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SPD huldigt ihrem großen
Vordenker
Erhard Eppler: SPD ist nicht altmodisch geworden. Foto: dpa
Geburtstag

SPD huldigt ihrem großen Vordenker

Zum 90. feiert die Partei den „bewahrenden Avantgardisten“ Erhard Eppler im Landtag.

10.12.2016
  • BETTINA WIESELMANN

Stuttgart. Sie sind längst ein Herz und eine Seele: der gestern 90 Jahre gewordene Erhard Eppler und seine SPD, der der Schwäbisch Haller seit 60 Jahren angehört. Mit dem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel an der Spitze („ich bin das nächste Jahr 40 Jahre dabei und fand das schon ziemlich anstrengend“) „huldigten“ (SPD-Landeschefin Leni Breymaier) gut 120 Genossen dem immer streitbar gewesenen Vordenker. Ex-Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel (90) war ebenso ins Landtagsfoyer gekommen wie Heidemarie Wieczorek-Zeul (74), die Eppler 20 Jahre nach dessen Ausscheiden im Jahr 1978 als Ressortchefin ins Entwicklungshilfeministerium gefolgt war.

„Wir sind ungeheuer stolz, dass Du einer von uns bist“, sagte Gabriel in Anwesenheit von Landtagspräsidentin Muhterem Aras und Landesbischof Frank Otfried July – und das nicht nur mit Blick auf die mehr als 50 Bücher, die Eppler geschrieben habe. Die Geschichte der „stolzen Programmpartei SPD“ sei ohne den undogmatischen, wertkonservativen Ideenpolitiker Eppler nicht zu erzählen. Er habe „wie kein Zweiter nach Godesberg“ immer wieder für die SPD den politischen Raum vermessen, früh die Grenzen des Wachstums hinterfragt, den Primat der Lebensqualität vor bloßem technischen Fortschritt postuliert: „Ein bewahrender Avantgardist, das trifft es gut.“ Dass ihm selbst in den 80er Jahren der Friedenspolitiker Eppler „nicht links genug war, glaubt mir heute kein Mensch mehr“, stellte der heute auch für Rüstungsexporte zuständige Bundeswirtschaftsminister fest.

„Gar nicht altmodisch“

Dirk Messner, der dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen angehört, plädierte im Festvortrag dafür, die notwendige Nachhaltigkeitspolitik global anzugehen. Der Umbau gelinge nur, „wenn die soziale Dimension“ mitgedacht werde, sagte der Professor. Eine Position, die auch Eppler mit Entschiedenheit vertrat. „Glaubt ja nicht, dass diese SPD altmodisch ist, sich überlebt hat. Möglicherweise steht sie vor einem neuen, für die ganze Gesellschaft entscheidenden Auftrag“, machte Eppler seiner Partei Mut. Bettina Wieselmann

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10.12.2016, 06:00 Uhr

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