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SPD-Abgeordneter verhaftet
Förster galt als Berufsjugendlicher in der Fraktion. Foto: dpa
Bayern

SPD-Abgeordneter verhaftet

Linus Förster steht unter dringendem Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs.

17.12.2016
  • PATRICK GUYTON

München. Der Fall des vor kurzem aus der SPD ausgetretenen bayerischen Politikers Linus Förster nimmt eine drastische Dimension an. Förster ist in Haft genommen worden, so die Staatsanwaltschaft Augsburg, wegen des dringenden Tatverdachts des „schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person, Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs“, sowie Körperverletzung und des Besitzes von Kinderpornografie.

Nach dem Aufkommen erster Vorwürfe und dem Beginn eines Ermittlungsverfahrens Mitte November war Förster aus der SPD ausgetreten. Auch hatte er angekündigt, sein Landtagsmandat zum Ende des Jahres aufzugeben. Am Mittwochabend hob der Landtag seine Immunität auf, am Abend darauf wurde der 51-jährige Augsburger in der Nähe von Passau festgenommen.

Die Angelegenheit ins Rollen hatte eine Augsburger Prostituierte gebracht. Sie hatte im September Strafanzeige gegen Förster gestellt. Demnach hatte dieser heimlich seinen Besuch und die sexuellen Aktivitäten gefilmt. Als der Frau das Aufzeichnungsgerät auffiel, soll es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein.

Die SPD war schon über diese Vorfälle und die Vorwürfe gegen ihren Genossen geschockt. Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher nannte Försters Rückzug „richtig, konsequent und notwendig“. Die Vorwürfe seien „nicht vereinbar mit den Werten der SPD“, sagte Ulrike Bahr, Vize-Vorsitzende der SPD Schwaben. Nach der Anzeige der Prostituierten war es zu Durchsuchungen in Försters Wohnung und Arbeitsräumen gekommen, bei denen die Polizei offenkundig Beweismittel entdeckte, die noch weitaus schwerwiegendere Straftaten belegten als die heimlichen intimen Aufnahmen und die mutmaßliche Körperverletzung. Laut des Tatverdachts soll er sich sexuell schwer an einer Person vergangen haben, die zu diesem Zeitpunkt keine Gegenwehr leisten konnte. Dafür sieht das Gesetz bis zu zehn Jahren Haft vor.

Förster ist promovierter Politikwissenschaftler. Das Landtagsmandat für Augsburg hielt er von 2003 bis jetzt inne, zudem war er von 2014 an Bezirksvorsitzender der SPD Schwaben. In der Fraktion galt er als „Berufsjugendlicher“. Er war Sprecher der SPD-Fraktion für Jugend- und Europapolitik und trat privat als Sänger und Gitarrist in verschiedenen Bands auf. Patrick Guyton

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17.12.2016, 06:00 Uhr

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