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Stuttgart

Scala-Streit beschäftigt die Ulmer Sparkasse weiter

Auch viele Monate nach der außergerichtlichen Einigung beschäftigt der Scala-Streit um gut verzinste Sparverträge die Ulmer Sparkasse.

03.01.2017
  • dpa/lsw

Stuttgart. «Seit der außergerichtlichen Verständigung im Februar 2016 haben wir einige hundert Gespräche geführt», bestätigte der Sprecher der Bank, Boris Fazzini. «Alle diese Gespräche haben zu Ergebnissen geführt, mit denen beide Seite zufrieden sind.»

Die außergerichtliche Einigung biete «gewisse Eckpunkte und Parameter, auf deren Grundlage jeweils viele individuelle Vereinbarungen getroffen werden konnten». Alle Gespräche seien einvernehmlich abgeschlossen worden.

Die Sparkasse wollte Tausende Kunden aus den sogenannten Scala-Verträgen herauslocken, denn sie wurden in Zeiten niedriger Zinsen immer mehr zur Last für das Geldhaus. Mehrere Tausend Sparer verweigerten sich Alternativangeboten. Einige klagten - und die Bank erlitt gerichtliche Schlappen gleich in mehreren Instanzen. Sparkassenverbandschef Peter Schneider hatte damals eingeräumt, dass der Scala-Streit schlecht gewesen sei für das Image der Sparkasse.

Vor dem Gang zum Bundesgerichtshof einigte sich die Bank mit den Sparern dann außergerichtlich. Über den Inhalt der Vergleiche und die ausgehandelten Bedingungen vereinbarten die Parteien absolutes Stillschweigen - die Bank will weitere Ansprüche und Klagen von Sparern tunlichst vermeiden.

Das Thema schmerzt die Bank noch immer. Die gut verzinsten Verträge gehen ins Geld. «Angesichts der fortgesetzten Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank stellt das Thema S-Scala natürlich eine Belastung dar, die wir aber verkraften werden.» Für die Sparkasse sei die Zufriedenheit der Kunden oberstes Ziel. Rückblickend auf den Scala-Prozess zeigt die Bank Bedauern. «Bei den S-Scala-Verträgen ist es uns leider offensichtlich nicht gelungen, den richtigen Weg zu finden, mit diesem schwierigem Thema umzugehen.»

Einige Sparer wählen auch nach wie vor den Weg zum Anwalt. «Bisher ist es immer gelungen, einvernehmliche Lösungen zu finden», sagte Rechtsanwalt Christoph Lang, der damals nach eigenen Angaben 220 Scala-Sparer vertrat. «Die Sparkasse verhält sich korrekt.» Einige Sparer hätten sich nach der Einigung noch bei ihm gemeldet, die meisten suchten aber den direkten Kontakt zur Bank. Beim Scala-Streit sei rechtliches Neuland betreten worden. Die Bank werde wohl nie wieder so ein Produkt anbieten, sagte Lang. «Das war historisch vollkommen misslungen, dieses Sparprodukt.»

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03.01.2017, 07:01 Uhr | geändert: 03.01.2017, 08:51 Uhr

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