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Das Mittwochs-Interview

SGE-Trainer Franz Lermer über die schwierige Situation bei der A-Jugend

Die A-Junioren der SG Empfingen warten in der Fußball-Verbandsstaffel auch nach dem sechsten Spieltag immer noch auf den ersten Sieg. Der Aufsteiger hat erst einen Punkt geholt. Zudem plagen Trainer Franz Lermer personelle Sorgen. In der jungen Saison mussten daher schon zwei Spiele abgesagt werden. Im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE spricht der 51-Jährige über die aktuelle Situation und über eine geplante Spielgemeinschaft.

22.10.2014
  • Interview: Sascha Eggebrecht

SÜDWEST PRESSE: Herr Lermer, wie viel Spaß bereitet Ihnen im Moment die Traineraufgabe bei der SG Empfingen?

Franz Lermer: Ich habe trotz des negativen Trends sehr viel Spaß. Uns war ja im Vorfeld der Saison schon klar, dass es eine schwere Runde für uns werden wird.

Es muss Sie doch aber massiv stören, dass Sie in der jungen Saison schon zwei Spiele kampflos abgeben mussten. Sowohl im Pokal gegen Schwäbisch Gmünd als auch in der Runde gegen Ravensburg hatten Sie nicht genügend Spieler zusammen. Wie kann so etwas passieren?

Ich hatte schon am Staffeltag gesagt, dass es für uns gegen Gmünd schwierig werden wird, eine Mannschaft zusammenzukriegen, weil der Termin viel zu früh war und etliche Spieler noch im Urlaub waren. Die Absage gegen Ravensburg muss die absolute Ausnahme sein. Da muss ich mir aber auch einen Fehler eingestehen. Ich hätte gedacht, dass die Situation zwischen den B- und A-Jugendlichen geklärt sei.

Können Sie diese Aussage konkretisieren?

Klar! Die B-Jugendlichen wollten nicht in der A-Jugend spielen. Das habe ich überhaupt nicht verstanden. Ich dachte, wenn wir personelle Engpässe haben, dann würden uns die jüngeren Spieler helfen. Deshalb habe ich vor kurzem eine Sitzung einberufen mit allen Spielern und Eltern. Jetzt läuft es. Beim vergangenen Spiel hatte ich einen 15 Mann starken Kader zusammen.

Männercoach Klaus Glöckle musste die A-Junioren auch schon zweimal betreuen. Hatten Sie keine Möglichkeit, an diesen Tagen an der Linie zu stehen?

Das eine Mal war ich im Urlaub. Meine Frau ist Lehrerin, da sind wir schon auf die Ferien angewiesen. Beim zweiten Mal war ich privat verhindert. Aber ich habe einen guten Draht zu Klaus Glöckle. Dienstags trainieren wir mit den Herren auch immer zusammen. Wenn Klaus mal später kommt, dann übernehme ich auch das Training zunächst.

Nach einigen Versuchen hat es die A-Juniorenmannschaft endlich geschafft, in die Verbandsstaffel aufzusteigen. Gibt es im näheren Umfeld keine A-Jugendspieler, die gern in dieser attraktiven Liga spielen wollen?

Nein! Ich habe bestimmt 30 Spieler kontaktiert. Ich habe Namen von unseren A-Jugendspielern erhalten, die ich fragen sollte – nichts. Einige spielen mit 18 Jahren schon lieber bei den Aktiven als in der A-Jugend. Ich kann das nicht verstehen. In der Verbandsstaffel werden sie Stadien sehen, die sie wahrscheinlich nie wieder sehen werden. Zudem denke ich, dass Fußball bei den Jugendlichen nicht mehr den großen Stellenwert hat wie früher. Einige spielen zwar Fußball, gehen aber lieber ins Fitness-Studio. Einen Lichtblick haben wir dann aber doch: Sascha Ziersmer kommt immer aus Alpirsbach. Er nimmt gern die Fahrerei in Kauf und fühlt sich pudelwohl bei uns.

Nach sechs Spieltagen warten Sie immer noch auf den ersten Sieg. Ist der Kader zu schwach für die Verbandsstaffel?

