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Handy-Desaster

Samsung stoppt Produktion von Pannen-Smartphone

Der Konzern steckt nach dem Aus für das Galaxy Note 7 tief in Schwierigkeiten. Der führende Familien-Clan kann nicht loslassen.

12.10.2016
  • FELIX LEE

Seoul. Bei Samsung Electronics nimmt das Debakel um brennende Akkus beim neuen Smartphone Galaxy Note 7 immer verheerendere Ausmaße an. Der Weltmarktführer teilte am Dienstag mit, die Produktion seines Vorzeigegeräts komplett zu stoppen. Kunden, die das Gerät bereits erworben haben, sollen es auf keinen Fall mehr benutzen. Und auch das Ersatzmodell, das Samsung nach der ersten Rückrufaktion ausgehändigt hatte, soll zurückgegeben werden. Es werde erstattet, versicherte der südkoreanische Konzern.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, der Produktionsstopp sei in Absprache mit den Behörden in China und den USA erfolgt. Samsung teilte in einer Stellungnahme lediglich mit, dass die Sicherheit der Kunden Priorität habe.

Anfang September hatte Samsung eine weltweite Austauschaktion für rund 2,5 Millionen Geräte wegen Brandgefahr bei den Akkus bekannt gegeben. Als in den vergangenen Tagen in den USA dann auch mindestens fünf ausgetauschte Note-7-Geräte in Flammen aufgingen, musste Samsung reagieren – und nahm die Neuentwicklung komplett vom Markt.

Wie teuer der Rückruf und der Produktionsstopp für das Unternehmen werden wird, ist offen. Die Smartphone-Sparte machte im vergangenen Quartal mehr als die Häfte des operativen Gewinns von Samsung Electronis aus. Ebenso spürbar dürfte der Imageschaden ausfallen. „Dass ausgerechnet das von Kritikern vorab viel gepriesene Top-Modell gescheitert ist, wird Samsung um Jahre zurückwerfen“, vermutet Jiang Bojing, Technik-Experte des chinesischen Online-Portals Sina.

Zugleich offenbart der gescheiterte Vertrieb des Top-Smartphones ein weiteres Problem: der zu große Einfluss der Gründerfamilie Lee. Aktionärsschützer kritisieren Filz und mangelnde Transparenz in dem Mischkonzern, der neben Elektronik auch Banken, Supermärkte, Hotels und Einkaufszentren betreibt sowie Versicherungen verkauft. Das Sagen habe stets der Lee-Clan, kritisiert Bruce Lee von Zebra Investment Management, der nicht mit dem Clan verwandt ist. „Alles ist auf die Familie ausgerichtet, die Interessen der Aktionäre und Mitarbeiter werden ignoriert.“

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12.10.2016, 06:00 Uhr

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