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Mit 42 Jahren das Spiel diktiert

SV Nehren gewinnt das Derby beim FC Rottenburg

Gut und gerne 600 Zuschauern im Rottenburger Hohenbergstadion wurde einiges geboten: Zum Landesliga-Auftakt siegte der SV Nehren beim FC Rottenburg hoch verdient 2:0 (1:0).

18.08.2012
  • Moritz Hagemann

Rottenburg. Pedro Keppler? Nein. Luigi Felici? Nein. Obwohl Nehrens Trainer Jochen Weigl noch angekündigte, sich ein System mit beiden Angreifern vorstellen zu können, beließ er gleich beide auf der Bank – zumindest Keppler war jedoch auch angeschlagen. Dafür stürmte Moritz Glasbrenner als zentrale Spitze im 4-5-1-System des SV Nehren. Doch nicht nur das: Im zentralen Mittelfeld begann Weigls Trainerkollege Nico Sbordone an der Seite von Marlon Ferreira, der nun doch vom TSV Ofterdingen zum SVN zurück kam.

Und Nehren legte los, wie man es von einem Verbandsliga-Absteiger erwartet: Aggressiv, spielfreudig und chancenreich. Nach sieben Minuten flankte Glasbrenner flach auf Jan Bochinger, der flog über den Fuß des zu spät kommenden Ender Akkus – Strafstoß für Nehren. Glasbrenner trat an, doch der Ball war eine leichte Beute für FCR-Keeper Michael Geiger. „Ein Messi-Elfmeter“, scherzten Zuschauer, schließlich hatte Glasbrenner exakt so vergeben, wie Argentiniens Star gegen die DFB-Elf.

Aber Nehren ließ sich nicht beirren. Der starke Sbordone erkämpfte sich im Mittelfeld beherzt den Ball, Glasbrenner ließ drei Gegenspieler aussteigen, sah den freien Armando Munoz (24.) und dieser markierte die SVN-Führung mit einem Treffer der Marke „Tor des Monats“. Munoz lupfte den Ball vom Strafraumeck direkt in den Winkel des langen Ecks. „Ich mache das im Training öfters und da klappt es auch ganz gut“, erklärte der Torschütze nach der Partie. Mit der Führung im Rücken tat Nehren dann nicht mehr als nötig, hatte den FCR aber bis zur Pause dennoch im Griff. „Wir haben Nehren zu viel spielen lassen. Aber das ist ein Lernprozess, den meine jungen Spieler einfach machen müssen“, sagte FCR-Coach Erol Türkoglu.

Mit dem Beginn des zweiten Spielabschnittes wachten Türkoglus Schützlinge dann auf: Eine scharfe Hereingabe des bemühten Cihan Canpolat fälschte ein Nehrener beinahe ins eigene Tor ab, ehe Steffen Reichert aus zu spitzem Winkel nur noch den Außenpfosten traf (51.). In der Folgezeit hatte Nehren Probleme und musste sich oftmals mit Fouls helfen – bis zur 70. Minute, „dem absolut dümmsten Zeitpunkt für das 0:2“ (Türkoglu). Moritz Glasbrenner startete nach einem langen Ball durch und legte sich den Ball zwar zu weit vor, erwischte dadurch aber FCR-Verteidiger Jan Baur auf dem falschen Fuß und lenkte den Ball über den herausstürmenden Michael Geiger ins Netz. „Wir hätten das Spiel eigentlich schon in der ersten Halbzeit entscheiden können“, sagte Nico Sbordone abschließend.

Dennoch hatte der FCR noch seine Chance: Steilpass von Arthur Engraf auf Cihan Canpolat, ein Pfiff, Elfmeter. Nehrens Schlussmann Jonathan Wutzler soll Canpolat von den Beinen geholt haben. Eine zumindest strittige Entscheidung. FCR-Kapitän Björn Straub sorgte aber dafür, dass der Elfmeter nichts mehr ausmachte – er wuchtete den Ball an den rechten Pfosten (73.). Nehren war letztlich aber einfach zu stark und der FCR legte zu spät den Respekt ab.

FC Rottenburg: Geiger, Basar, Baur, Liedtke, Akkus, Engraf, Mongioj (75. Morrone), Straub (89. Schenk), Canpolat, Reichert (58. Weber), Grammer.

SV Nehren: Wutzer, Amann, Keller, Kevin Frank, Seemann, Ferreira, Sbordone (77. Klotzbier), Munoz, Braun (66. Bäuerle), Bochinger, Glasbrenner (85. Keppler).

SV Nehren gewinnt das Derby beim FC Rottenburg
Die Nehrener Jubeltraube und der erfahrenste Mann ganz oben: Trainer Nico Sbordone feiert mit seinen Mannen das Traumtor von Armando Munoz. Bild: Ulmer

Mit seinen 42 Jahren zeigte Nehrens Coach Nico Sbordone eine glänzende Leistung, ehe er nach 77 Minuten vom Feld musste: „Eine Prellung, nichts schlimmes“, so der ehemalige Bundesligaprofi. „Ich muss unseren jungen Spielern halt geben und habe die ganze Vorbereitung mitgezogen“, sagt Sbordone. Und in der Tat: An der Seite von Rückkehrer Marlon Ferreira im defensiven Mittelfeld war der SVN stark. „Nehren hat das Mittelfeld dominiert“, gab auch FCR-Coach Erol Türkoglu zu. Sbordone hat noch nicht genug: „Ich muss schauen, wie ich die Spiele wegstecke, aber ich habe noch Lust“ – da ist wohl jemand noch einmal auf den Geschmack gekommen.

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18.08.2012, 12:00 Uhr

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