Nein! Aber Einzelspieler machen den Unterschied aus. Rottweil hatte drei starke Spieler in ihren Reihen, die haben wir einfach nicht in den Griff bekommen Zudem fehlt uns auch ein wenig die Cleverness in einigen Situationen. Da agieren wir viel zu hektisch. In den kommenden Wochen müssen wir uns auch noch im taktischen Bereich verbessern, sonst gehen wir maßlos unter.

Am ersten Spieltag haben Sie gegen Bösingen den einzigen Punkt bis jetzt geholt. Bereits jetzt haben Sie schon sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Glauben Sie noch an den Klassenverbleib?

Der Glaube ist immer da. Aber wir wussten ja, dass es eine schwierige Aufgabe werden wird. Ich hätte aber echt gedacht, dass wir einen größeren Kader beieinanderhaben würden. Aber zum Probetraining sind nur fünf Spieler gekommen, von denen ich keinen gebrauchen konnte.

In dieser Lage kann schnell Frust im Kader aufkommen. Wie motivieren Sie Ihre Spieler?

Ich habe immer einen lockeren Spruch drauf, und gegen ein Kabinenfest habe ich auch nichts. Wichtig ist immer, dass der Spaß im Vordergrund steht.

Kommen wir mal auf die Jugendarbeit der SG Empfingen zu sprechen. Seit einigen Jahren haben Sie keinen hauptberuflichen Jugendkoordinator im Verein. Wie zufrieden sind Sie mit der Jugendarbeit bei der SGE?

Sehr zufrieden. Seit einem Jahr habe ich die Aufgabe des Jugendleiters übernommen. Es läuft sehr gut. Am Freitag haben wir unsere Hauptversammlung. Da werden ein paar ganz neue Gesichter präsentiert werden, die in der Fußballabteilung eine Aufgabe übernehmen werden. Mehr kann ich noch nicht verraten.

Und wo drückt der Schuh?

Wir haben 25 Kinder im Bambini-Bereich. Dass der Zulauf so groß ist, freut uns sehr. Aber wir brauchen noch dringend ein paar qualifizierte Trainer, damit die Jugend optimal gefördert werden kann. Außerdem werden wir in der kommenden Runde keine eigene A-Jugend mehr stellen können. Im Moment habe ich zwölf Spieler in meinem Kader. Davon werden sechs Akteure zu den Aktiven wechseln. Bleiben also nur noch sechs Spieler übrig. Und da aus dem 21 Spieler starken B-Jugendkader nur wenige Spieler in die A-Jugend aufrücken, werden wir keine elf Mann zusammenbekommen. Daher bemühen wir uns gerade, für die A-Jugend eine Spielgemeinschaft mit einem anderen Verein zu bilden.

Wie läuft die Suche?

Eher schleppend. Im Moment möchte niemand so recht mit uns zusammenarbeiten. Ich verstehe das nicht. Wir können mit unseren beiden Kunstrasenplätzen und der Halle optimale Trainingsbedingungen bieten. Ich hoffe, dass wir noch eine Kooperation zustande kriegen werden.

Sie haben vorhin gesagt, das sechs Spieler zu den Aktiven aufsteigen werden. Welchem Spieler trauen Sie den sofortigen Sprung in den Bezirksliga-Kader zu?

Auf jeden Fall ist Dennis Rebmann ein Kandidat. Er hat auch schon gegen Sulz im Bezirksligateam ausgeholfen und hat Philipp Rumpel praktisch komplett ausgeschaltet.

SGE-Trainer Franz Lermer über die schwierige Situation bei der A-Jugend

Franz Lermer ist 51 Jahre alt. Der Handwerksmeister ist 1992 aus Westfalen nach Empfingen gezogen. Seit 1997 ist er in der Jugendarbeit der SG Empfingen als Trainer tätig. Seit einem Jahr ist er nicht nur für die A-Jugend verantwortlich, sondern als Jugendleiter auch für den ganzen Nachwuchs im Verein.

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22.10.2014, 12:00 Uhr

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