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Instinkt-Fußballer

SV 03-Legende Jörg Spannenberger ist tot

Tübingen. Die Tübinger Fußball-Familie trauert um einen der besten Kicker der Stadt: Jörg Spannenberger ist tot. Der Fußball war ihm quasi in die Wiege gelegt als Sohn des langjährigen TSG-Trainers Rudi Spannenberger. In der Jugend kickte auch Jörg Spannenberger bei der TSG, doch er identifizierte sich bald mit dem Nulldrei, für ihn und dank ihm fußballerisch immer die Nummer eins in der Stadt.

16.10.2012
  • Hansjörg Lösel

Als Aktiver verhalf „Spanne“, oft auch „Brummer“ genannt, dem SV 03 zu Erfolgen wie zu alten Glanzzeiten: Unter Trainer Peter Zeidler schaffte Spannenberger mit dem SV 03 von 1992 bis 1994 den Durchmarsch aus der Bezirksliga bis in die Verbandsliga. Gefeiert wurde er auch beim TSV Lustnau: Den führte er noch mit 35 als Spielertrainer in die Bezirksliga.

Sein Talent, da sind sich alle einig, die den Instinkt-Fußballer haben kicken sehen, hätte auch für die Erste oder Zweite Liga gereicht. Doch der Gladbach-Fan wollte nicht alles auf die Karte Profifußball setzen: Spannenberger baute parallel ein berufliches Standbein in der Versicherungsbranche auf, war seit kurzem Bezirksgeschäftsführer einer Krankenkasse.

Seine größten Fußball-Erfolge hatte der torgefährliche Mittelfeldspieler im Trikot des SSV Reutlingen erlebt: Mit 23 wechselte Spannenberger an die Kreuzeiche und etablierte sich sofort im Team von Trainer Lorenz-Günther Köstner. Die Oberliga war damals noch die dritthöchste Klasse in Fußball-Deutschland, und der SSV spielte Jahr für Jahr um den Titel. Mit starkem Tübinger Einschlag: Neben Spannenberger waren Wolfram und Thomas Bauer sowie der Rottenburger Pascal Müller Stammspieler der damaligen Mannschaft, die auch wieder die Fans an die Kreuzeiche lockte. Am Ende von Spannenbergers erster Saison beim SSV schlug Reutlingen vor 13 000 Zuschauern in Heilbronn im Entscheidungsspiel um den Meistertitel Pforzheim mit 3:1. Ein Jahr später folgte der WFV-Pokalsieg, im Finale gegen Wangen hieß der Torschütze: Spannenberger.

„Spanne“ stand auch am 11. Juni 1989 in Edenkoben auf dem Platz, als Reutlingen ein Unentschieden zum Aufstieg in die Zweite Liga gereicht hätte. Der SSV führte bis zur 87. Minute mit 1:0, kassierte aber noch den Ausgleich und in der Nachspielzeit sogar das 1:2. Manche Sportjournalisten sprechen bei solchen Gelegenheiten von „der schwärzesten Stunde im Fußballer-Leben“. Wie unpassend diese Floskel ist, hat der vergangene Sonntag gezeigt, an dem Jörg Spannenberger im Alter von nur 46 Jahren starb.

SV 03-Legende Jörg Spannenberger ist tot
Jörg Spannenberger

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16.10.2012, 12:00 Uhr

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