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Wenn es sechs Beine hat, ist es ein Insekt

Sabine Kracht und Stefan Ruge erklären an der Kinder-Uni der HFR, wie man Insekten, Sandkörner und Pflanzen mikroskopiert

Warum fallen Fliegen nicht von der Zimmerdecke und warum bleiben manche Sandkörner an einem Nagel kleben? Mit Mikroskopen fanden 15 Kinder an der Forsthochschule die Antworten heraus.

11.10.2012
  • Martin Zimmermann

Rottenburg. Die Teilnehmerzahl passt genau. Jedes Kind kann an seinem eigenen Mikroskop forschen. Zwei Stühle müssen die jungen Forscher aufeinanderstapeln, um sitzend durch die Mikroskope schauen zu können. „In diesem Raum studieren normalerweise Erwachsene“, entschuldigt sich die Biologin Sabine Kracht. Auf ihre Frage, woran man denn Insekten erkennen kann, bekommt die Dozentin auf Anhieb eine kompetente Antwort: „Die haben viele Beine.“

Doch Kracht will es genau wissen. „Wie viele Beine denn?“, fragt sie und erklärt, dass ein Tier, das nicht sechs, sondern acht Beine habe, kein Insekt, sondern ein Spinnentier sei. Woran kann man Insekten noch erkennen? „Die haben ein Hinterteil“, ruft ein Kind. Kracht bestätigt, dass Insekten aus Kopf, Bauch und Hinterleib bestehen.

Dozentin Kracht teilt jedem Kind eine Plastikbox aus, in der ein Maikäfer, eine Honigbiene und eine Stubenfliege liegen. „Die haben wir nicht extra getötet, die sind von alleine gestorben“, erklärt sie den Kindern. Jedes Kind bekommt eine Federstahlpinzette, mit der es sich die Tiere zurechtlegen kann ohne etwas abzubrechen. Schnell teilen die Kinder ihre Beobachtungen mit. „Die Bienen haben da so Stacheln auf den Augen.“ Kracht erklärt, dass es sich um feine Härchen handelt. „Die Biene hat voll die Zähne. Sie sieht aus wie ein Vampir“, findet ein Kind. Es erfährt, dass es sich bei den vermeintlichen Zähnen um eine Zunge handelt, mit der die Biene Nektar saugt, aus dem sie wiederum Honig produziert. Außerdem finden die Kinder unter dem Mikroskop heraus, warum die Stubenfliege nicht von der Decke fällt oder von der Scheibe rutscht: Sie hat winzige Krallen und Haftlappen an den Füßen. Die Kinder lernen auch, das Geschlecht der Maikäfer zu unterscheiden: „Die Männchen haben längere Antennen, damit sie die Duftstoffe der Weibchen aufnehmen können“, erklärt Kracht. Botanik-Professor Stefan Ruge berichtet den Kindern, was es mit einem Moosblatt unter dem Mikroskop auf sich hat: „Auch wenn man es nicht schmecken kann, wie bei der Zuckerrübe, stellt das Moos eine geringe Menge Zucker her, von der es leben kann.“ Eine Zweitklässlerin fragt nach: „Wie heißen nochmal die grünen Dinger die für die Fotosynthese da sind?“ Ruge buchstabiert: „C-H-L-O-R-O-P-L-A-S-T-E-N.“ Unter dem digitalen Mikroskop kann der Professor an der Leinwand sogar zeigen, dass sich diese Chloroplasten bewegen. „Das Moos lebt noch. Bei einem welken Moos wäre das anders.“

Zum Abschluss zeigt Sabine Kracht den Kindern noch, dass es unterschiedlichen Sand gibt. „Manche Kiesel bleiben an einem Magneten hängen, ebenso ist es beim Sand“, erklärt sie. „Wenn ihr mit einem magnetisierten Nagel darin herumrührt, bleiben winzige Sandteilchen hängen. “

Dann gibt sie den Kindern den blau eingefärbten Sand, an dem ein Tübinger Professor gerade forscht. Eines der Kinder entdeckt fasziniert eine „ganz Mini-Mini-Muschel“ im Sand. Es handle sich um die Schalen von Einzellern, erklärt Kracht.

Info Wer mindestens vier der sechs Kinder-Uni-Vorlesungen besucht, bekommt von der Rottenburger Bürgerstiftung einen Büchergutschein. Die nächste Gelegenheit, Punkte zu sammeln haben Kinder am Mittwoch, 17. Oktober, 16 Uhr, Forsthochschule: „Wie wächst aus Matsch ein Baum?“

Sabine Kracht und Stefan Ruge erklären an der Kinder-Uni der HFR, wie man Insekten, Sandkörner
Mit der Pipette legt sich Noel Tschochner einen Maikäfer zurecht. Im Hintergrund hilft Botanikprofessor Stefan Ruge einer Jungforscherin.

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11.10.2012, 12:00 Uhr

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