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Samba ist das Ziel
Neunmal hat Nico Rosberg in dieser Saison schon gejubelt, wie hier in Singapur. Beim zehnten Mal wäre er Weltmeister. Foto: Eibner
Formel 1

Samba ist das Ziel

Vieles spricht dafür, dass Nico Rosberg beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo seinen ersten WM-Titel einfährt.

11.11.2016
  • MANUELA HARANT

Irgendwie seltsam. Am kommenden Wochenende kann zum ersten Mal seit drei Jahren wieder ein Deutscher Formel-1-Weltmeister werden, aber eine Euphorie wie zu Sebastian Vettels oder gar Michael Schumachers Zeiten ist hierzulande noch nicht entfacht. Ein Beispiel: 4,49 Millionen TV-Zuschauer sahen bei RTL den Großen Preis von Mexiko vor zwei Wochen – das waren fast eine Million weniger als der Durchschnitt bei Vettels letzter Weltmeister-Saison 2013 (5,28 Mio.).

Obwohl Nico Rosberg seinen ersten Matchball in Mexiko nicht verwandelt hat und nur Zweiter wurde, ist es noch wahrscheinlicher geworden, dass der Mercedes-Pilot beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo am Sonntag (17 Uhr MEZ/Sky und RTL) nun den zweiten Aufschlag zu seinem ersten WM-Titel verwandelt. Rosberg wäre der dritte Deutsche, dem dies gelänge. Doch der Familienvater mit dem Bubi-Gesicht, der überwiegend in Monaco aufgewachsen ist, hat das hiesige Publikum noch nicht so mitreißen können wie seine Vorgänger. Und das will der 31-Jährige mit einem Sieg im Samba-Rennen, der gleichbedeutend mit dem Titelgewinn wäre, ändern.

Die Vorzeichen könnten jedenfalls kaum besser sein. Der gebürtige Wiesbadener stand schon in den vergangenen beiden Jahren in Sao Paulo jeweils ganz oben, die Strecke liegt dem Deutschen, seinem letzten verbliebenen Rivalen aus dem eigenen Rennstall, Lewis Hamilton gelang das hingegen noch nie.

Der bislang als „ewiger Zweiter“ betitelte Rosberg, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils Hamilton den Vortritt lassen musste, will deshalb auch nicht pokern, sondern das Rennen in Brasilien angehen wie jedes andere. „Ich muss weiter das machen, was mir dabei hilft, meine Bestleistung zu bringen – und das bedeutet, jedes Mal auf Sieg zu fahren“, betonte Rosberg. Eine wichtige Grundvoraussetzung dafür wird allerdings sein, dass Rosberg schon das Duell um die Pole Position gegen Hamilton gewinnt. Denn in den letzten beiden Rennen in Austin und Mexiko kam der Deutsche von Startplatz zwei nicht mehr an dem Briten vorbei und Hamilton hamsterte jeweils die 25 Siegerpunkte vor seinem ungeliebten Mercedes-Konkurrenten.

Für einen historischen Triumph jedenfalls bringt Rosberg – Nationalpatriotismus hin oder her – genügend Stoff mit: Als Sohn des finnischen Weltmeisters von 1982, Keke Rosberg, wäre er im Formel-1-Zirkus der erste Zögling, der den Erfolg seines Vaters wiederholt. Auch hätte er mit elf Jahren in der Königsklasse des Motorsports einen rekordverdächtigen Anlauf für seinen ersten Triumph gebraucht.

Allerdings liegt darin auch das Risiko, das weiß Rosberg: Wenn er anfängt zu verkrampfen, spielt es seinem coolen Gegenspieler in die Karten. Betont locker gab er sich daher auch nach dem Mexiko-Rennen, obwohl sein Vorsprung wieder um fünf Punkte geschmolzen war. „Ich bleibe bei meinem Plan, ich will das nächste Rennen gewinnen. Und wenn das in Brasilien klappt, dann ist die Sache ja erledigt“, sagte der Mercedes-Pilot süffisant.

Locker bleiben, aber konzentriert – so lautet die Devise. Und wenn die Zuschauer in Deutschland Rosberg nach seinem Sieg am Sonntag mit den Brasilianerinnen Samba tanzen sehen, schwappt die Euphorie ja vielleicht doch noch hierher.

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11.11.2016, 06:00 Uhr

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