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Nochmal mit Rosemann

SPD-Mitglieder nominieren Volkswirt als Bundestagskandidaten

Er war der einzige Kandidat, entsprechend klar fiel das Ergebnis aus. 89 von 99 Wahlkreis-Mitgliedern, knapp 90 Prozent, nominierten am Samstag in der Weilheimer Rammerthalle Martin Rosemann als SPD-Kandidaten für die Bundestagswahl 2013.

25.11.2012
  • Matthias REichert

Weilheim. Im zweiten Anlauf will er es in den Bundestag schaffen. Der 36-jährige Martin Rosemann lebt und arbeitet mittlerweile als Volkswirt und Politikberater in Berlin. Im Fall einer Wahl will er den Erstwohnsitz wieder nach Tübingen verlegen, beantwortete er eine Frage von Renate Schelling. Ab Anfang Juli 2013 sei er vollständig im Wahlkreis.

„Mir ist das Ergebnis damals in die Knochen gefahren. Ich habe Abstand zur Politik gebraucht“, sagte er zu Beginn seiner halbstündigen, kämpferischen Rede. Doch habe er „nichts von der Leidenschaft für die sozialdemokratische Sache und den Wahlkreis verloren“. Die SPD werde „mehr gebraucht denn je“. Rosemann beschwor Erfolge in Landtags- und OB-Wahlen seit dem 23-Prozent-Debakel bei der Bundestagswahl von 2009. Es gebe eine neue innerparteiliche Kultur: „Die Zeit des Basta-Stils ist vorbei.“

Diesmal wollen die Genossen „keine Versprechungen machen, die wir nicht halten können“, mahnte der Kandidat. Der Sozialstaat sei nicht ohne Steuererhöhungen zu sichern. Die Senkung des Spitzensteuersatzes auf 43 Prozent sei ein Fehler gewesen, die SPD wolle ihn nun auf 49 Prozent hoch setzen.

„Die Wirtschaft ist für den Menschen da“: Rosemann fordert eine gerechte Lastenverteilung, die nachhaltige Stärkung der Kommunalfinanzen und eine „echte Regulierung der Banken“. Es gehe „um die Frage, was für ein Europa wir wollen – ein soziales und solidarisches oder ein kaltes Markt-Europa“. Seine Kampfansage, er wolle das Direktmandat zurückholen, stieß auf viel Zustimmung. „Ich habe mich gefreut über deine Rede. Du bist gewachsen in den letzten vier Jahren“, lobte die Tübingerin Erika Wortmann.

Die Genossen fragten nach der Agenda 2010. Es gebe „viel Gutes“ daran, doch räumte Rosemann Fehler ein. So sei die Leiharbeit „ausgeartet“, künftig solle es ausnahmslos „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ geben. Der 36-Jährige fordert einen gesetzlichen Mindestlohn von zunächst 8,50 Euro. Es brauche starke Gewerkschaften und gute Tarifabschlüsse, er wolle „Seite an Seite für Arbeitnehmerrechte kämpfen“.

Und die Rente? Der Kandidat will die prekären Jobs eindämmen. Angesichts zunehmend brüchiger Erwerbsbiografien plane die SPD eine steuerfinanzierte Solidarrente von mindestens 850 Euro für langjährig Versicherte. Das Rentenniveau dürfe nicht unter 50 Prozent sinken, fordert Rosemann. Und „die Reduzierung des Beitragssatzes müssen wir zurücknehmen“.

SPD-Mitglieder nominieren Volkswirt als Bundestagskandidaten
„Zuviel Flügeldenken macht das eigene Denken kaputt. Ich definiere mich in erster Linie als Martin Rosemann und nicht über irgendeinen Parteiflügel“, sagt der mit 90 Prozent der Stimmen gekürte SPD-Bundestagskandidat.Bild: Sommer

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25.11.2012, 12:00 Uhr

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