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Sulz

Sanieren und spezialisieren

Die Besitzer der leerstehenden Gebäude sehen die Schuld bei den Kunden, die die Läden in der Innenstadt zu wenig frequentieren. Wirtschaftsförderer Hartmut Walter und HGV-Chefin Gislinde Sachsenmaier glauben jedoch, dass die Eigentümer ihre Häuser sanieren müssen. Sachsenmaier regt an, dass mehrere Besitzer sich für die Renovierung zusammentun und alles gemeinsam in Stand setzen. Eine weitere Idee wäre, dass Selbstvermarkter ihre Produkte im Zentrum anbieten.

13.06.2015

Sulz. Anders als die Nachbarstadt Horb verfügt Sulz nicht über einen City-Manager – ein Problem, das immer wieder zur Sprache kommt. Hartmut Walter ist sich der begrenzten Möglichkeiten bewusst: „Als nebenamtlicher Wirtschaftsförderer kann ich kein professionelles Leerstandsmanagement machen“, stellt Walter fest, der zugleich Hauptamtsleiter ist. „Nicht alle Leerstände sind im jetzigen Zustand vermarktbar“, sagt Hartmut Walter an die Adresse der Gebäudebesitzer und verweist darauf, dass die Läden in sanierten Häusern belegt sind. Erschwerend hinzu kommt aber, dass die Flächen in der Innenstadt meist nur 60 bis 70 Quadratmeter Größe haben – das ist vielen jedoch zu klein. „Wenn es eine Chance gibt, dann müsste es was Spezielles sein“, ist der Wirtschaftsförderer überzeugt.

Gislinde Sachsenmaier formuliert daraus eine Frage: „Hat der Einzelhandel in der Innenstadt überhaupt eine Überlebenschance?“, grübelt die Vorsitzende des Sulzer Handels- und Gewerbevereins (HGV). Als Bankerin versteht Sachsenmaier aber auch die Eigentümer, die vor Investitionen zurückscheuen. „Wir müssen alles tun, damit nicht noch mehr Läden schließen, denn das wäre ein furchtbares Bild für die Innenstadt“, sagt Sachsenmaier, meint damit aber nicht nur den HGV, der „alleine nicht wirklich etwas erreichen kann“. Stattdessen regt die HGV-Chefin eine Gemeinschaftsaktion an: „Die Besitzer von drei bis vier markanten Gebäuden könnten sich zu einer Genossenschaft oder einer anderen Rechtsform zusammentun und Anteile verkaufen, damit die Investitionskosten für den Einzelnen nicht so hoch sind“, schlägt Gislinde Sachsenmaier vor. Den Anstoß müsste die Stadt geben, allerdings fehle dazu ein City-Manager.

Den „negativen Domino-Effekt“ gelte es, in eine positive Entwicklung umzukehren, fordert die Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins. Die vielen leerstehenden Flächen in der Innenstadt könnten als Chance genutzt werden, um dort Alleinstellungsmerkmale mit Sogwirkung über die Stadtgrenzen hinaus zu positionieren. Sachsenmaier denkt dabei an Selbstvermarkter, die regionale Produkte anstatt in abgelegenen Hofläden mitten in der Stadt verkaufen. Das fortschreitende Aussterben des Zentrums will der HGV jedenfalls nicht tatenlos mitansehen. Bei der nächsten Versammlung am 23. Juni soll es daher auch um das Thema Leerstände gehen, kündigt die HGV-Chefin an.cap

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13.06.2015, 12:00 Uhr

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