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Berliner Schloss

Sammeln, Forschen, Austauschen

Ende 2019 eröffnet das Humboldt Forum. Schon jetzt startet ein Reigen von Veranstaltungen.

03.11.2016

Von GUNTHER HARTWIG

Neil MacGregor, Intendant des Humboldt Forums. Foto: Soeren Stache/dpa

Berlin. Nichts weniger als die Geschichte der Menschheit soll im Humboldt Forum erzählt werden, das Ende 2019 in das neue alte Berliner Schloss einziehen wird. Weil das ein ebenso ehrgeiziges wie weitgefächertes Vorhaben ist, warten die Gründungsintendanten Neil MacGregor, Hermann Parzinger und Horst Bredekamp den Eröffnungstermin gar nicht ab, sondern starten jetzt einen Vorreigen an Ausstellungen und Veranstaltungen in der temporären Humboldt Box am Berliner Schlossplatz, der einen Hinweis auf das Konzept des Hauses gibt.

Den Anfang macht bis 26. Februar 2017 die Schau „EXTREME! Natur und Kultur am Humboldtstrom“, eine ökologische Hommage an die Namensgeber des Forums und ein Vorgeschmack auf die künftigen Ausstellungen, die interdisziplinär und international ausgerichtet sein werden. Das Humboldt Forum soll auch nach dem Willen von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ein Weltkulturmuseum und ein Weltbürgerforum sein, eine Stätte des Sammelns, Forschens und Austauschs, im Sinne der Brüder Alexander und Wilhelm von Humboldt.

In den nächsten drei Jahren werden Ausstellungen folgen, die diesem Anspruch gerecht werden sollen: Im Mittelpunkt stehen der globale Kinderschutz, Flucht- und Wanderungsbewegungen sowie der Doppelcharakter des Goldes als Wohlstandswert und Auslöser von Krieg und Kolonialismus. Mit Partnern aus aller Welt, etwa aus Tansania, Venezuela und China, werden Menschheitsgeschichten erzählt. „Das Teilen der kuratorischen Verantwortung ist auch ein Teilen der Deutungsmacht“, sagt Parzinger.

Dass der Eintritt in die Ausstellungen in der Humboldt Box frei ist, darf als Statement der Gründungsintendanten gewertet werden – sie wollen auch das künftige Publikum im Humboldt Forum nicht zur Kasse bitten. Monika Grütters gilt als Schöpferin dieser Idee; sie ist dabei, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vom Sinn des unentgeltlichen Zugangs zu überzeugen: „Auch wenn dazu ein höherer Betriebskostenetat des Bundes nötig ist – die Idee findet Anklang im Kopfe Schäubles.“ Gunther Hartwig

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Erstellt:
3. November 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
3. November 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 3. November 2016, 06:00 Uhr

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