aber trotzdem mehr denn je als Psychologe gefordert?

Ja, schon!

Und wie sieht diese Arbeit genau aus?

Viel reden, gut zusprechen. Wir dürfen nicht in eine Lethargie verfallen und müssen mutig weiterarbeiten. Man kriegt halt in dieser Liga nichts geschenkt.

Haben die Last-Minute-Gegentore gegen Zimmern und Schramberg Spuren im Team hinterlassen?

Auf jeden Fall! Am Samstag im Spiel gegen Mössingen war es wieder deutlich zu erkennen. Wenn wir ein Gegentor kassieren, fallen wir zusammen. Bis jetzt war es so, dass wir die Spiele meist in einer schlechten Viertelstunde verloren haben. In Schramberg fing das ganze Dilemma an. An diesen Aussetzern merkte ich schon, dass die Spieler vom Kopf her angeschlagen sind.

Was sind aber die genauen Gründe für den schwachen Landesliga-Auftakt?

Für unsere Aktionen, egal ob sie nach vorne oder nach hinten hin sind, brauchen wir einfach viel zu lange. Dann werden entscheidende Anspiele zu ungenau gespielt und die Arbeit gegen den Ball findet bei uns praktisch gar nicht statt. Da merkt man schon, dass einige Spieler noch Probleme mit dem Tempo in dieser Liga haben.

Probleme hat auch die Abwehr, die mit 23 Gegentoren nach sechs Spielen die schlechteste der Liga ist. Wie wollen Sie die Defensive stabilisieren?

Ich werde weiter an den eben genannten Punkten mit der Mannschaft arbeiten. Und irgendwann wird die Defensive dann auch wieder stabiler sein, da bin ich mir sicher. In der Vergangenheit war die Abwehr eigentlich immer das Prunkstück bei den SF Salzstetten. Dafür gab es immer wieder mal Probleme im Angriff, jetzt ist es andersrum.

Mit Mustafa Naim und Dominik Golubovic sind nur zwei namhafte Spieler dazugeholt worden – zu wenig?

Wenn ich mir jetzt die Situation im Team ansehe, muss ich ja sagen.

Heißt es dann, dass in der Winterpause aufgerüstet wird?

Wenn geeignete Spieler zu haben sind, werden wir sicher über eine Verpflichtung nachdenken. Aber ich werde jetzt nicht fünf oder sechs neue Spieler holen, nur um Erfolg zu haben. Die jetzigen Jungs haben mein Vertrauen. Ich will auch nicht die Mannschaft auseinanderreißen. Bei einem Abstieg wären die auswärtigen Spieler wieder weg und wir würden vor einem Scherbenhaufen stehen.

Aber wie erklären Sie sich die derzeitige Formkrise von Pascal Trick und Daniel Hämmerle. Warum können diese beiden Leistungsträger der vergangenen Saison derzeit nicht ihre Fähigkeiten zeigen?

Ich glaube, weil beide sich viel zu sehr unter Druck setzen. Sie spielen seit dem Aufstieg einfach nicht mehr befreit auf. In diesen beiden Fällen kann man sehr gut erkennen, welche große Rolle der Kopf beim Fußball spielt.

Nun steht mit Holzgerlingen ein wichtiges Spiel auf dem Programm. Bei einer weiteren Niederlage könnte ein ähnlicher Saisonverlauf drohen, wie es im vergangenen Jahr die Dornstetter erlebt hatten. Haben Sie dahingehend Befürchtungen?

Klar, kann das passieren und kommen, hoffe es aber nicht. Wir werden weiter hart arbeiten und dann hoffe ich, dass die Misere bald zu Ende ist. Einfach wird es aber nicht werden, weil uns jetzt auch noch Sascha Spohn mit einem Leistenbruch fehlen wird.

Unter welchen Umständen wäre ein Rücktritt ein Thema für Sie?

Nur dann, wenn ich merke, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreiche, dann würde ich mir meine Gedanken machen, aber so weit will ich jetzt noch nicht gehen. Und wenn ich sehe, wie die Mannschaft sich gegen Mössingen präsentiert hat und alles gegeben hat, dann sehe ich auch keinen Grund, die Brocken hinzuschmeißen. Die Spieler sind nun gefragt und können Charakterstärke zeigen .

SFS-Trainer Andreas Hug über die Situation beim Landesliga-Schlusslicht
Trainer Andreas Hug von den Sportfreunden Salzstetten

Salzstettens Trainer Andreas Hug betreut den Fußball-Landesligisten bereits in seiner achten Saison. Zuvor war er bei den Sportfreunden als Spieler und auch als Jugendtrainer tätig. Wenn der 35-Jährige nicht auf dem Fußballplatz steht, dann arbeitet er als Rotationserodierer.

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26.09.2012, 12:00 Uhr

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