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Ortskern könnte ein Schmuckstück werden

Sanierungsgebiet „Mühringen“ erhält außergewöhnliche finanzielle Unterstützung

Mühringen ist mit seinem Sanierungs-Vorhaben im Rahmen des speziellen Bund-Länder-Programm (LRP) für kleinere Städte und Ge-meinden berücksichtigt worden. Gleich von mehreren Seiten erfahren damit Gebäude- und Grundbesitzer im Sanierungsgebiet finanzielle Förderung in Höhe von 500 000 Euro. Entsprechend groß war das Interesse, was aufgrund des 12,6 Hektar umfassenden Sanierungsgebiets wohl auch nicht anders zu erwarten war.

11.07.2015
  • Philipp Eichert

Mühringen. Jedenfalls verfestigten sich bezüglich des Interesses die ersten Befürchtungen nach einer Beteiligungs-Befragung per 273 Fragebögen im Sanierungsgebiet nach gerade mal 42 zurückgegebenen Fragebögen nicht. Repräsentativ sind die 15 Prozent Rückläufer natürlich auch nicht, aber die 59 Prozent, die sich eine Verbesserung der Verkehrswege und des Verkehrs erhoffen, sagen schon aus wo vornehmlich der Schuh drückt.

Letztlich war der Straßenzustand auch ein wichtiges Bewerbungsargument. Das Sanierungsgebiet umfasst im Ortskern Teilbereiche folgender Straßen: Graf-Gerold-Straße, Eyacher Straße, Neue Straße, Burgstraße, Schlossstraße, Oberdorfstraße und Frundeckstraße (siehe Abgrenzungsplan unten). Das neue Sanierungsgebiet hat die Platzgestaltung, die aufwertende Gestaltung der Straßenräume sowie auch private Ordnungs- und Modernisierungsmaßnahmen als wesentliches Ziel.

Neben den Geldern aus dem LRP-Programm fördert die Stadt Horb mit 40 Prozent, und außerordentliche steuerliche Abschreibungs-Möglichkeiten gibt es obendrein. Dabei waren die zurzeit zinsgünstigen Bankdarlehen als einsetzbares Eigenkapital in Mühringen beim Info-Abend für private Eigentümer und Bewohner des Sanierungsgebietes am Donnerstagabend in der Turnhalle nicht einmal ein Thema. Bessere Voraussetzungen für ein solch günstiges Finanzierungspaket dürften die Mühringer Sanierungswilligen kaum mehr bekommen, waren sich die Info-Veranstalter einig.

Der Horber Fachbereich-Leiter Wolfgang Kronenbitter –er wird bei der Abwicklung der gestellten Anträge von Julia Weihing unterstützt – und Sanierungsbetreuer Simon Gröger von der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH waren nach Mühringen gekommen, um quasi den Sanierungs-Startschuss zu geben. Laufzeit der Sanierungs-Förderung bis Ende 2023, wobei eine eventuelle Verlängerung nicht ausgeschlossen wird.

Sanierungsbetreuer Simon Gröger war zunächst mit der Schilderung der Erhebung des Ist-Zustandes des Sanierungsgebietes und der erfolgreichen Antragstellung zur Aufnahme in das LRP-Programm für das Warm up der Info-Veranstaltung zuständig. Während der Sanierungsphase steht er den Sanierungswilligen als kostenloser Berater bei der baulichen Umsetzung der einzelnen Sanierungsvorhaben zur Verfügung, beziehungsweise berät er schon vor dem Start Interessenten über den sinnvollen und förderungswürdigen Sanierungs- Umfang.

Insgesamt ziehe das vereinfachte Sanierungsverfahren keine Steigerung der Bodenwerte nach sich, sagte Simon Gröger. Gleichwohl habe sich die Stadt ein Vorkaufsrecht einräumen lassen, wobei ein solches aber noch in keinem anderen Sanierungsgebiet in Anspruch genommen wurde.

