Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Integration – lebendiger Dialog

SPD-Ortsverein übergibt in Feierstunde Bürgerpreise für ehrenamtliches Engagement

Das Ehepaar Waltraud und Werner Hoffmann vom „Arbeitskreis Asyl“ sowie vier junge Auszubildende im Kreistierheim Freudenstadt sind Träger des SPD-Bürgerpreises 2015 für soziales Bürgerengagement.

23.11.2015
  • Hannes Kuhnert

Freudenstadt. Dieser Preis, in einer eindrucksvollen Feierstunde in der Realschul-Aula zum 5. Mal vergeben, gewinnt immer höhere Wertschätzung in Freudenstadt. Dafür dankte Bürgermeister Gerhard Link namens der Stadt.

Der SPD-Ortsverein würdigt mit der Vergabe des Preises das Engagement von Bürgern/innen, die in ihrem Ehrenamt der Gesellschaft einen hohen Dienst erweisen. Im Ehrenamt Tätige seien „ganz besondere Menschen, die anpacken, Verantwortung übernehmen für Mensch, Tier und Natur“, sagte der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Tobias Frommann in Anwesenheit zahlreicher Bürger, Gemeinderäte, Ehrengäste und Gerhard Mauer, Landrat a.D. An die Preisträger wandte sich Bürgermeister Gerhard Link in seinem Grußwort. Das Ehepaar Hoffmann erhalte den Preis stellvertretende für alle, die wie Waltraud und Werner Hoffmann im Freundeskreis Asyl und ähnlichen Vereinigungen an Flüchtlinge „einen wichtigen Teil der Willkommenskultur unserer Stadt vermitteln“. Den vier jungen Damen vom Tierschutzverein bescheinigte Link, dass deren Tierliebe und Fürsorge für das Tier weit über das übliche Maß hinausgehe.

Mit jährlich rund 4,6 Milliarden Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die einen rechnerischen Wert von 39 Milliarden Euro ausmachen, sei das Ehrenamt auch ein wirtschaftlich wichtiger Faktor in Volkswirtschaft und Gesellschaft, bilanzierte SPD-Landtagskandidatin Uta Schumacher. Bürger im Ehrenamt übernähmen Verantwortung und Pflichten, seien da und brächten sich ein, auch wenn es manchmal nicht leicht sei. Die Bereitschaft im Land, sich für Flüchtlinge und Asylsuchende zu engagieren sei ungebrochen. „Vielleicht“, so Uta Schumacher, „sollte die Bundesregierung die Mitglieder der Asylkreise befragen, ob das Boot voll ist, ob wir das schaffen. Denn hier sind diejenigen, welche die Last tragen, Zeit aufwenden, im Gespräch das Schicksal teilen und für eine gelungene Integration sorgen“.

In einer sehr persönlichen Laudatio würdigte Diakon Georg Lorleberg den Einsatz des Ehepaars Hoffmann, berichtete von deren Respekt, Liebe und Hingabe, mit denen das „Kraftwerk Waltraud und der Herzmensch Werner“ Flüchtlingen begegnen, ihnen zuhören, dann urteilen und handeln. Mut und Ausdauer, Hartnäckigkeit, Visionen und Gemeinschaft zeichne ihr Engagement aus.

Der Verein zählt zurzeit 65 Mitglieder, dazu kommen fast ebenso viele Helfer ohne Mitgliedsstatus. Die praktische Hilfe des Vereins reicht vom Vermitteln von Deutschkursen bis zum Begleiten bei Arztbesuchen und Behördengängen sowie bei der Arbeitsplatz- und Wohnungssuche. Inzwischen komme zur Willkommenskultur auch die Verabschiedungskultur, denn viele Flüchtlinge müssten wieder zurückkehren. Der ehrenamtliche Einsatz in der Betreuung von Flüchtlingen sei keine Einbahnstraße, auch der Ehrenamtliche gewinnt: „Integration ist ein lebendiger Dialog“.

Ganz anders fiel die Laudatio von Eberhardt Haug, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, für die vier Auszubildenden im Kreistierheim aus, Linda-Sophie Kunze, Anne Schütte, Annika Müller und Mariell Keim. Er befragte sie über ihre Arbeit und ihren bisherigen Werdegang. Dabei erfuhr das Publikum viel über die außergewöhnliche Tierliebe und die Begeisterung, mit der sich die jungen Damen der Tiere annehmen, sie pflegen und dabei auch nächtliche Einsätze beim Durchfüttern von Tierbabys nicht scheuen.

Interessant, dass alle vier jungen Frauen über freiwillige Helferstunden und Praktika im Kreistierheim den Weg zur Tierpflegerinnen-Ausbildung fanden. „Tierleid ist oft sehr nahe beim Menschenleid“ erinnerte der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Rudolf Müller. Hinter jedem Tier stehe auch ein Mensch, die „Mädels“ hätten also sehr wohl auch mit Menschen zu tun. Anna Maria Tazan an der Violine und Julia-Laura Andrei am Klavier umrahmten mit couragiert gespielter Klassik die Feierstunde.

SPD-Ortsverein übergibt in Feierstunde Bürgerpreise für ehrenamtliches Engagement

SPD-Ortsverein übergibt in Feierstunde Bürgerpreise für ehrenamtliches Engagement
Vier junge Frauen, Auszubildende im Kreistierheim, teilen sich den Bürgerpreis für soziales Engagement, den SPD-Fraktionsvorsitzender Eberhardt Haug übergibt. Von links Annika Müller, Mariell Keim, Anne Schütte und Linda-Sophie Kunze. Bilder: rt

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball