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Samba, der Sound für ein Lebensgefühl
Immer wieder freitags: die „Pedra do Sal“ in Rio. Foto: dpa
Musik

Samba, der Sound für ein Lebensgefühl

Vor 100 Jahren wurde der erste Song bei den Behörden in Rio angemeldet. Bis heute prägt die Musik die Stadt.

22.11.2016
  • DPA

Rio de Janeiro. . Dort, wo die Sklaven ankamen und den Samba nach Brasilien brachten, wird er heute noch gefeiert. An der „Pedra do Sal“, der Treppe im Zentrum Rios, wird montags und freitags ein Tisch aufgebaut: Musiker kommen, fangen an zu spielen und tausende Menschen summen mit. Ganz in der Nähe des Sklavenviertels von Rio de Janeiro setzten sich 1916 der Musiker Donga und der Journalist Mauro de Almeida hin, schrieben ein Lied und machten aus der bis dahin nur von Musiker zu Musiker überlieferten Musikrichtung ein Vermächtnis. „Pelo telefone“, „Am Telefon“, lautete ihr Titel, am 27. November 1916 wurde er als erster aufgenommener Sambasong von der Nationalbibliothek in Rio registriert. „Pelo telefone“ machte im Karneval 1917 Furore. Es geht um einen Polizeichef, der vom verrückten Leben der Bewohner Rios berichtet: Mit dem Samba lasse man die Probleme hinter sich.

Während der ursprüngliche Sambasound schwarz geprägt war, entstand in den weißen Strandvierteln wie Ipanema in den 60ern die neue, mit Jazz- und Reggaeelementen angereicherte Richtung: der Bossa Nova. Auch wenn gerade tiefe Rezession herrscht: Die Herz-Schmerz-Geschichten, die das Leben dieser so widersprüchlichen Stadt erzählen, lassen sich die Brasilianer nicht nehmen. Bei den Olympischen Spielen in Rio präsentierten sich die Besten der Besten; Model Gisele Bündchen marschierte einsam als „Girl from Ipanema“ durch das Maracanã. Das „Girl from Ipanema“, der Rio-Song schlechthin, hat sogar Auswirkungen auf die Benennung des Flughafens nach Tom Jobim. Zusammen mit dem Dichter Vinícius de Moraes hatte der Musiker den Bossa-Song 1962 auf eine Papiertischdecke geschrieben.

Vieles lebt von der Improvisation, so wie in der Garagenbar Bip Bip in Copacabana, wo der knorrige Wirt Alfredo auf Musiker wartet. Die kommen, setzen sich und fangen an zu spielen. Aber Beifall darf nur mit den Fingern geschnipst werden – soviel Rücksichtnahme ist fast so außergewöhnlich wie ein Tag ohne Sambamusik am Strand. dpa

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22.11.2016, 06:00 Uhr

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