Wolfgang Kronenbitter übernahm hernach das Thema der finanziellen Förderung, wobei er die „Informationen zur Förderung von Modernisierungs- und Ordnungs-Maßnahmen in Sanierungsgebieten“ zum Verständnis aller erklärte. Der Schwerpunkt der Förderung soll auf Maßnahmen der Modernisierung und Instandsetzung liegen, um dadurch das Ziel, die Verbesserung der Wohnqualität und des Wohn-Standards in den Sanierungsgebieten, zu erreichen. Reine Instandsetzungsarbeiten könnten nur dann gefördert werden, wenn sie im Zusammenhang mit Modernisierungsmaßnahmen stünden oder aus städtebaulichen Gründen erforderlich seien. Grundlagen für die Gewährung von Zuschüssen und die Möglichkeit der Inanspruchnahme der erhöhten steuerlichen Abschreibung sind die Städtebauförderungsrichtlinie, sowie das Einkommensteuergesetz.

Fördersätze differieren je nach Vorhaben

Der Förderzuschuss beträgt im Regelfall 20 Prozent. Berechnungsgrundlage für die Höhe des Zuschusses sind die berücksichtigungsfähigen Kosten nach den Städtebauförderungsrichtlinien. Bei Gebäuden, deren Denkmaleigenschaft im Zeitpunkt der Förderung durch die zuständige Behörde festgestellt worden ist, beträgt der Förderzuschuss im Regelfall 30 Prozent. Während ein Grund-stücks-/Einzelmaßnahme eine Beschränkung von maximal 75 000 Euro erfährt, hat die Förderhöhe mindestens 5000 Euro zu betragen. Bei Vorhaben mit geringem Kostenaufwand und daraus resultierendem Förderzuschuss von unter 5000 Euro erfolgt keine Förderung.

Bei Gebäude-Abbruch mit anschließender Neubebauung sind maximal 100 Prozent der nachzuweisenden Abbruch- und Beseitigungskosten förderfähig. Ohne anschließende Neubebauung maximal 50 Prozent der nachgewiesenen Abbruch- und Beseitigungskosten, jedoch nur bis zur Hälfte der Angebotssumme des günstigsten Bieters. Entschädigungen für Gebäudesubstanzwertverluste erfolgen hingegen nicht.

Informationen zur erhöhten steuerlichen Abschreibungsmöglichkeit in Sanierungsgebieten gab Kronenbitter auch. Demnach könne bei privaten Modernisierungs-Maßnahmen die „erhöhte steuerliche Abschreibung“ genutzt werden. Das heißt, im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren jeweils bis zu neun Prozent und in den folgenden vier Jahren jeweils bis zu sieben Prozent der Herstellungskosten für Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Na und dann ist da ja momentan noch das zinsgünstige Baugeld…

Sanierungsgebiet „Mühringen“ erhält außergewöhnliche finanzielle Unterstützung

Sanierungsgebiet „Mühringen“ erhält außergewöhnliche finanzielle Unterstützung
Über Möglichkeiten, Auflagen und Beschränkungen bezüglich des Sanierungsgebiets „Mühringen“ klärten (von links) Simon Gröger, Wolfgang Kronenbitter und Julia Weihing die zahlreichen Zuhörer beim Informationsabend in der Mühringer Turnhalle auf. Bild: lpe

Für Fragen stehen zur Verfügung: Stadt Horb: Wolfgang Kronenbitter, FB4 Recht und Ordnung, Marktplatz 16, 72160 Horb am Neckar, Tel.efon: 07451 901-268, Fax: 07451 901-206, E-Mail: w-kronenbitter@horb.de.
Sanierungsbetreuer: Simon Gröger, Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH, Hohenzollernstraße 12 – 14, 71630 Ludwigsburg, Telefon 07141/149-282, Fax: 07141 149-160, E-Mail: simon.groeger@wuestenrot.de.

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11.07.2015, 12:00 Uhr

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